Dusty Bibles – Strategien für Bibelmuffel

Lesezeit: 9 Minuten
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by | 02. Jun. 2026 | 1 comment

Dieser Artikel ist für Bibel­muf­fel – für Leute, deren Bibel ein eher ein­sames Dasein fris­tet. Er richtet sich an Men­schen, die mehr Bibel lesen möcht­en, aber an ihrer eige­nen Leben­sre­al­ität scheit­ern.

In den nach­fol­gen­den Zeilen gebe ich einen ehrlichen Ein­blick in mein eigenes Erleben. Der Ein­blick soll eine Ein­ladung sein, deine eige­nen kreativ­en Wege zu find­en, wie du ver­mehrt die Bibel in dein Leben inte­gri­eren kannst. Hast du eigene Ratschläge und Erleb­nisse? Dann lass uns in den Kom­mentaren daran teil­haben.

Biografie eines Bibelmuffels

Es ist reine Gnade Gottes, dass ich über die ver­gan­genen Jahrzehnte nicht dem geistlichen Hunger­tod erlegen bin. Als Teenag­er war ich noch voll motiviert. Ich habe mir die Jahres­bibel vorgenom­men und das sog­ar durchge­zo­gen. Eine ziem­liche Leis­tung, auch wenn es zwis­chen­durch wohl mehr ein Über­fliegen war als ein Lesen. Ich habe es geschafft. Ich habe die Bibel durchge­le­sen.

Ich habe auch Bibel­verse auswendig gel­ernt. Ein „Onkel“ hat­te mir als Kind eine Beloh­nung ver­sprochen, wenn ich einen Set Bibel­verse der Nav­i­ga­toren auswendiglerne. Die Hälfte habe ich wohl geschafft, aber der Preis wurde meines Wis­sens ver­passt. Trotz­dem haben mich die damals gel­ern­ten Verse begleit­et. Sie sind für mich wertvolle und schnell abruf­bare Anker­punk­te gewor­den in Fra­gen des Glaubens.

Ich erachte es als Glück, in einem bibelgesät­tigten Haus aufgewach­sen zu sein. Meine früh­esten Erin­nerun­gen reichen weit in die Kind­heit­s­jahre zurück. Vor meinem inneren Auge sehe ich meinen Vater Stille Zeit machen in Äthiopi­en, auf der Veran­da unseres Ferien­bun­ga­lows, als ich wohl fünf Jahre alt war. Er las in der Offen­barung, meine ich mich zu erin­nern. Die Vögel kamen uns besuchen und pik­ten die gestreuten Brotkru­men auf.

Etwas anspruchsvoller wurde es in den Jugend­jahren. Das Lesen der Losun­gen am Fam­i­li­en­tisch gehörte zum All­t­ag – nicht immer zur Freude der Söhne. Die Lesung vor der Mahlzeit war Quälerei – wir waren am Wach­sen und hat­ten Hunger! Die Lesung nach der Mahlzeit war eben­falls eine Zumu­tung – wir waren satt und hat­ten zu tun!

“Lies die Bibel, bet jeden Tag” – das war das Lied, was wir als Kinder gesun­gen hat­ten. Wir waren nun aber etwas älter und aufgek­lärter und woll­ten uns von Geset­zlichkeit­en befreien. Das Bibelle­sen sollte kein Zwang sein. Das stimmt. Für uns bedeutete dies, die Ket­ten der einge­spiel­ten Tra­di­tio­nen abzuschüt­teln. So jeden­falls war die Grund­stim­mung in meinem Milieu, als es Rich­tung Volljährigkeit ging.

Diverse mein­er Fre­unde haben sich damals Frei­heit genom­men, die Bibel (und teil­weise auch den Glauben) sehr gründlich bei­seit­ezule­gen. Ich selb­st habe mich auf einem Min­i­malmodus eingepegelt, welch­er für mein Leben bes­tim­mend wurde. „Chum las la bam­bele“ wurde zum Bibellese-Mot­to. Ich wurde zum Bibel­muf­fel ohne grosse Lese-Diszi­plin.

Dieser eingepegelte Modus wurde nur spär­lich durch­brochen durch tem­poräre Sachzwänge. Irgend­wann besuchte ich eine Bibelschule. Ich wurde Jugend­pas­tor. Die dazu gehören­den Pflicht­en halfen mir, mich zumin­d­est punk­tuell in die Bibel zu ver­tiefen. Im Grossen und Ganzen lebte ich jedoch über Jahrzehnte hin­weg aus den Reser­ven ver­gan­gener Zeit­en und spo­radis­chen Bibel-Notra­tio­nen.

Der Wunsch zur Veränderung

Irgend­wann bemerkt man sie hof­fentlich, die geistliche Unter­ernährung. In den ver­gan­genen Jahren hat sich dieses Bewusst­sein bei mir zunehmend ver­stärkt. Zwei Gründe dafür möchte ich erwäh­nen.

Zum einen merk­te ich, wie schlecht ich aus­gerüstet bin, um in den the­ol­o­gis­chen Diskus­sio­nen unser­er Tage zu beste­hen. In diese Diskus­sio­nen hat­te ich mich mit dem Start von Daniel Option vor eini­gen Jahren Hals über Kopf hineinge­wor­fen. Das Par­kett der schwieri­gen Bibel­fra­gen habe ich dabei oft gemieden, weil ich schlicht und ein­fach merk­te, wie ger­ing mein Bibel­wis­sen im Ver­gle­ich zu anderen „da draussen“ war. Wie wollte ich Antworten haben auf Anfra­gen an den Glauben, wenn ich das Doku­ment meines Glaubens nicht regelmäs­sig las? Wie wollte ich Wahrheit von Lüge unter­schei­den, ohne mich inten­siv­er mit der Wahrheit Gottes zu befassen (Joh 17,17)?

Zum anderen merk­te ich, wie mir etwas Wesentlich­es fehlte in meinen per­sön­lichen geistlichen und seel­is­chen Nöten. Wie wollte ich neue Kraft schöpfen und inner­lich Heil wer­den, wenn ich mich nicht den zugegeben unbe­que­men, aber let­z­tendlich kraft- und heilsspenden­den Worten Gottes aus­set­zte (Ps 119,28; Jer 15,16)?

Anfang 2024 war die Zeit reif und der Bibel­muf­fel wagte das undenkbare, auszus­prechen: „Ich will noch ein­mal die ganze Bibel lesen.

Das Wort darf sperrig sein

Dem Wun­sch, noch ein­mal die Bibel zu lesen, war eine eige­nar­tige per­sön­liche Ein­sicht vor­ange­gan­gen: Wenn die Bibel wieder mehr Gewicht in meinem Leben find­en sollte, musste sich das auch in Gramm und Kilo­gramm aus­drück­en. Die Bibel musste nicht nur virtuell entstaubt wer­den, son­dern ganz reell. Ich musste die Bibel wieder physisch in mein Leben inte­gri­eren.

The­o­retisch gese­hen sind diese kleinen rechteck­i­gen Bild­schirme, welche seit eini­gen Jahren so bes­tim­mend in unser Leben ein­wirken, gute Hil­f­s­mit­tel. Du kannst heute immer deine Bibel mit dabei­haben — ohne dass es Umstände bere­it­et, ohne dass sie Platz ein­nimmt oder irgend­wo vergessen geht.

Bei allen Vorzü­gen habe ich diese neue Real­ität aber schon immer auch als Abw­er­tung emp­fun­den. Die Bibel-App find­et sich auf dem Smart­phone auf der gle­ichen Ebene wie die Nachricht­en-App, wie Insta­gram oder What­sApp. Das ewige Wort Gottes fühlt sich hier irgend gle­ich­w­er­tig an wie die vergänglichen Mel­dun­gen unser­er schnel­llebi­gen Welt.

Ich real­isierte, dass die Bibel in meinem Leben wieder auf ein­er anderen Ebene Raum ein­nehmen musste als nur in Bits und Bytes. Sie musste wortwörtlich wieder ein gewichtiges Doku­ment in meinem Leben wer­den. Etwas, was eine Hand von mir in Anspruch nehmen darf. Etwas, wo ich daran denken muss, wenn ich aus dem Haus gehe. Wo ich dran denken muss, wenn es wieder nach Hause geht. Etwas, was sper­rig in mein Leben hinein­wirkt.

Ich startete das Exper­i­ment beim Kirch­gang am Son­ntag. Dass es dafür ein klein wenig Mut brauchte, hört sich vielle­icht schräg an. Aber tat­säch­lich sind physis­che Bibeln über die ver­gan­genen Jahrzehnte eher aus meinem freikirch­lichen Milieu ver­schwun­den – zumin­d­est was den Son­ntag­mor­gen bet­rifft. Die Bibel­verse der Predigt kriegst du per Pow­er­Point geliefert. Eine gedruck­te Bibel in der Hand dro­ht dich auch in dein­er Freikirche als „Bibel-Fun­di“ zu ent­lar­ven.

Ich nahm sie trotz­dem mit. Es war reine Selb­sthil­fe. Mit der Bibel in der Hand würde ich mehr mitle­sen, mehr mit­denken. Das Risiko, dass mich der Banknach­bar aus dem Halb­schlaf holen musste, würde sich auch reduzieren. Lauter pos­i­tive Effek­te! Wenn ich die Bibel öfter in der Hand habe, schlage ich sie auch öfter auf. So ein­fach ist das. Ich kann dieses prim­i­tive Selb­sthil­fe­pro­gramm nur empfehlen.

Bibellesen für Bibelmuffel

Wie erwäh­nt kam Anfang 2024 dieser Wun­sch auf, mich nochmals der ganzen Bibel zu stellen. Während ich diese Zeilen schreibe, habe ich wohl knapp die Hälfte der Bibel studiert. Damit ist schon mal klar, dass ich nicht im Jahres­bibel-Modus unter­wegs bin.

Ich möchte kurz zeigen, wie das Pro­jekt bei mir konkret aussieht. Fol­gende Rah­menbe­din­gun­gen habe ich mir am Anfang geset­zt:

  1. Ich halte meinen Fortschritt in ein­er Über­sicht fest. Für jedes gele­sene Kapi­tel wird ein Kästchen aus­ge­malt. Das sorgt für einen kleinen Beloh­nungsmo­ment und schafft Über­sicht.
  2. Ich nehme mir vor, täglich 1 Kapi­tel zu lesen. Aus­nah­men bestäti­gen die Regel.
  3. Ich set­ze mich nicht unter Druck, wann ich fer­tig sein muss.
  4. Erster Kaf­fee = Bibelle­sen. Bibelle­sen vergesse ich gerne, Kaf­fee trinken jedoch nie. Binde das, worin du inkon­se­quent bist, an das, was du sich­er nie ver­gisst.
  5. Ich lese mit dem Schreiber. Will heis­sen: Ich über­fliege nicht nur, son­dern ver­suche zu ver­ste­hen, schlage mal eine Par­al­lel­stelle nach, mache Noti­zen am Seit­en­rand.
  6. Ich rede darüber. Mein Plan die Bibel zu lesen, darf bekan­nt sein. Die Leute sollen darum wis­sen und nach­fra­gen kön­nen.

So startete ich also in das Aben­teuer. Ich habe anfänglich viel im Neuen Tes­ta­ment gele­sen – habe mit meinen Lieblings­büch­ern ange­fan­gen. Dann noch etwas Weisheit­slit­er­atur und einige Psalmen. Nicht immer war ich kon­se­quent. Es gab Unter­brüche. Da ich aber meinen Fortschritt fes­thielt, fiel ich nie auf Feld Eins zurück. Nach Aus­set­zern kon­nte ich immer wieder den Ball da aufnehmen, wo ich den Faden ver­loren hat­te. So ging es immer wieder vor­wärts, wenn auch in kleinen Schrit­ten. 😊

Gegen Ende 2025 kam für mich eine entschei­dende Phase. Zum einen real­isierte ich, wie weit der Weg vor mir noch war. Ich hat­te es in zwei Jahren vielle­icht auf 10% der Bibel gebracht. Es würde eine neue Hingabe an das Pro­jekt brauchen. Vor allem aber lauerten die umfan­gre­ichen und teils langfädi­gen Büch­er des Alten Tes­ta­ments. Wür­den meine Vorsätze Lev­i­tikus über­leben?

Anfang 2026 gab es dann kein Zurück mehr: Erstes Buch Mose, erstes Kapi­tel, erster Vers. Ich wollte es zumin­d­est ver­suchen. Tat­säch­lich kon­nte ich die Lev­i­tikus-Hürde über­winden. In den ersten 4 Monat­en dieses Jahres habe ich mich durch 5 Büch­er Mose geack­ert und bin mit­tler­weile in den Samuel-Büch­ern angekom­men. Für einen Bibel­muf­fel wie mich ein gross­er Erfolg!

Ich habe mit­tler­weile meine Rah­menbe­din­gun­gen ver­fein­ert und erweit­ert:

  • Ich lese an Woch­enen­den mehr als nur ein Kapi­tel. An Sam­sta­gen und Son­nta­gen liegen 2, 3 oder mehr Kapi­tel drin. Das beschle­u­nigt das Vor­wärt­skom­men.
  • Ich set­ze mir real­is­tis­che Zwis­chen­ziele. Mit den kleinen Lese-Sprints an Woch­enen­den kann ich diese Zwis­chen­ziele erre­ichen oder gar übertr­e­f­fen.
  • Die Psalmen sind der per­fek­te Back­up. Wenn ich echt keinen Bock auf Volk­szäh­lun­gen, Geschlecht­sreg­is­ter oder Opfer­vorschriften habe, ist ein Psalm die per­fek­te Alter­na­tive. Natür­lich ein möglichst kurz­er…😊
  • Ich arbeite mit ein­fachen Hil­f­s­mit­teln. Zu den Par­al­lel­stellen haben sich eine Stu­di­en­bibel und eine Worterk­lärungs-App gesellt. Das hil­ft mir, mich in der doch frem­den Welt des Alten Tes­ta­ments bess­er zurechtzufind­en.

Persönliche Wirkungen

Wenn dieser Artikel veröf­fentlicht wird, habe ich wohl knapp die Hälfte der Bibel gele­sen. Ich habe noch einen weit­en Weg vor mir. Aber ich bin drange­blieben. Was mich am meis­ten ermutigt ist, dass ich heute diszi­plin­iert­er am Lesen bin als am Anfang meines Pro­jek­ts.

Immer wieder prof­i­tiere ich von der Lek­türe. Ich ent­decke auch in den langfädi­gen Pas­sagen inter­es­santes. Ich lerne Gott endlich mal nicht nur aus einzel­nen Vers-Nuggets ken­nen, son­dern aus der Ent­fal­tung der bib­lis­chen Geschichte mit allen Höhen und Tiefen.

Das Lesen der Schrift macht etwas mit mir per­sön­lich. Der Spiegel, den sie mir vorhält, ist nicht immer ganz ein­fach auszuhal­ten. Er ist ent­lar­vend. Aber auch auf eige­nar­tige Weise heil­sam.

Auch habe ich die Bibel und deren Geschicht­en als einen natür­lichen Anknüp­fungspunkt für Glaubens­ge­spräche ken­nen­gel­ernt. Die „Luft“, die wir hier im West­en atmen ist immer noch bibelgesät­tigt. Ohne es zu wis­sen, ver­wen­den meine kirchen­fer­nen Fre­unde täglich bib­lis­che Meta­phern, Redewen­dun­gen und Wörter. Ich bin aufmerk­samer gewor­den für solche Anknüp­fungspunk­te.

Im anglo­pho­nen Raum haben die ver­gan­genen Jahre mas­sive Zunah­men bei den Bibelverkäufen gebracht. Eine erstaunliche und ermuti­gende Entwick­lung. Entschei­dend ist jedoch das wir die Bibel lesen! Dies bestätigt eine aktuelle Studie der Amerikanis­chen Bibelge­sellschaft zu den Lesege­wohn­heit­en der Amerikan­er. Die Studie stellt eine Verbindung zwis­chen Lesege­wohn­heit­en und der Ein­stel­lung zur Bibel fest:

  • Unter den Befragten, die angaben, dass die Bibel eine trans­for­ma­tive Wirkung auf ihr Leben habe, erk­lärten 64 %, den größten Teil oder die gesamte Bibel gele­sen zu haben.
  • Im Gegen­satz dazu gaben 60 % der­jeni­gen, die die Bibel als Instru­ment zur Kon­trolle oder Manip­u­la­tion betra­cht­en, an, wenig oder gar nichts von der Bibel gele­sen zu haben.

Hier wird eine inter­es­sante Real­ität sicht­bar: Die Bibel ent­fal­tet ihre verän­dernde Kraft schein­bar vor allem im zusam­men­hän­gen­den Lesen. Dies sollte jeden motivieren, sich nicht ein­fach mit „Cher­ry-Pick­ing“ und ‘Tagesvers’ zufrieden zu geben.

Aber auch die andere Fest­stel­lung ist inter­es­sant: Wer die Bibel kri­tisiert, hat sie möglicher­weise wenig oder gar nicht gele­sen. Tat­säch­lich ent­pup­pt sich die ger­ade im virtuellen Raum grassierende Kri­tik an der Bibel beim zusam­men­hän­gen­den Lesen oft als Strohmann oder als Fehlargu­men­ta­tion. Das vielle­icht beste Mit­tel, um sich gegen bibelkri­tis­che Argu­mente zu wapp­nen, ist wohl, das kri­tisierte Buch tat­säch­lich zu lesen. So erlebe ich es jeden­falls.

Eine Einladung

Durch die Geschichte der Erweck­ungs­be­we­gun­gen der ver­gan­genen Jahrhun­derte zieht sich die Bibel als oft überse­hene, aber entschei­dende Kom­po­nente.

So war die bis heute nach­wirk­ende Erneuerungs­be­we­gung des Pietismus zuallererst eine Bibel­be­we­gung. Die for­ma­tive Schrift dieser Bewe­gung, die Pia Deside­ria, hat­te als klares erstes Anliegen, Gottes Wort reich­lich­er unter die Leute zu brin­gen. Im Pietismus wurde die Bibel – auch dank vere­in­facht­en Druck­ver­fahren — zu einem Buch, das man nicht nur in der Kirche hörte, son­dern zu Hause las.

Die Jesus Peo­ple Bewe­gung der späten 1960er und der 1970er Jahre machte die Bibel zu ihrem gegenkul­turellen Man­i­fest. Neue zugängliche Bibelüber­set­zun­gen wie „The Liv­ing Bible“ ver­bre­it­eten sich. Die Bibel wurde zum Dreh- und Angelpunkt dieser Bewe­gung und auf das ganze Leben angewen­det. Gele­sen und aus­gelegt wurde über­all: ums Feuer am Strand, in der über­füll­ten Stube und im Tee­haus. „Bibel Study“ — der leg­endäre Song von Dar­rell Mans­field, trans­portiert dieses Feel­ing per­fekt. Hier war Bibelle­sen nichts Ver­staubtes, son­dern der Herz­schlag ein­er Bewe­gung: „Bible Study, Yeah!“

Heute ruft eine neue Gen­er­a­tion von Influ­encern zum Bibelle­sen. Der Fuss­ball­star Alis­son Beck­er kommt mit Bibel zum Fuss­ball­train­ingJas­min Neubauer betreibt mit „Liebe zur Bibel“ einen der reich­weit­en­stärk­sten christlichen Por­tale und ver­legt ihre eige­nen, schön gestal­teten Bibeln. Youtu­ber Tim Wild­smith bringt es nur mit der Präsen­ta­tion von neuen Bibelaus­gaben auf über 300k Abon­nen­ten. Mich selb­st wird man Ende Sep­tem­ber in Zürich antr­e­f­fen, wenn der auf­strebende Josi­ah Queen in längst ausverkaufter Halle seinen grossen Hit „Dusty Bibles“ anstim­men wird:

We got dust on our Bibles, brand-new iPhones
No won­der why we feel this way
We walk with our eyes closed, blind lead­ing blind folks
I’m done with those idols and dusty Bibles

Ist es die junge Gen­er­a­tion, die uns alten Knack­ern beib­rin­gen muss, wieder die Bibel unter den Arm zu nehmen, wenn wir aus dem Haus gehen? Wie wäre es, wenn wir unsere Bibel tat­säch­lich abstauben wür­den? Wenn wir sie wieder neu studieren und in unsere Leben inte­gri­eren wür­den? Wenn sie in unseren Gemein­den und Hauskreisen mehr Raum erhal­ten würde? Wenn sie im besten Sinne wieder hand­fest wer­den kön­nte in unseren Leben? Ich möchte dafür wer­ben – nicht als ein­er, der das Bibelle­sen gemeis­tert hätte, aber als ein­er der mehr von ihrer verän­dern­den Kraft erleben möchte.

Lass mich in den Kom­mentaren an deinen Erleb­nis­sen und Bibellese-Strate­gien teil­haben!


Titel­bild: iStock
Weit­ere Bilder: Peter Brud­er­er

Über den Kanal

Peter Bruderer

Peter Bruderer, Jahrgang 1974, als Kind von Missionaren in Afrika aufgewachsen, seit 1986 in der Schweiz. 1998 war Peter Gründungsmitglied der erwecklichen 'Godi'-Jugendarbeit in Frauenfeld, welche er bis 2013 prägte. Heute arbeitet er als Projektleiter im kirchlichen und gemeinnützigen Bereich. Ein zweites Standbein ist die Arbeit als Architekt. Peter lebt mit seiner Familie in Frauenfeld, Schweiz.

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Kommentare zu diesen Beitrag

1 Comment

  1. Alin Cucu

    Danke für diesen Beitrag! Mir ist es ein Rät­sel, wie man über­haupt über Abstu­fun­gen der Zen­tral­ität der Bibel sprechen kann. Woran messen wir denn in let­zter Instanz Wahrheit, wenn nicht an ihr? Ohne diesen Massstab bleiben uns entwed­er andere Autoritäten (wie im Katholizis­mus) oder unser Ver­stand. Und so sehr ich den Ver­stand als Philosoph für wichtig erachte, er ist anfäl­lig und kann keine Offen­barung erset­zen. Meines Eracht­ens ist es ger­ade die fehlende Bindung an die Schrift, die zu vie­len the­ol­o­gis­chen Fehlern geführt hat.
    Als Tipp würde ich geben: lies die Bibel mit dem Fram­ing “Ver­sprechun­gen und Bedin­gun­gen”. Will heißen, Gott macht Ver­sprechen, die an Bedin­gun­gen geknüpft sind. Erfüllen wir die Bedin­gun­gen, sind die Ver­sprechun­gen unser. Wer Segen, Erfolg, Kraft, gute Beziehun­gen etc. will, wird hier einen reichen Schatz vorfind­en. Das heisst nicht, dass die Schrift bloss ein Stein­bruch für per­sön­lichen Erfolg ist.
    Eine mein­er Lieblings-Ver­heißun­gen: Psalm 37:3–4 ELBBK
    [3] Ver­traue auf den HERRN und tu Gutes, wohne im Land und wei­de dich an Treue; [4] und ergötze dich an dem HERRN: So wird er dir geben die Bit­ten deines Herzens.
    Was darüber hin­aus mein Bibelle­sen trans­formiert hat, war, einen PhD in ana­lytis­ch­er Philoso­phie zu machen. Aber das ist wohl defin­i­tiv nicht für jed­er­mann 😜

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