Toleranz oder Abgrenzung?

Paul Bruderer
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Wann sol­len wir die Mei­nung eines ande­ren Chri­sten ste­hen las­sen? In wel­chen Fäl­len stos­sen wir an eine Gren­ze? Das ‹Säu­len-Kon­zept› kann zu einem ehr­li­chen und fai­ren Umgang mit ande­ren Mei­nun­gen wei­ter hel­fen.

Wer die Evan­ge­li­en liest, stösst dort auf span­nen­de und hit­zig geführ­te Debat­ten inner­halb des Juden­tums zur Zeit von Jesus Chri­stus. Da gab es bei­spiels­wei­se die Sad­du­zä­er und Pha­ri­sä­er, wel­che sich nicht eini­gen konn­ten, ob es ein Leben nach dem Tod gibt oder nicht. Mat­thä­us 22,23 – 33 gibt uns Ein­blick in lusti­ge und nahe­zu sur­rea­le Aus­wüch­se die­ser Debat­te.

Ob es ein Leben nach dem Tod gibt, scheint mir eine gewich­ti­ge Fra­ge zu sein. Wir erken­nen, dass es mög­lich war, in wich­ti­gen Fra­gen unter­schied­li­cher Mei­nung zu sein und sich trotz­dem inner­halb des Juden­tums zu bewe­gen. Die ande­ren betrach­te­ten die Per­son, wel­che eine ande­re Mei­nung hat­te, immer noch als Juden. Mög­lich war dies bei einer Art von The­men, die ich hier mal die ‹Tole­ranz-The­men› nen­ne.

Dann gab es im Juden­tum das, was Micha­el Bird ‹Säu­len-The­men› nennt:

  • Mono­the­is­mus
  • Torah
  • Leh­re der Erwäh­lung Isra­els
  • Der Tem­pel
  • Das Land

Wenn ein Jude eine der Säu­len anta­ste­te (z.B. den Mono­the­is­mus über Bord warf), rutsch­te er in eine ande­re Reli­gi­on ab, näm­lich ins Hei­den­tum. Die Säu­len-The­men defi­nier­ten das Juden­tum und grenz­ten es von ande­ren Reli­gio­nen ab.

Mensch und Meinung unterscheiden

Es ist wich­tig, dass wir jeden Men­schen akzep­tie­ren unab­hän­gig davon, was sei­ne Mei­nung ist. In die­sem Sin­ne sol­len wir Tole­ranz für jeden Men­schen haben. Ich mei­ne damit mehr als nur ‹den Men­schen tole­rie­ren›: Wir sol­len jeden Men­schen anneh­men und ihm mit Wür­de begeg­nen, egal, was des­sen Reli­gi­on, Ras­se, sexu­el­le Ori­en­tie­rung oder poli­ti­sche Gesin­nung ist. Gemäss der Bibel sind Chri­sten gekenn­zeich­net durch fol­gen­de Art des Umgangs mit Men­schen der eige­nen Reli­gi­on und mit Men­schen ande­rer reli­giö­ser Über­zeu­gung:

Sie sol­len über nie­mand schlecht reden und kei­nen Streit suchen, son­dern fried­fer­tig sein und allen Men­schen mit auf­rich­ti­ger Freund­lich­keit begeg­nen. (Titus 3,2)

Wenn wir einem Men­schen auf die­se Wei­se begeg­nen, heisst es nicht, dass wir mit des­sen Mei­nung ein­ver­stan­den sein müs­sen. Wie gehen wir dann mit der ande­ren Mei­nung um?

Toleranz

Pho­to by Balz

Bei den ‹Tole­ranz-The­men› inner­halb des Chri­sten­tums soll­ten wir Streit ver­mei­den und die ande­re Mei­nung ent­spannt ste­hen las­sen. Pau­lus schreibt zu Chri­sten, wie sie unter­ein­an­der agie­ren sol­len:

Nehmt den an, der im Glau­ben schwach ist, und strei­tet nicht mit ihm über unter­schied­li­che Mei­nun­gen. (Römer 14,1)

Bei die­sen The­men soll­ten Chri­sten ein­an­der gegen­über tole­rant sein und erken­nen, dass die gegen­über­ste­hen­de Per­son grund­sätz­lich dem­sel­ben Glau­ben zuge­hö­rig ist, auch wenn sie an bestimm­ten Punk­ten eine ande­re Mei­nung hat.

In unse­rer Zeit gehö­ren für Chri­sten aus mei­ner Sicht vie­le The­men in die­se ‹Tole­ranz-Kate­go­rie›. Ich den­ke, die Fra­ge der Rol­le der Frau gehört dazu, die Debat­te über Schei­dung und Wie­der­ver­hei­ra­tung, Fra­gen über die Abfol­ge der End­zeit, der Kon­ti­nui­tät und Dis­kon­ti­nui­tät zwi­schen die­ser und der näch­sten Welt. Es gibt vie­le The­men mehr.

Abgrenzung

Aber was ist, wenn mein Gegen­über an einer Säu­le rüt­telt? Was ist, wenn mein Freund anfängt Über­zeu­gun­gen auf­zu­ge­ben, die zen­tral zum christ­li­chen The­is­mus gehö­ren, ihn stüt­zen und ihn unter­schei­den von ande­ren Reli­gio­nen?

Der­sel­be Pau­lus, der vor­hin dazu auf­ge­ru­fen hat, kei­nen Streit über Mei­nun­gen vom Zaun zu reis­sen, schreibt:

Nehmt euch vor denen in Acht, die euch mit einer lee­ren, trü­ge­ri­schen Phi­lo­so­phie ein­fan­gen wol­len, mit Anschau­un­gen rein mensch­li­chen Ursprungs, bei denen sich alles um die Prin­zi­pi­en dreht, die in die­ser Welt herr­schen, und nicht um Chri­stus. (Kolos­ser 2,8)

Johan­nes ruft in sei­nem ersten Brief Chri­sten ein­dring­lich dazu auf, sich in der Leh­re gegen­über bestimm­ten Grup­pen abzu­gren­zen. Hier ein Bei­spiel, wie das klingt:

Lie­be Freun­de, glaubt nicht jedem, der behaup­tet, sei­ne Bot­schaft sei ihm von Got­tes Geist ein­ge­ge­ben, son­dern prüft … An Fol­gen­dem könnt ihr erken­nen, ob jemand sich zu Recht auf Got­tes Geist beruft: Wer sich zu Jesus Chri­stus als zu dem bekennt, der ein Mensch von Fleisch und Blut gewor­den ist, hat den Geist, der von Gott kommt. Wer sich nicht zu Jesus bekennt, hat nicht den Geist, der von Gott kommt. Aus ihm spricht viel­mehr der Geist des Anti­christs. (aus 1. Johan­nes 4,1 – 6)

Die ersten Chri­sten lieb­ten alle Men­schen, doch in der Leh­re grenz­ten sie sich an den ‹Knack­punk­ten›, oder eben bei den ‹Säu­len-The­men›, in aller Deut­lich­keit ab.

Wir dür­fen heu­te in aller Ent­spannt­heit und Klar­heit das­sel­be tun. Geben wir doch ehr­lich zu: Wenn eine Per­son in einem ‹Säu­len-The­ma› grund­le­gend ihre Mei­nung ändert, wech­selt sie damit in eine ande­re Reli­gi­on. Bart Cam­po­lo hat die Ehr­lich­keit gehabt zuzu­ge­ben, dass er die­sen Punkt erreicht hat. Ich fin­de ihn dar­in vor­bild­lich!

Natür­lich wer­den wir die­ser Per­son gegen­über nicht into­le­rant! Die­se Per­son ist wei­ter­hin mein Freund, wir lie­ben und akzep­tie­ren ein­an­der. Aber wir soll­ten uns von sei­ner grund­le­gend ande­ren Mei­nung abgren­zen kön­nen, ohne gleich als ‹into­le­ran­ter Fun­di› ver­schrien zu wer­den.

Wenn dies alles auch nur ansatz­wei­se in die rich­ti­ge Rich­tung geht, ist dies eine wich­ti­ge Fra­ge: Was sind heu­te die ‹Säu­len-The­men›?

Was sind die ‹Säulen-Themen›?

Pho­to by Dani­el Pra­do on Uns­plash

Aus mei­ner Sicht ist eines der Säu­len-The­men für Chri­sten die Unter­schei­dung von Schöp­fer und Geschöpf. Es ist die bibli­sche Über­zeu­gung, dass der Schöp­fer in einer ande­ren Seins-Kate­go­rie exi­stiert als alles, was er erschaf­fen hat. Theo­lo­gen nen­nen das Got­tes Tran­szen­denz. Das Bekennt­nis der Bibel ist:

Uns­re Hil­fe steht im Namen des HERRN, der Him­mel und Erde gemacht hat. (Psalm 124,8)

Fol­gen­de berühm­te Aus­sa­gen unter­strei­chen: Gott ist der Schöp­fer von allem, was aus­ser­halb sei­ner selbst exi­stiert. Und weil er der Schöp­fer ist, befin­det er sich in einer ande­ren Seins-Kate­go­rie als alles ande­re:

»Mit wem also wollt ihr mich ver­glei­chen? Wer ist mir gleich?«, fragt der Hei­li­ge. Blickt zum Him­mel hin­auf und schaut. Wer hat erschaf­fen, was ihr da seht? Er bestimmt die Zahl der Ster­ne, die auf­ge­hen und nennt jeden bei sei­nem Namen. Durch sei­ne gro­ße Kraft und die Fül­le sei­ner Macht fehlt kei­ner von ihnen. War­um also sagst du, Jakob, und du, Isra­el: »Der Herr weiß nicht, wie es mir geht, und mein Recht ist ihm egal.«? Weißt du es denn nicht? Hast du denn nicht gehört? Der Herr ist ein ewi­ger Gott, der Schöp­fer der gan­zen Erde. Er wird nicht matt oder müde. Sein Ver­stand ist uner­gründ­lich. (Jesa­ja 40,25 – 28)

Bei­de Tex­te brin­gen wun­der­bar zum Aus­druck, dass uns Got­tes Anders­ar­tig­keit als Schöp­fer unend­lich zugu­te kommt. Sie ist der Grund, war­um Gott uns Heil brin­gen kann (Psalm 124,8). Sie ist der Grund, wes­halb Gott weiss, wie es uns geht, Kraft hat zu hel­fen, Weis­heit hat, wenn wir kei­ne mehr haben (Jesa­ja 40).

Got­tes Tran­szen­denz ist der Aus­gangs­punkt für eini­ge wich­ti­ge Über­zeu­gun­gen von Chri­sten. Nur weil Gott aus­ser­halb des erschaf­fe­nen Uni­ver­sums exi­stiert, kann:
  • die Bibel sein inspi­rier­tes und auto­ri­ta­ti­ves Wort sein
  • Jesus Chri­stus von den Toten auf­er­stan­den sein
  • sei­ne neue Schöp­fung in der Ewig­keit (von vie­len fälsch­li­cher­wei­se ‹der Him­mel› genannt) real sein
  • unser Heil in Gott selbst gesi­chert sein und nicht von unse­rer mensch­lich-reli­giö­sen Lei­stung abhän­gen
  • Gerech­tig­keit für alle Men­schen Teil unse­rer Hoff­nung sein
  • die Wür­de aller Men­schen (ab der Zeu­gung!) ein Men­schen­recht sein

Beim letz­ten Punkt möch­te ich eines von vie­len Bei­spie­len her­aus­picken. Es waren Chri­sten, wel­che die am Fluss Tiber aus­ge­setz­ten Säug­lin­ge, Kran­ken und Altern­den von Rom sam­mel­ten, pfleg­ten und ihnen eine Exi­stenz gaben. Die römi­sche Welt­an­schau­ung hat­te kei­nen Platz für die Sor­ge der Schwa­chen. Es brauch­te Men­schen, die an einen Schöp­fer-Gott glaub­ten, der alle Men­schen nach sei­nem Bild erschaf­fen hat, um die­se him­mel­schrei­en­den Umstän­de zu ändern. Mehr Infor­ma­ti­on dazu in einem Arti­kel der Chri­sti­an Histo­ry Maga­zi­ne.

John Adams war der zwei­te Prä­si­dent der USA. In einem Brief schrieb er, dass die Hebrä­er mehr zur Zivi­li­sa­ti­on der Mensch­heit bei­getra­gen hat­ten als alle ande­ren Natio­nen. Sie hat­ten das sei­ner Mei­nung nach getan wegen ihrer Leh­re …

eines höch­sten, intel­li­gen­ten, wei­sen und all­mäch­ti­gen Regen­ten des Uni­ver­sums, von dem ich glau­be, dass es das Fun­da­ment aller Ethik ist und fol­ge­des­sen der Aus­gangs­punkt aller Zivi­li­sa­ti­on. (sie­he Link)

Auch wenn man nicht jeman­dem glau­ben soll­te, nur weil er Prä­si­dent der USA ist, haben wir hier eine Ein­sicht, die uns ins Nach­den­ken brin­gen muss. Es ist die Behaup­tung, dass der Unter­schied Schöp­fer-Geschöpf wesent­lich ist für die Begrün­dung aller mensch­li­cher Ethik und dem­zu­fol­ge aller Zivi­li­sa­ti­on.

Wer den wesens­mäs­si­gen Unter­schied zwi­schen Gott und sei­ner Schöp­fung auf­gibt, ver­liert mei­ner Mei­nung nach alle oben genann­ten Punk­te. Die Tran­szen­denz Got­tes ist ein ‹Säu­len-The­ma›. Für Chri­sten und deren Theo­lo­gen ist das Gebot der Stun­de, den wesens­mäs­si­gen Unter­schied zwi­schen Schöp­fer und Geschöpf auf­recht zu erhal­ten. Selbst­ver­ständ­lich sol­len wir dabei die Nähe Got­tes nicht auf­ge­ben (sei­ne Imma­nenz). Doch aktu­ell ist die Beto­nung von Got­tes wesens­mäs­si­gem Unter­schied zu allem, was er erschaf­fen hat, äus­serst wich­tig.

Andere Religionen

Das ‹Säu­len-Modell› funk­tio­niert auch für ande­re Welt­an­schau­un­gen, denn jede Welt­an­schau­ung hat zen­tra­le Über­zeu­gun­gen (Säu­len) und Tole­ranz-The­men. Ich plä­die­re für eine zwei­fa­che Ent­span­nung respek­ti­ve für Ehr­lich­keit.

Ange­hö­ri­ge jeder Welt­an­schau­ung soll­ten ehr­lich zuge­ben, dass die­se ‹Tole­ranz-The­men› hat. Bezüg­lich die­sen The­men soll­te einer anders­den­ken­den Per­son der Glau­be nicht abge­spro­chen, son­dern sei­ne Mei­nung als mög­li­che Alter­na­ti­ve ange­se­hen wer­den.

Sie soll­ten aber auch ehr­lich zuge­ben, dass ihre Welt­an­schau­ung Gren­zen hat (die ‹Säu­len-The­men›). Wer behaup­tet, es gebe sie nicht, ist mei­ner Mei­nung nach nicht ehr­lich. Wer die Rea­li­tät die­ser Gren­zen aner­kennt, soll­te eben­so ehr­lich zuge­ben: Wenn jemand die Mei­nung bei einem Säu­len-The­ma ändert, dann behei­ma­tet sich die­se Per­son neu in einer grund­le­gend ande­ren Reli­gi­on.

14 Comments
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    Claudia 2 Wochen ago
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    Lie­ber Paul, vie­len Dank für dei­ne umfas­send argu­men­tier­ten Erläu­te­run­gen. Ger­ne wür­de ich dem mei­ne Gedan­ken hin­zu­fü­gen.
    Tole­ranz ist gemäss Defi­ni­ti­on auf Din­ge und Aspek­te bezo­gen, Lie­be und Gna­de jedoch auf den Mit­men­schen. Ich den­ke die Bibel zeigt uns, wie­so die­se Tren­nung zwi­schen Sicht­wei­se und Mensch wich­tig ist, und auch ob wir Tole­ranz, oder Lie­be und Gna­de als Leit­bild für unser Ver­hal­ten neh­men soll­ten.
    Die Lie­be leben zu ler­nen, die Jesus uns als Vor­bild vor­ge­lebt hat, heisst (Ehr)Furcht vor Gott zu haben und an ober­ster Stel­le die Not­wen­dig­keit zu set­zen, sich nach sei­nem Wil­len ver­hal­ten zu wol­len. Ein Leben geprägt durch Tole­ranz kann jedoch den Mit­men­schen und sei­ne Sicht­wei­se höher stel­len als Gott. Dadurch wird tole­ran­tes Ver­hal­ten leicht beein­fluss­bar durch die Angst, vor den Men­schen nicht ange­se­hen zu sein und nicht als tole­rant zu gel­ten. Wenn wir mit der Richt­li­nie leben, uns gegen­sei­tig Got­tes Lie­be und Gna­de ent­ge­gen­zu­brin­gen, dann ver­hal­ten wir uns also in bestimm­ten Situa­tio­nen unter Umstän­den kom­plett unter­schied­lich, als wenn wir den Wert der Tole­ranz leben.
    Auf sprach­li­cher Ebe­ne könn­te dies viel­leicht als klei­ner Unter­schied bezeich­net wer­den, bezüg­lich der Antriebs­kraft die dahin­ter­steckt, ist es jedoch ein abso­lut ent­schei­den­der Unter­schied. Anzu­stre­ben ist daher mei­ner Mei­nung nach, uns lie­bend und gnä­dig einem Mit­men­schen gegen­über zu ver­hal­ten, bei Unei­nig­kei­ten aber auf Gott zu hören, und von ihm Weis­heit zu erbit­ten und zu prü­fen, was dies in der ein­zel­nen Situa­ti­on im Kon­takt mit einem Mit­men­schen, für unser Ver­hal­ten und unse­re mög­li­chen Äus­se­run­gen bedeu­tet.

    Herz­li­che Grüs­se, Clau­dia

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    ALexander Pollhans 2 Monaten ago
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    Hal­lo, hab den Ein­trag heu­te gele­sen und fra­ge mich, ob wir nicht bei man­chen Fra­ge­stel­lun­gen nicht nach neu­en Lösun­gen, son­dern auf bewähr­te zurück­grei­fen soll­ten? Das apo­sto­li­sche Glau­bens­be­kennt­nis bspw. hat­te m. W. n. genau die Funk­ti­on, das, was Du, wenn ich Dich rich­tig ver­ste­he, «Säu­len» nennst, zu beschrei­ben. Aber gera­de im frei­kirch­lich-christ­li­chen Spek­trum erle­be ich, dass man mit dem Auf­neh­men neu­er «For­men» (z. B. von Got­tes­dienst) Altes über Bord wirft. Ich den­ke, dass es da eini­ges wie­der­zu­ent­decken gäbe…

    • Paul Bruderer
      Paul Bruderer 2 Monaten ago
      Reply

      Hi Alex­an­der — ich bin in vie­len mit dir einig. Ich den­ke das Apo­sto­li­kum war eine Art, wie die Chri­sten damals die ‹Säu­len› defi­nier­ten — also das, was so zen­tral ist, dass man es nicht auf­ge­ben darf. Ich hal­te viel vom Apo­sto­li­kum gera­de auch in die­ser Hin­sicht. Es fängt ja auch genau mit dem Punkt an, den ich im Arti­kel erwäh­ne: «Ich glau­be an Gott den Vater, den SCHÖPFER des Him­mels und der Erde».

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    Michael Berra 2 Monaten ago
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    Ps: (kannst das gern auch wie­der löschen)
    Könn­tet ihr kei­ne Benach­rich­ti­gungs­funk­ti­on für Kom­men­ta­re akti­vie­ren, damit man weiss, ob jemand geant­wor­tet hat oder so? Wär hilf­reich und wür­de das Gespräch ankur­beln…

    • Paul Bruderer
      Paul Bruderer 2 Monaten ago
      Reply

      thx für den Tipp Micha — ich klär’s mit mei­nem Web­ma­ster — mei­nem Bru­der­herz 🙂

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    Matthias Teh 2 Monaten ago
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    Span­nen­der Arti­kel. Das Säu­len­prin­zip ist dann wohl gute Ergän­zung zur Hier­ar­chie der Wahr­heit. Das Kon­zept von Brun­ner ist auch span­nend. Da muss ich mal nach­for­schen.

    Ich fin­de den Arti­kel nicht wirk­lich als «con­tra» son­dern als «pro». Zudem glau­be ich, dass man nicht das Gute lie­ben kann ohne das Böse zu has­sen (PS 97,10 / Spr 8,13 / Am 5,15 / Röm 12,9) sprich: Es ist ganz gut auch mal Din­gen zu wider­spre­chen. Auch glau­be das fehlt unse­rer Zeit extrem! Wider­spruch ist nicht zwin­gend Lieb­lo­sig­keit.

    • Paul Bruderer
      Paul Bruderer 2 Monaten ago
      Reply

      Thx Mat­thi­as für dein Feed­back! Kannst du erklä­ren was du meinst mit ‹Hier­ar­chie der Wahr­heit›? Ich wür­de ger­ne mehr dar­über hören

    • Avatar
      Michael Berra 2 Monaten ago
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      Mat­thi­as, das Gesetz der Bezie­hungs­nä­he fin­dest du über­all bei Brun­ner, aber vor allem in “Offen­ba­rung und Ver­nunft” — dort bezieht er es vor allem auf die pot. Rele­vanz einer christ­li­chen Phi­lo­so­phie und auch auf den Zusam­men­hang von Wis­sen­schaft und Glaube/Theologie.
      Ps: Natür­lich darf man auch con­tra geben und das ist wich­tig. Die Fra­ge ist ob pri­mär gegen etwas oder für etwas gekämpft wird — ich glau­be das ist ein klei­ner aber fei­ner Unter­schied… by the way kann man die Ent­wick­lung vom con­tra zum pro auch in der Bio­gra­phie von Brun­ner schön beob­ach­ten… ein­fach damit ich ihn mal wie­der erwähnt habe; ist ja schon lan­ge her 😉 …

      • Paul Bruderer
        Paul Bruderer 2 Monaten ago
        Reply

        Micha, die Funk­ti­on soll­te jetzt akti­viert sein — wenn du magst, probier’s doch mal aus. Wir kön­nen nach­her dei­ne ent­spre­chen­de Nach­richt wie­der löschen

        • Avatar
          Michael Berra 2 Monaten ago
          Reply

          Per­fekt. Hel­den. & Wor­d­Press halt 😉
          PS: hast du eigent­lich schon mal auf mei­nem Blog, den ich nach lan­ger Zeit wie­der mal reak­ti­viert habe rum­ge­schnup­pert? http://​www​.ber​ras​pek​ti​ven​.ch

          • Paul Bruderer
            Paul Bruderer 2 Monaten ago

            ich schnup­pe­re äus­serst ger­ne in dei­nem blog! ich wuss­te nichts davon! thx für den hin­weis

  5. Avatar
    Michael Berra 2 Monaten ago
    Reply

    Span­nen­de und hilf­rei­che Gedan­ken. Dan­ke. Auch wenn man bei den Schluss­fol­ge­run­gen aus der Tran­szen­denz Got­tes noch etwas wei­ter dis­ku­tie­ren dürf­te…
    Viel­leicht als Inspi­ra­ti­on und Ergän­zung: der Zür­cher Theo­lo­ge Emil Brun­ner hat­te kein Säu­len­kon­zept, son­dern das „Prin­zip der Bezie­hungs­nä­he“, das man sich als kon­zen­tri­sche Krei­se um ein Zen­trum vor­stel­len kann. Im Zen­trum ist die Selb­stof­fenba­rung Got­tes in Chri­stus (und unse­re Ver­bin­dung mit ihm). Alles wei­te­re ist in mehr oder weni­ger Bezie­hungs­nä­he dazu. Je näher am Zen­trum desto mehr Kampf­geist. Je wei­ter draus­sen, desto weni­ger braucht es eine spe­zi­fisch „christ­li­che“ Sicht.

    Ps: toll wie ihr die­sen Blog auf­gleist und mit wel­cher Lei­den­schaft ihr dabei seid. Bewegt mich auch, dass ihr das als Brü­der tut. Obwohl ich den Gedan­ken hin­ter „Dani­el Opti­on“ ver­ste­he, hof­fe ich, dass der Groo­ve in Zukunft etwas “con­tra“ son­dern mehr „pro“ sein wird. Das als per­sön­li­ches und wohl­wol­len­des Feed­back.

    • Paul Bruderer
      Paul Bruderer 2 Monaten ago
      Reply

      Hi Michi! Habe mich gefreut dass du den Bei­trag gele­sen hast und dir Zeit genom­men hast, zu schrei­ben! Ja bei der Tran­szen­denz gibt es viel Platz wei­ter­zu­den­ken. Wür­de mich freu­en, wenn du einen Vor­schlag machen wür­dest!
      Emil Brun­ner ken­ne ich lei­der zu wenig. Ich wer­de mir das bei Gele­gen­heit anschau­en. Das klingt für mich auf den ersten Blick nach einer Vari­an­te von Paul Hiebert’s Set-Theo­rie. Du fin­dest sie auf Sei­te 8 hier: https://​www​.the​foxton​cent​re​.co​.uk/​w​p​-​c​o​n​t​e​n​t​/​u​p​l​o​a​d​s​/​2​0​1​3​/​1​0​/​M​i​s​s​i​o​n​-​i​n​-​C​o​n​t​e​x​t​.​pdf
      Ich per­sön­lich hal­te viel vom ‹extrin­sic fuz­zy set› weil es auf die Bezie­hung zu Jesus fokus­siert. Ein Schlüs­sel ist dabei aber etwas, was aktu­ell an vie­len Orten pro-aktiv aus­ge­klam­mert wird: das Pro­po­si­tio­na­le. Man sagt, dass wir pro­po­si­tio­na­le Wahr­heits­aus­sa­gen mei­den soll­te. Die­se sind jedoch aus mei­ner Sicht wich­tig, um fest­zu­hal­ten WELCHEN Chri­stus wir mei­nen, der sich im Zen­trum befin­den soll.
      Dan­ke für dei­nen freund­schaft­li­chen Rat. Den wer­den wir befol­gen 🙂 Gleich­zei­tig freue ich mich, wenn Brü­der und Schwe­ster in unse­rer Zeit etwas mehr Mut zei­gen, den Kopf hin­zu­hal­ten wenn es um The­men geht, die aktu­ell den Glau­ben von Chri­sten beson­ders angreift.

      • Avatar
        Michael Berra 2 Monaten ago
        Reply

        Dan­ke für den Link. Wer­de das ger­ne mal bei Gele­gen­heit anschau­en…
        Des­halb erwäh­ne ich Brun­ner ja 🙂 … ich fin­de, der soll­te wie­der mehr Beach­tung fin­den. Du erwähnst genau den Knack­punkt: wel­cher Chri­stus und wel­che Rol­le hat dar­in prop. Wahr­heit? (dort spielt dann auch das Ver­ständ­nis der Bibel eine zen­tra­le Rol­le). Da hat Brun­ner viel Gutes dazu geschrie­ben und wur­de auch oft miss­ver­stan­den. Die Lösung zwi­schen Sub­jek­ti­vis­mus und Objek­ti­vis­mus ist recht ver­stan­de­ne “Bezie­hung” (v.a. In Brunner’s “Wahr­heit als Begeg­nung”). Viel­leicht gibt es ja mal einen gemein­sa­men Kaf­fee irgend­wann 🙂 — wär toll!

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