Geisterunterscheidung — eine vergessene Tugend

Jürgen Neidhart
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Ich möch­te über eine ver­nach­läs­sig­te, aber not­wen­di­ge christ­li­che Grund­kom­pe­tenz nach­den­ken: Über die Gabe Gei­ster zu unter­schei­den (1Kor 12:10). Kaum eine Zeit hat­te die­se Gabe so nötig, wie die uns­ri­ge!

In der reli­giö­sen Misch­kul­tur unse­rer Tage mixen sich vie­le ihre spi­ri­tu­el­len Smoot­hies, las­sen sich von ihren Gefüh­len trei­ben und brau­chen drin­gend eine bibli­sche Ori­en­tie­rungs­hil­fe. Nicht jeder geist­li­che Smoot­hie schmeckt nach Jesus! Er könn­te sogar Schad- und Gift­stof­fe ent­hal­ten, die Du auf den ersten Blick nicht erken­nen kannst. Daher schreibt der Apo­stel Pau­lus:

Prüft alles und behal­tet das Gute! Das Böse aber – ganz gleich in wel­cher Form – sollt ihr mei­den. (1Thess 5:21 – 22)

Es geht mir in die­sem Arti­kel also um die Gesund­heit und Urteils­fä­hig­keit der christ­li­chen Gemein­de. Dabei geht es nicht nur dar­um, das Böse, Unech­te und Fal­sche zu ver­mei­den, son­dern auch zu ler­nen, was gut, echt und wahr ist. Das dür­fen wir dann genies­sen und uns dar­an freu­en.


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Das Charisma „Geister zu unterscheiden“

Eine der etwa 20 Gei­stes­ga­ben, die im Neu­en Testa­ment erwähnt wer­den, ist die Fähig­keit „Gei­ster zu unter­schei­den“ (1Kor 12:10). Doch was ist mit die­sem Fach­aus­druck genau gemeint?

  • Bei die­ser wich­ti­gen Gna­den­ga­be geht es um eine Wahr­neh­mung oder um ein Hin­ein­schau­en in die unsicht­ba­re Welt.
  • Es geht gene­rell um die Urteils­fä­hig­keit und Unter­schei­dungs­kraft von „Gut und Böse“.
  • Im Beson­de­ren um die Fähig­keit, Gei­stes­kund­ge­bun­gen im Hin­blick auf ihre Echt­heit und Her­kunft zu beur­tei­len (sie­he auch den Arti­kel von Mat­thi­as Schö­ni).

Eini­ge Bibel­stel­len dazu:

„Prüft die Gei­ster!“ (1Joh 4:1)

Chri­sten wer­den auf­ge­for­dert:

„Glaubt nicht jedem, der behaup­tet, dass Got­tes Geist durch ihn redet. Prüft viel­mehr genau, ob das, was er sagt, wirk­lich von Got­tes Geist stammt. Denn in die­ser Welt ver­brei­ten vie­le fal­sche Pro­phe­ten ihre Irr­leh­ren“ (1Joh 4:1).

Wört­lich heisst es hier: „Glaubt nicht jedem Geist“; damit ist hier der Geist des Men­schen gemeint, der vom Geist Got­tes oder vom Teu­fel inspi­riert sein kann. Unter dem Wort „Gei­ster“ kann vie­les ver­stan­den wer­den:

  • Geist oder Inspi­ra­ti­ons­quel­le eines Pro­phe­ten (1Kor 14:32)
  • Geist­be­ga­bung (1Kor 12:1)
  • Mensch­li­cher Geist (Mt 16:23; Rom 8:16; Hebr 12:23)
  • Böse oder teuf­li­sche Gei­ster (Mt 10:8; Eph 6:12), unrei­ne Gei­ster (Mt 10:1), ver­füh­re­ri­sche Gei­ster (1Tim 4:1), Lügen­gei­ster (1Kö 22:21 – 23)
  • Zeit­geist (der Main­stream und die Mode­er­schei­nun­gen unse­rer Tage)
  • Engel (Hebr 1:14) und vor allem der Hei­li­ge Geist

Modern über­setzt kann man von einem Durch­blick rund um den spi­ri­tu­el­len Bereich spre­chen.

Wir hal­ten fest, dass die­se geist­li­che Urteils­fä­hig­keit oder Urteils­kraft eine Gabe des Hei­li­gen Gei­stes an wie­der­ge­bo­re­ne Chri­sten ist. Es geht dabei um eine geist­ge­wirk­te Unter­schei­dung zwi­schen anti­gött­li­chen, gött­li­chen oder mensch­li­chen Kräf­ten und Ein­flüs­sen.

Das hat jedoch nichts damit zu tun, dass man­che kon­ser­va­ti­ven Chri­sten hyper­kri­tisch, fast ängst­lich allen neu­en Bewe­gun­gen gegen­über ste­hen. Wir sol­len ja nicht von vor­ne­her­ein alles Unge­wohn­te oder Neue ver­däch­tig fin­den und ableh­nen, son­dern „alles prü­fen und das Gute behal­ten“ (1Thess 5:21).

Viel zu oft ist die Ein­heit der Gemein­de durch lieb­lo­ses Ver­ur­tei­len und har­tes Rich­ten zer­stört wor­den. Recht­ha­be­rei und Bes­ser­wis­se­rei sind kei­ne Früch­te des Hei­li­gen Gei­stes, son­dern Lie­be, Freund­lich­keit und Güte (Gal 5:20 – 22). Per­ma­nen­te War­ner, die nur ihre eige­ne theo­lo­gi­sche Über­zeu­gung gel­ten las­sen und jede ande­re Sicht­wei­se ver­wer­fen, scha­den mehr als dass sie nüt­zen. Es muss uns immer um das Wohl und die Gesund­heit des Lei­bes Chri­sti gehen, wir sol­len hei­len und nicht spal­ten! Denn Pau­lus schreibt:

Jedem von uns wird eine geist­li­che Gabe zum Nut­zen der gan­zen Gemein­de gege­ben“ (1Kor 12:7).

Was ihr sagt, soll hilf­reich und ermu­ti­gend sein, eine Wohl­tat für alle. Tut nichts, was den Hei­li­gen Geist trau­rig macht“ (Eph 4:29 – 30).

Auf der ande­ren Sei­te dür­fen wir jedoch auch nicht naiv, leicht-gläu­big und gegen den Gebrauch unse­res prü­fen­den Ver­stan­des sein. Denn der Apo­stel fährt fort:

Lie­be Brü­der und Schwe­stern, seid, was eure Urteils­kraft (Ver­nunft) betrifft, doch nicht wie klei­ne Kin­der, die nicht ver­ste­hen, was man ihnen erklärt! Im Bösen, dar­in sollt ihr uner­fah­ren sein wie Kin­der; in eurem Den­ken aber sollt ihr rei­fe, erwach­se­ne Men­schen sein. (1Kor 14:20; vgl. Rom 16:17 – 18).

Um es mit dem eng­li­schen Theo­lo­gen, John Stott, zu sagen: «Es kommt auch auf den Ver­stand an“ (vgl. Ps. 32:9).


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Wie zeigt sich die Fähigkeit „Geister zu unterscheiden“ im Neuen Testament?

Als Jesus in der Wüste vom Teu­fel ver­sucht wur­de, tat die­ser das jeweils mit einem from­men Bibel­vers auf den Lip­pen. Jesus bewies „Gei­ster­un­ter­schei­dung“ und wider­stand dem Bösen:

Weg mit dir, Satan, denn es heißt in der Schrift: ‚Bete allein den Herrn, dei­nen Gott, an und die­ne nur ihm!‘ (Mt 4:10)

Spä­ter war die Ver­su­chung noch viel raf­fi­nier­ter getarnt, als Simon Petrus auf die erste Lei­dens­an­kün­di­gung sei­nes Mei­sters mit fol­gen­dem Rat­schlag reagier­te:

Das möge Gott ver­hü­ten, Herr; nie darf dir so etwas zusto­ßen! Aber Jesus wand­te sich um und sag­te zu Petrus: ‚Geh weg von mir, Satan! Du willst mich zu Fall brin­gen. Was du denkst, kommt nicht von Gott, son­dern ist mensch­lich!‘ (Mt 16:22 – 23).

Genau dar­um geht es bei der Gabe der Gei­ster­un­ter­schei­dung: Jesus erkennt, dass die gut­ge­mein­ten, mensch­li­chen Wor­te sei­nes Jün­gers für ihn eine sata­ni­sche Ver­su­chung dar­stell­ten. Vor­bild­lich für uns unter­schei­det er, was anti­gött­lich, mensch­lich und gött­lich ist.

Ein ande­res Bei­spiel dafür fin­den wir in der Apo­stel­ge­schich­te. Lukas schreibt:

Eines Tages begeg­ne­te uns eine Frau, die von einem Wahr­sa­ge­geist beses­sen war; sie war eine Skla­vin und brach­te ihren Besit­zern mit ihrer Wahr­sa­ge­rei viel Geld ein. Die Frau lief hin­ter Pau­lus und uns ande­ren her und schrie in einem fort: ‚Die­se Leu­te sind Die­ner des höch­sten Got­tes! Sie sagen euch, wie ihr geret­tet wer­den könnt!‘ So ging das vie­le Tage, bis Pau­lus es schließ­lich nicht mehr ertra­gen konn­te. Er dreh­te sich um und sag­te zu dem Wahr­sa­ge­geist: ‚Im Namen von Jesus Chri­stus gebie­te ich dir: Ver­lass die­se Frau!‘ Im sel­ben Augen­blick ver­ließ der Geist die Frau. (Apg 16:16 – 18).

Was für eine fromm klin­gen­de Pro­pa­gan­da für Pau­lus und sei­ne Mit­ar­bei­ter! Die­se Skla­vin sag­te zu 100% die Wahr­heit „Die­se Leu­te sind Die­ner des höch­sten Got­tes! Sie sagen euch, wie ihr geret­tet wer­den könnt!“ Aber Pau­lus liess sich von die­ser Schmei­che­lei nicht blen­den. Er hat­te die geist­li­che Fähig­keit, den Ein­fluss des Hei­li­gen Gei­stes vom Ein­fluss dämo­ni­scher Mäch­te in einer Per­son zu unter­schei­den.

Der Ver­su­cher kennt auch die Wahr­heit und bedient sich nach Belie­ben der Wahr­heit, um sich zu tar­nen und sei­ne Zie­le zu ver­fol­gen (vgl. 2Kor 11:14). Doch Pau­lus prüf­te die Gei­ster (1Joh 4:1), erkann­te den fal­schen Geist und han­del­te ent­spre­chend. Wie ver­häng­nis­voll wäre es gewe­sen, wenn die­ser fal­sche Geist uner­kannt sein Unwe­sen in der jun­gen Gemein­de in Phil­ip­pi getrie­ben hät­te!

Die Gabe der Unter­schei­dung der Gei­ster ist nötig, weil der Teu­fel auch Wun­der tut und Gaben ver­leiht (Mt 7:15 – 23; 2Thess 2:9 – 11; Offb 13:11 – 15). Die Gabe der Gei­ster­un­ter­schei­dung gewinnt auf­grund der War­nun­gen Jesu vor fal­schen Pro­phe­ten und fal­schen Chri­stus­sen in der letz­ten Zeit (Mt 24:24) eine gros­se Bedeu­tung. Satan tarnt sich als „Engel des Lichts“ (2Kor 11:14).

Doch Jesus hat sei­ner Gemein­de eine Unter­schei­dungs­ga­be geschenkt, um sie vor sata­ni­schen Ver­füh­rungs­kün­sten zu schüt­zen. So kön­nen wir erken­nen, „ob wir es mit dem Geist der Wahr­heit oder mit dem Geist des Irr­tums und der Lüge zu tun haben“ (1Joh 4:6; vgl. auch 2Tim 4:3 – 4).


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Wozu benötigen wir das Charisma „Geister zu unterscheiden“?

Kaum ein Zeit­al­ter hat­te die­se Gabe so nötig wie das unse­ri­ge. Der Ein­fluss über das Inter­net, Social Media, Pod­casts, Mails, Radio, TV, Kon­fe­ren­zen und Bücher ist immens. Ein Irr­leh­rer kann so z. B. auf Eng­lisch nahe­zu die gan­ze Welt errei­chen. Gleich­zei­tig stump­fen wir durch den unend­li­chen Strom an Infor­ma­tio­nen und Sin­nes­ein­drücken ab und kön­nen immer weni­ger beur­tei­len, was biblisch wahr oder falsch, echt oder unecht, geist­lich oder ungeist­lich, hilf­reich oder ver­füh­re­risch ist. Doch nicht jeder spi­ri­tu­el­le Smoot­hie, den wir zu uns neh­men, schmeckt nach Jesus und ist gesund. Ist es da eine Fra­ge, ob die Gabe der Unter­schei­dung der Gei­ster nötig ist?

Die­se Gabe ist drin­gend nötig im geist­li­chen Gesche­hen in unse­ren Got­tes­dien­sten, in der Ver­kün­di­gung und Leh­re, im Wor­ship und Gesang, in der Aus­übung der Gna­den­ga­ben, in der Seel­sor­ge und im Gebet für Men­schen, im kirch­li­chen Leben und in der Dia­ko­nie. Auch da gilt: „Prüft alles und behal­tet das Gute! Das Böse aber – ganz gleich in wel­cher Form – sollt ihr mei­den.“ (1Thess 5:21 – 22)

Gera­de auch im Zusam­men­hang mit pro­phe­ti­scher Rede sagt der Apo­stel:

Von denen, die die­se Gabe haben, sol­len nur zwei oder drei das Wort ergrei­fen; die ande­ren ´Gläu­bi­gen‹ sol­len das Gesag­te beur­tei­len“ (1Kor 14:29; vgl. auch Röm 12:6!).

Es gibt unter dem Anspruch gei­ster­füll­ter Rede man­chen Irr­tum und man­che unbi­bli­schen Ver­spre­chen. Wir müs­sen daher ler­nen, die Stim­me Got­tes von der Stim­me des Ver­su­chers zu unter­schei­den. Dabei besteht das Prin­zip des Prü­fens dar­in, Got­tes Wort als Mass­stab an das Wort der Men­schen anzu­le­gen.

Mer­ken wir, wie weit unse­re Gleich­gül­tig­keit und fast gren­zen­lo­se Tole­ranz von bibli­schen Mass­stä­ben ent­fernt sind?

Chri­sten sol­len prü­fen, beur­tei­len und unter­schei­den. In der Apo­stel­ge­schich­te wer­den die Leu­te von Beröa mit fol­gen­den Wor­ten beson­ders gelobt:

Sie hör­ten sich auf­merk­sam an, was Pau­lus und Silas lehr­ten, und forsch­ten täg­lich nach, ob dies mit der Hei­li­gen Schrift über­ein­stimm­te (Apg 17:11)

Nach­for­schen, prü­fen und beur­tei­len! Weil die Ver­mi­schung aus Got­tes­geist und Men­schen­geist oder sogar dämo­ni­schem Geist so gefähr­lich ist. Denn so wird das geist­li­che Immun­sy­stem der Gemein­de aus­ser Kraft gesetzt und dem Geist des Irr­tums Tür und Tor geöff­net. Die Fol­gen davon kön­nen kata­stro­phal sein (vgl. 2Petr 2:1 – 3). Die Gabe der Gei­ster­un­ter­schei­dung ist daher abso­lut nötig.

Die­se heu­te weit­hin ver­ges­se­ne Tugend muss wie­der­ent­deckt wer­den, denn sie dient der Gesund­heit der Gemein­de Jesu Chri­sti. Gott gibt uns damit nicht nur eine Gabe, son­dern auch eine Auf­ga­be und die Ver­ant­wor­tung, sie zu gebrau­chen. Nach Johan­nes von Damas­kus (650 – 754 n. Chr.) ist die geist­li­che Urteils­fä­hig­keit «grös­ser als jede ande­re Tugend. Sie ist die Köni­gin und Kro­ne aller Tugen­den.»


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Wie soll nun das Ganze praktisch aussehen?

Gei­ster unter­schei­den zu kön­nen, soll­te zur Grund­kom­pe­tenz aller Chri­sten gehö­ren. Davon bin ich fest über­zeugt!

Obwohl alle Nach­fol­ger Chri­sti sich um ein geist­li­ches Unter­schei­dungs­ver­mö­gen bemü­hen soll­ten, haben im AT die Prie­ster (3Mo 10:10) und im NT Älte­ste, Leh­rer und Hir­ten der Gemein­de eine beson­de­re Ver­ant­wor­tung, über der bibli­schen Leh­re zu wachen (das sog. Wäch­ter­amt, vgl. 1Tim 4:16).

Doch nir­gends lehrt das Neue Testa­ment das „Amt des Gei­ster­un­ter­schei­ders“ (sie­he De Boor’s Korin­ther Kom­men­tar, Sei­te 204), son­dern ermu­tigt uns alle, nach den besten Gaben zu stre­ben (1Kor 14:1), also ganz sicher auch nach der Gabe der „Unter­schei­dun­gen von Gei­stern“ (in 1Kor 12:4 – 11 geht es um 9 Funk­tio­nen oder Tätig­kei­ten und nicht um Per­so­nen oder Ämter!).

Über­for­dert dich das?

Wenn es jeman­dem von euch an Weis­heit man­gelt zu ent­schei­den, was in einer bestimm­ten Ange­le­gen­heit zu tun ist, soll er Gott dar­um bit­ten, und Gott wird sie ihm geben (Jak 1:5).

Willst Du ein gutes Unter­schei­dungs­ver­mö­gen bekom­men? Dann stu­dier eif­rig Dei­ne Bibel! Denn sie ist der Mass­stab, an dem alles geprüft wer­den muss (vgl. 1Tim 6:3 – 4; Hebr 4:12). Sie ist die Grund­la­ge, um zwi­schen Irr­tum und Wahr­heit unter­schei­den zu kön­nen. Jeder Christ kann so ein geist­li­ches Unter­schei­dungs­ver­mö­gen ent­wickeln.

Nur wer im Wort Got­tes ver­wur­zelt ist, kann in unse­rer nach-christ­li­chen Zeit, die ihre Ethik auf dem per­sön­li­chen Nut­zen (Uti­li­ta­ris­mus) des Men­schen auf­baut, die Gei­ster unter­schei­den. Wir haben einen unge­heu­ren Vor­teil gegen­über der Urge­mein­de: Uns steht die gan­ze Bibel in schrift­li­cher Form zur Ver­fü­gung.

Wir dür­fen jedoch nicht nur immer Milch trin­ken oder einen Smoot­hie aus Losun­gen und Lob­preis schlür­fen. Um rei­fe und erwach­se­ne Chri­sten wer­den zu kön­nen, müs­sen wir auf der festen Spei­se der Bibel her­um kau­en, bis uns Got­tes Wort immer kla­rer wird und ganz durch­dringt.

Ein rei­fer Christ kann feste Nah­rung zu sich neh­men. Nur wer sei­ne Urteils­fä­hig­keit geschult hat, der kann auch zwi­schen Gut und Böse unter­schei­den. (Hebr 5:14)

Durch ste­ti­ge Übung kön­nen Du und ich – und auch die heu­ti­ge „Genera­ti­on Lob­preis“ – es ler­nen, ein geist­li­ches Unter­schei­dungs­ver­mö­gen zu ent­wickeln. So kannst Du dif­fe­ren­ziert wer­ten und unter­schei­den, was mensch­lich und was gött­lich ist. Denn nicht alle Gedan­ken und Emp­fin­dun­gen, die uns in den Sinn kom­men und plötz­lich auf­tau­chen, sind unmit­tel­bar vom Hei­li­gen Geist inspi­riert.

Und dann gibt es ja noch gewis­se Antei­le in mei­ner Per­son, die nicht völ­lig von Gott durch­drun­gen sind. Da gibt es Angst, Ober­fläch­lich­keit, Eitel­keit, Gel­tungs­be­dürf­nis, Stolz, Unrein­heit und vie­les mehr. Doch Jesus möch­te alle Schich­ten mei­nes Mensch­seins prä­gen und hei­li­gen (vgl. Rom 12:1 – 3!). Alles in mei­nem Leben soll IHM gehö­ren und zu Sei­ner Ehre allein die­nen. Auch mei­ne Mit­ar­beit in der Gemein­de!


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Einige biblische Kriterien zur Unterscheidung der Geister

Um erfolg­reich prü­fen zu kön­nen, braucht man einen guten und geeig­ne­ten Mass­stab. Hier ist er!

  • Ist das, was gesagt, gesun­gen oder geschrie­ben wird, in völ­li­ger Über­ein­stim­mung mit der Hei­li­gen Schrift?
  • Ist die Bibel die allei­ni­ge Glau­bens­grund­la­ge oder irgend­et­was ande­res (1Kor 4:6)?
  • Was wis­sen wir über den Ursprung der Sache, über die Quel­len, aus denen geschöpft wur­de?
  • Was wird über Jesus gesagt? Wird er nur als Mensch oder als Mensch gewor­de­ner Gott bezeugt (1Joh 4:1 – 3)? (Kon­zil von Chal­ce­don, 451 n.Chr.: wah­rer Mensch und wah­rer Gott)
  • Wird er klein gemacht oder steht er als HERR im Mit­tel­punkt (1Kor 12:3; Joh 16:14; Ps 115:1)?
  • Wird ein­sei­tig ein christ­li­ches Leben vol­ler Tri­umph, Sieg und Wohl­erge­hen abge­bil­det – oder wird der christ­li­che Weg durch Lei­den zur Herr­lich­keit auf­ge­zeich­net (Theo­lo­gie des Kreu­zes, Rom 8:18; Phil 1:29; Phil 3:10)?
  • Dient alles zum Wohl der Gemein­de und zum Bau des Rei­ches Got­tes (1Kor 12:7)?
  • Und Jesus sag­te: „Hütet euch vor den fal­schen Pro­phe­ten! Sie kom­men im Schafs­kleid zu euch, in Wirk­lich­keit aber sind sie rei­ßen­de Wöl­fe. An ihren Früch­ten wer­det ihr sie erken­nen“ (Mt 7:15 – 16). „Früch­te“ sind ja nach aus­sen sicht­ba­re Aus­wir­kun­gen des Inne­ren eines Men­schen (Joh 15:5 & Gal 5:19 – 25). Über die (ver­bor­ge­nen) Moti­ve eines Men­schen kön­nen und sol­len wir nicht urtei­len (1Kor 4:5).
  • Ent­spricht der Lebens­wan­del des Ver­kün­di­gers oder Gaben­trä­gers dem Neu­en Testa­ment (vgl. 2Tim 3:1 – 7)? Doch beach­te: Nobo­dy is per­fect, auch ich nicht!

Zum Schluss: einige hilfreiche Gebete

  • Herr Jesus, bit­te schenk mir ein ver­stän­di­ges Herz und ein Offen­sein für dei­ne Wege (vgl. 1Kö 3:9).
  • Herr, hilf mir, die Wahr­heit dei­nes Wor­tes und die Lügen der Welt zu unter­schei­den.
  • Herr, hilf mir, dei­ne Stim­me von der Stim­me des Ver­su­chers zu unter­schei­den. Ich will nur auf dei­ne Stim­me hören.
  • Herr, gib mir ein Ver­lan­gen nach dei­nem Wort, damit ich mich seh­ne nach dei­ner Unter­wei­sung, Füh­rung und Weis­heit. Du hast ver­spro­chen, dem­je­ni­gen Weis­heit zu geben, der dich dar­um bit­tet. Dan­ke, dass du mir so gern ein geist­li­ches Unter­schei­dungs­ver­mö­gen schen­ken möch­test.
  • Herr Jesus, rich­te mei­ne Ohren auf dein stil­les Reden, so dass mein sün­di­ges Herz über­führt, mei­ne Lebens­we­ge kor­ri­giert und mein Den­ken erneu­ert wird. Du bist nicht ein Anklä­ger, der mich ent­mu­ti­gen und ver­zwei­feln las­sen möch­te. Son­dern du bist mein Für­spre­cher, der mich durch das Wort sanft kor­ri­giert und mich auf dem rich­ti­gen Lebens­weg führt.

Amen!

Anmerkung des ‹Daniel Option›-Teams:

Wir dan­ken Pfr. Jür­gen Neid­hart, dass wir die­sen Arti­kel publi­zie­ren dür­fen. Vor eini­gen Mona­ten hat Jür­gen Neid­hart auch ein Buch mit 52 kur­zen Andach­ten publi­ziert: «Stär­ken­des See­len­fut­ter». Es gibt dazu auch eine Lese­pro­be. Herz­li­che Emp­feh­lung im Namen des «Dani­el Option»-Teams.

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