Multikulturelle Gemeinde persönlich erlebt!

Paul Bruderer
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Wie erle­ben inter­na­tio­na­le Men­schen die Bedeu­tung der mul­ti­kul­tu­rel­len Gemein­de? Ist es schwie­rig oder ein­fach, eine sol­che Kul­tur in den Gemein­den zu för­dern? Sind sie über­haupt offen für Men­schen ande­rer Ras­sen? In die­sem Arti­kel erzäh­len Joy, Mile­na, Bri­git­te & Jim­my, Johan­nes und Kurt per­sön­lich aus ihrem Erle­ben und Den­ken!

In unse­rem Grund­satz-Arti­kel zei­gen wir, dass in der Gemein­de von Jesus Men­schen aus jeder Ras­se will­kom­men sind. In einem wei­te­ren Arti­kel zei­gen wir auf, wie Gemein­de­bau in einem Mul­ti­kul­tu­rel­len Umfeld gelin­gen kann. Der mul­ti-kul­tu­rel­le Wesens­zug gehört zur DNA der christ­li­chen Gemein­de und muss unbe­dingt geför­dert und per­sön­lich erlebt wer­den! Genies­se in die­sem Arti­kel die per­sön­li­chen Berich­te fol­gen­der Per­so­nen:

In zwei ergän­zen­den Arti­keln zei­gen wir, wie Men­schen die Schön­heit der mul­ti­kul­tu­rel­len Gemein­de von Jesus erle­ben und wie Gemein­de­bau in einem Mul­ti­kul­tu­rel­len Umfeld gelin­gen kann.

Kurt Beut­ler ist Schwei­zer evan­ge­li­scher Theo­lo­ge, mit einer Ägyp­te­rin ver­hei­ra­tet, Pastor, Ara­bist, Islam­ken­ner und Buch­au­tor. Kurt hat erlebt, dass Hass zwi­schen Ras­sen über­wun­den wer­den kann.

Mile­na Šel­em­ba ist Schwei­ze­rin und mit Dado aus Bos­ni­en ver­hei­ra­tet, Pasto­rin und Mut­ter. Mile­na weiss aus eige­ner Erfah­rung, wie berei­chernd und gleich­zei­tig her­aus­for­dernd es ist, als aus­län­di­sche Per­son in einer Gemein­de zu sein.

Ner­lan­de Joy Gba­ti aus Hai­ti, Sän­ge­rin und Mut­ter, ist als Schwar­ze in Frank­reich bei Weis­sen auf­ge­wach­sen. Nadou erlebt in der Inter­na­tio­na­len Kir­che Thur­gau ein Stück Him­mel auf Erden.

Bri­git­te und Jim­my Fer­nan­dez kom­men aus der Schweiz und aus Boli­vi­en. Bri­git­te hat Sozi­al­wis­sen­schaf­ten und Jim­my Elek­tro­tech­nik stu­diert. Sie haben sich 2011 in Boli­vi­en ken­nen­ge­lernt wo sie nach ihrer Hoch­zeit zusam­men gedient haben. Sie woh­nen seit 2018 in der schö­nen Schweiz und bau­en hier an Got­tes Reich. Sie erle­ben, wie sie als Aus­län­der durch Teil­nah­me an einer loka­len Gemein­de in ihrem Glau­ben gewach­sen sind.

Kurt Beutler: Achtung, es wird scharf geschossen!

Kur­den, Chri­sten und Ara­ber sol­len im glei­chen Heim leben, Tür an Tür, mit gemein­sa­mer Küche und Toi­let­ten. Ist das mög­lich in der Schweiz, obwohl sie doch gera­de wegen die­sen Leu­ten ihre Hei­mat und gelieb­te Men­schen ver­lo­ren haben? Seit hun­der­ten von Jah­ren gehen die Krie­ge zwi­schen ihnen wei­ter und hören nicht mehr auf. Sie has­sen sich zutiefst, auch wenn sie bei jeder Gele­gen­heit das Gegen­teil beteu­ern.

Ein Palä­sti­nen­ser träumt, dass er in die Feri­en fliegt. Er sieht sich im Flug­zeug sit­zen und wun­dert sich, wohin es geht. Suchend rich­tet sich sein Blick nach oben. Da ent­deckt er plötz­lich die weiss-blaue Flag­ge mit dem Stern in der Mit­te. Nun wird ihm klar, dass er in einer Maschi­ne der El-Al sitzt und nach Isra­el fliegt! Dabei fühlt er sich aber sehr wohl. Als er auf­wacht, weint er vor Freu­de. Von da an ver­spürt er nicht mehr Hass, son­dern eine selt­sa­me Lie­be zum Volk der Juden.

Es ist ihm klar, dass nur Gott hin­ter die­sem Traum stecken kann. Doch sei­ne Freun­de ver­ste­hen sei­ne Ver­än­de­rung nicht. Sie hat­ten kei­nen der­ar­ti­gen Traum und alle sei­ne Ver­su­che, Brücken zu bau­en, füh­ren nur zu neu­en Ver­let­zun­gen. Es ist kei­nes­wegs ein­fach, Vor­ur­tei­le, genera­tio­nen­lan­gen Hass und geei­ter­te Ver­let­zun­gen zu über­win­den. Auch in der Kir­che nicht. Wer sich nicht bewusst ist, auf was er sich da ein­lässt, wird tief ent­täuscht wer­den.

Es ist viel ein­fa­cher, mono­kul­tu­rel­le Gemein­den zu bau­en – Gemein­den mit nur einer Kul­tur. Dazu braucht man auch viel weni­ger Hei­li­gen Geist. Die Leu­te pas­sen natür­li­cher­wei­se zusam­men und müs­sen sich auch nicht ver­än­dern. Die Ein­heit, die dabei ent­steht, ist aber eine ober­fläch­li­che, weil es nur eine eth­nisch und kul­tu­rell Ein­heit ist. Es ist kei­ne geist­li­che, son­dern eine äus­ser­li­che Schein­ein­heit ohne Tief­gang. Die Leu­te kön­nen wei­ter­hin die Vor­ur­tei­le und den alten Hass in ihren Her­zen pfle­gen und mit sich tra­gen. Sie kön­nen auch in die Kir­che kom­men, ohne zu lie­ben.

Inter­kul­tu­rel­le Gemein­den kann man nur bau­en, wenn man die Mör­der­gru­ben in den Her­zen aus­räu­chert, und dies als gros­sen Erfolg fei­ern kann. Das ist schwie­rig. Es ist wohl eines der Pro­ble­me die­ser Welt, die nur Jesus höchst­per­sön­lich lösen kann. Nur durch die Lie­be des Hei­lan­des kön­nen die Grä­ben zwi­schen den Völ­kern über­wun­den wer­den, denn er hat am Kreuz sein Leben sowohl für Ira­ner als auch Afgha­nen, für Hutus wie auch Tut­sis, für Ame­ri­ka­ner, aber auch Rus­sen und für Ange­hö­ri­ge aller indi­schen Kasten gege­ben. Aber ehr­lich gesagt: Es gibt Leu­te, die sich nie dar­auf ein­las­sen, auch wenn sie gläu­big wer­den. Auto­ma­tisch läuft das nir­gends ab. Es braucht enor­me Seel­sor­ge- und Ver­ge­bungs­ar­beit, um die Ver­ach­tung und den Hoch­mut der Völ­ker gegen­ein­an­der zu über­win­den. Doch die Chan­ce ist da. Wer es tut, der ist wirk­lich Salz für die­se Erde und tut etwas, was die Welt ver­än­dert. Und wenn wir alle mit Chri­stus gekreu­zigt sind, so gibt es kei­ne gra­vie­ren­den kul­tu­rel­len Unter­schie­de mehr.

Vor dem Thron Got­tes wer­den der­einst Men­schen aus allen Völ­ker ste­hen. Kei­ner bes­ser als der ande­re, denn sie sind alle erlö­ste Sün­der, und kön­nen dort nicht ste­hen, weil sie Schwei­zer sind oder aus nobler Fami­lie stam­men, son­dern weil sie durch das kost­ba­re Blut Jesu erkauft sind. Sie alle wer­den sich zu Boden wer­fen vor dem Lamm, das sie geret­tet hat. Wenn in unse­ren heu­ti­gen Gemein­den ein Stück davon erlebt und sicht­bar wer­den darf, ist das ein Vor­ge­schmack auf Him­mel!

Milena Šelemba: Nach Bosnien und zurück

Schon die Anfän­ge der ersten Gemein­de sind mul­ti-eth­nisch. In Apo­stel­ge­schich­te 2 lesen wir davon, dass die zurück­ge­blie­be­nen Jün­ger Jesu mit dem Hei­li­gen Geist erfüllt wur­den und anfin­gen in Spra­chen zu reden, so dass die anwe­sen­den Fest­be­su­cher, die aus den ver­schie­den­sten Län­dern ange­reist waren (in den Ver­sen 8 – 12 lesen wir davon), ihre eige­ne Spra­che hör­ten. Got­tes Ziel mit der neu­en Gemein­de war von Beginn weg, alle Natio­nen zu errei­chen. In Apo­stel­ge­schich­te 1,8 lesen wir: «Ihr wer­det die Kraft des hei­li­gen Gei­stes emp­fan­gen, der auf euch kom­men wird, und wer­det mei­ne Zeu­gen sein in Jeru­sa­lem und in ganz Judäa und Sama­ri­en und bis an das Ende der Erde.» In Apo­stel­ge­schich­te 8 wird die­ser Vers bereits Rea­li­tät: Die Ver­fol­gung setzt ein und die Gemein­de in Jeru­sa­lem zer­streut sich. Spä­ter begin­nen die Mis­si­ons­rei­sen von Pau­lus – und das zu einer Zeit, wo Rei­sen weit­aus beschwer­li­cher war als für uns heu­te!

Wir erle­ben heu­te eine Gegen­be­we­gung wie noch nie zuvor – eine regel­rech­te Völ­ker­wan­de­rung, die zur Fol­ge hat, dass die Men­schen ande­rer Kul­tu­ren direkt vor unse­rer Haus­tü­re leben. Natür­lich bringt das vie­le Pro­ble­me mit sich und die Ent­wick­lung an und für sich ist extrem schwie­rig. Trotz­dem sehe ich, als ein Mensch, den ande­re Kul­tu­ren fas­zi­nie­ren, gros­se Chan­cen in unse­rer Zeit, nicht nur für die Men­schen, die zu uns kom­men, son­dern auch für uns als Chri­sten und Gemein­den.

Die grund­sätz­li­che Fra­ge, die sich dabei wohl stellt, ist die Fra­ge: Was lösen Men­schen aus ande­ren eth­ni­schen Hin­ter­grün­den und Reli­gio­nen bei uns aus? Machen sie uns Angst, weil wir ihr Den­ken, ihre Tra­di­tio­nen, ja ihre gan­ze Art zu leben nicht ver­ste­hen? Könn­te es viel­leicht sogar sein, dass es ihnen im Blick auf ihre Gast­kul­tur ähn­lich geht und dass wir genau dar­um Schrit­te auf sie zutun müs­sen, damit sie hier Fuss fas­sen, die Kul­tur ver­ste­hen und sich letzt­lich inte­grie­ren kön­nen?

Als ich vor mehr als 11 Jah­ren nach Bos­ni­en-Her­ze­go­wi­na zog, in die Hei­mat mei­nes Man­nes, fühl­te ich mich zuerst ein­fach mal fremd. Auf den ersten Blick schie­nen die kul­tu­rel­len Unter­schie­de gar nicht so gross zu sein, aber ich wur­de schnell eines Bes­se­ren belehrt und die Her­aus­for­de­run­gen began­nen. Ich war wohl noch nie zuvor in mei­nem Leben, so sehr mit mei­ner Iden­ti­tät als Schwei­ze­rin kon­fron­tiert, wie in den ersten Mona­ten in mei­ner neu­en Hei­mat. Das betraf mein gan­zes Sein: mei­ne Wahr­neh­mung der Din­ge, mein Den­ken und Füh­len, mei­ne Beur­tei­lun­gen, auch mein geist­li­ches Denk­sy­stem. Ich war plötz­lich auf mich sel­ber zurück­ge­wor­fen und muss­te mich mit mei­nen Wer­ten aus­ein­an­der­set­zen: Was ist für mich rich­tig? War­um ist es das? Woher kommt mei­ne Beur­tei­lung eigent­lich?

In die­ser Zeit wäre es am ein­fach­sten gewe­sen, mich zurück­zu­zie­hen, aber ich war froh um Ein­hei­mi­sche, die Zeit mit mir ver­brach­ten, die mir hal­fen, die Spra­che zu üben, die mir Situa­tio­nen erklär­ten und mir hal­fen, Din­ge ein­zu­ord­nen. Es war ein lan­ger Weg zum Punkt – nicht nur im Kopf, son­dern auch im Her­zen – an dem ich sagen konn­te: «Ja, man kann es auch anders machen. Und: Auch anders ist gut!» Und damit ist der Weg noch nicht zu Ende, son­dern er führt wei­ter zum Punkt: Anders ist nicht nur gut, anders berei­chert auch mein Leben, reisst neue Hori­zon­te auf und hilft, man­ches ganz neu zu ver­ste­hen – gera­de auch im Blick auf Got­tes Reich, auf die Gemein­de.

War­um tun wir, was wir tun, so wie wir es tun? Das wur­de für mich zur zen­tra­len Fra­ge. Weih­nach­ten liegt gera­de hin­ter uns. Die letz­ten 11 Jah­re leb­ten wir als Fami­lie in einer ethisch und kul­tu­rell sehr gemisch­ten Kul­tur. Auf den Kon­flikt, der die­sen Kul­tu­ren zugrun­de liegt, will ich gar nicht ein­ge­hen. Aber eine Kon­se­quenz die­ses Kul­tu­renge­mi­sches war, dass Weih­nach­ten, Ostern und auch typisch christ­li­che Sym­bo­le wie das Kreuz in unsern Gemein­den gar nicht vor­ka­men – einer­seits weil das ehe­mals kom­mu­ni­sti­sche Land die­se Tra­di­tio­nen gar nicht kennt, ande­rer­seits auch aus Rück­sicht­nah­me gegen­über den­je­ni­gen, die aus mus­li­mi­schem Hin­ter­grund stam­men und mit die­sen Sym­bo­len, Krieg, Mord und Hass ver­bin­den – Fol­gen eines Krie­ges im Namen der Reli­gio­nen.

Als Fami­lie erleb­ten wir 2019 zum ersten Mal die Weih­nachts­zeit in der Schweiz mit all ihren Bräu­chen und Tra­di­tio­nen, auch in unsern Gemein­den, die wir oft nicht hin­ter­fra­gen. Aber mein Mann hin­ter­fragt, ist kri­tisch, will wis­sen, was dahin­ter­steht! Er geht näm­lich zur Zeit gera­de durch die Pha­se, die ich in mei­ner Anfangs­zeit in Bos­ni­en-Her­zeg­wo­i­na erlebt habe. Und er hin­ter­fragt, wie ich fin­de zurecht! Das ist nicht immer ein­fach, weil wir Schwei­zer uns ange­grif­fen füh­len, aber es zwingt uns dazu, her­aus­zu­fin­den, wo wir tat­säch­lich Jesus­kul­tur leben und nicht ein­fach Tra­di­ti­on.

Unse­re tra­di­tio­nel­len Gemein­den in der Schweiz sind kul­tu­rell oft nicht sehr gemischt. Die Grün­de dafür mögen viel­fäl­tig sein und haben nicht zuletzt damit zu tun, dass sich Kul­tu­ren nicht so leicht mit­ein­an­der ver­bin­den und wir die oben beschrie­be­nen Pro­zes­se oft nicht bewusst durch­le­ben, son­dern bei uns sel­ber ste­hen­blei­ben und dem, was uns rich­tig erscheint. Es hat sicher auch damit zu tun, dass uns Frem­des Angst macht und damit, dass wir uns nicht ger­ne hin­ter­fra­gen las­sen. Wer­den wir hin­ter­fragt, braucht es gute Ant­wor­ten. Und ich behaup­te: Sie feh­len uns oft. Das weiss ich aus eige­ner Erfah­rung. War­um tun wir, was wir tun, so wie wir es tun? Die zen­tra­le Fra­ge!

Um in unse­rem Land, in dem so vie­le Kul­tu­ren behei­ma­tet sind, rele­vant zu wer­den, müs­sen wir neu­gie­rig wer­den und uns öff­nen für das, was wir nicht ken­nen. Per­sön­lich habe ich so viel Hori­zont­er­wei­te­rung erlebt und Impul­se bekom­men durch Chri­sten ande­rer Kul­tu­ren, die ihren Glau­ben anders leben, deren Anbe­tung anders geschieht als mei­ne. Plötz­lich ist im Lob­preis nicht mehr wich­tig, ob ein Lied alt oder neu ist, ob der Text eng­lisch oder deutsch ist und ich mit­sin­gen kann oder nicht, wenn ich mit­er­le­be, wie durch ein Lied in Urdu, Got­tes Gegen­wart plötz­lich den Raum füllt und ich mich hin­ein­neh­men las­se, obwohl ich kein Wort ver­ste­he und der Melo­die über­haupt nicht fol­gen kann. Dabei geht es nicht in erster Linie dar­um, dass sich die Men­schen aus andern Kul­tu­ren unse­rer Kul­tur anpas­sen, son­dern dass wir von­ein­an­der ler­nen und gemein­sam neue Wege beschrei­ten. Geist­li­che und per­sön­li­che Hori­zont­er­wei­te­rung durch das Mit­ein­an­der unter­schied­li­cher Kul­tu­ren – das wün­sche ich mir für unse­re Gemein­den.

Nerlande Joy Gbati: Die internationale Gemeinde gab mir Heimat

Ich wur­de in Hai­ti gebo­ren, mit acht Jah­ren in Frank­reich adop­tiert und bin schwar­zer Haut­far­be. Mein Vor­na­me lau­tet Ner­lan­de, der Herr tauf­te mich auf den Namen Joy.

Mit mei­nen Eltern, die sich selbst als Athe­isten bezeich­ne­ten, war es schwie­rig, über mei­nen Glau­ben zu reden. Das Zusam­men­sein mit mei­ner Gross­mutter habe ich immer sehr genos­sen. Sie kann­te Gott und sprach mit mir über die Bibel, trotz der Ein­stel­lung mei­ner Eltern. Ich woll­te, dass mei­ne Eltern die Lie­be, die ich zu mei­nem himm­li­schen Vater habe, ver­ste­hen und an ihr teil­ha­ben, denn Got­tes Absicht ist es, das Evan­ge­li­um allen Natio­nen, Gläu­bi­gen und Nicht­gläu­bi­gen zu brin­gen. Er ist eine Quel­le der Hoff­nung für alle. Und ich woll­te, dass mei­ne Eltern geret­tet wer­den. Schliess­lich benutz­te Gott mich eines Tages, um mei­ner Mut­ter die fro­he Bot­schaft des Evan­ge­li­ums mit­zu­tei­len. Was ich damit mei­ne, wird in Apo­stel­ge­schich­te 11, 1 – 24 genau­er ver­an­schau­licht. Wir sind dazu auf­ge­ru­fen, uns unter der Füh­rung von Jesus, unse­rem ein­zi­gen Hir­ten, zu ver­ei­nen. Er ist unse­re ein­zi­ge Mög­lich­keit zur Erlö­sung.

Got­tes Schöp­fung ist vol­ler Far­ben und Kon­tra­sten, mit vie­len ver­schie­de­nen Pflan­zen, Land­schaf­ten und Tie­ren. Ich glau­be, die Mensch­heit wur­de auf die glei­che Wei­se erschaf­fen mit unter­schied­li­chen Per­sön­lich­kei­ten und Cha­rak­te­ren, Wer­ten, Kul­tu­ren … und durch den Hei­li­gen Geist mit vie­len ver­schie­de­nen Spra­chen. In jeder Nati­on sind die Men­schen in der Lage, zu leh­ren und zu ler­nen und das Wort Got­tes in ihrer eige­nen Spra­che zu ver­ste­hen. Als ich auf­wuchs und von Weis­sen erzo­gen wur­de, fiel es mir schwer, die Tat­sa­che zu wür­di­gen und mich damit abzu­fin­den, dass ich in einer „weis­sen Welt“ schwarz war und nie­mand so aus­sah wie ich. Damals frag­te ich mei­ne Mut­ter: „Wenn ich viel Milch trin­ke, wer­de ich dann weiss sein wie du?“ Sie lach­te und sah dabei ein wenig ver­wirrt aus. Im Lau­fe der Jah­re wur­de mir klar, dass die Haut­far­be in mei­ner ‚geist­li­chen‘ Fami­lie kei­nen Unter­schied macht, denn Schwar­ze und Weis­se sowie Men­schen aus Latein­ame­ri­ka und sogar aus Asi­en sind in ihr ver­tre­ten.

Wir sehen alle unter­schied­lich aus und haben unter­schied­li­che Lebens­ge­schich­ten, aber wir ver­ste­hen, dass wir alle gleich sind, ohne dass wir das genau erklä­ren könn­ten. Ich bin mit einem afri­ka­ni­schen Mann ver­hei­ra­tet. Und obwohl ich eine schwar­ze Frau bin, hat die fran­zö­si­sche Erzie­hung in mir manch­mal inter­kul­tu­rel­le Span­nun­gen zwi­schen uns her­vor­ge­ru­fen, weil wir uns gegen­sei­tig nicht immer wirk­lich ver­stan­den haben. Aber Gott sei Dank war das bald vor­bei. Er ist auch ein Kind Got­tes. In mei­ner loka­len Gemein­de fühl­te ich mich zu Beginn neu­gie­rig beob­ach­tet, war ich doch eine von so weni­gen Schwar­zen. Aber sie alle haben mich so herz­lich und ohne Vor­be­hal­te auf­ge­nom­men, dass ich mich bald zu Hau­se fühl­te, weil sie sich für mich inter­es­sie­ren und mir im Gegen­zug viel über die Kul­tur bei­brin­gen, in der ich lebe.

Ich glau­be, dass wir alle, die wir Jesus als Haupt haben, die Gemein­de Got­tes sind. Die­se Kir­che ist der Leib Chri­sti, und wie eine gut geöl­te Maschi­ne haben wir alle eine Auf­ga­be zu erfül­len. Und es ist sehr wich­tig, dass alle Natio­nen betei­ligt sind, damit sich das Wort Got­tes über­all ver­brei­tet. Wenn ich in eine Ver­samm­lung gehe und dort eine Viel­falt von Kul­tu­ren sehe und vie­le ver­schie­de­ne Spra­chen höre, berührt mich das sehr, da ich weiss, dass Gott dies so haben möch­te. Die­se inter­kul­tu­rel­le Gemein­schaft bringt Men­schen näher zusam­men und för­dert Respekt, Tole­ranz und Akzep­tanz. Es gibt so vie­le Din­ge, die wir von­ein­an­der ler­nen kön­nen. Unab­hän­gig von unter­schied­li­chen Hin­ter­grün­den sind wir eins. Ich emp­feh­le Ungläu­bi­gen, sich den Film „Der König der Löwen“ („The Lion King“) anzu­schau­en und sie wer­den ver­ste­hen, was ich genau mei­ne. Mit ein und dem­sel­ben Her­zen, gelei­tet von einem Geist, auf dem glei­chen Weg zum Haus des Herrn, erhe­ben sich unse­re Stim­men, um den einen und ein­zi­gen König zu prei­sen und anzu­be­ten, den wir alle ken­nen und gemein­sam haben. Die­se Gemein­schaft ist so stark. Wir spre­chen nicht die­sel­be Spra­che … aber in einem beson­de­ren Augen­blick ver­ste­hen wir uns alle gren­zen­los. Für einen win­zi­gen Moment ist es mir egal, woher du kommst. Ich weiss nur, dass ich einen neu­en Bru­der oder eine neue Schwe­ster in Chri­stus habe und das ist wun­der­schön. In Got­tes Augen sind wir alle von unschätz­ba­rem Wert. Wir alle gehö­ren ihm und sind sei­ne Kin­der. Sei­ne Lie­be und Tole­ranz über­wie­gen den Hass oder die Ableh­nung die­ser Welt, wie wir sie ken­nen. Seit mei­ner Jugend hat­ten man­che mei­ner Mit­men­schen Vor­ur­tei­le gegen mich. Sie ver­letz­ten mich oder waren unfreund­lich, sei es wegen mei­ner Her­kunft, mei­nes Aus­se­hens oder wegen ihrer Angst, weil sie mich nicht kann­ten. Ich ver­ge­be ihnen, da sie nicht wuss­ten, dass Viel­falt der Wil­le Got­tes ist. Wir sol­len unter­schied­lich sein und wir sehen unter­schied­lich aus, um sein König­reich zu berei­chern.

Wir müs­sen unse­re inter­kul­tu­rel­len Unter­schie­de, die für sich genom­men ein Wun­der sind, ach­ten und sie nut­zen, um dem Herrn zu die­nen. Ich glau­be nicht, dass in der Kir­che die Far­be oder die Klei­dung der Men­schen oder ihre Art zu essen wich­tig sind im Ver­gleich zur Rein­heit ihrer Her­zen. Wir alle wer­den gestärkt, wenn wir uns ver­ei­nen, um Gott anzu­be­ten. Wir sind alle unter­schied­lich, wie etwa ein Bar­na­bas oder Pau­lus, um unse­rem Mei­ster zu die­nen. Für Gott sind wir eins, aber er liebt jedes ein­zel­ne sei­ner Kin­der glei­cher­mas­sen. Kul­tur, Far­be, Tra­di­ti­on oder Spra­chen – sie alle sind hoch zu schät­zen und man braucht kei­ne Angst vor ihnen zu haben. Die Mensch­heit ist eine der Schöp­fun­gen Got­tes und per­fekt gemacht, wie alles, was Er tut. Und wir alle sol­len leben, um Sei­ne Herr­lich­keit zu sehen.

Unse­re Her­zen schla­gen auf die glei­che Art und Wei­se, und in unse­ren Kör­pern fliesst das glei­che rote Blut. Wir ver­eh­ren den­sel­ben Gott und unser letz­tes Ziel ist der Him­mel. Für mich ist kul­tu­rel­le Plu­ra­li­tät wie eine wun­der­schö­ne Lein­wand mit For­men, Far­ben, Geschich­ten und Kon­tra­sten, die von Got­tes Hand geschaf­fen und signiert wur­de. Ich bin stolz, ein Teil die­ser Schöp­fung und in der Lage zu sein, mei­ner neu gegrün­de­ten Fami­lie in Hai­ti oder Men­schen in der Schweiz die fro­he Bot­schaft Got­tes zu über­brin­gen und ein­fach ein Kind Got­tes zu sein.

Brigitte und Jimmy Fernandez: Können und sollen Kirchen multikulturell sein?

Ich (Bri­git­te) erin­ne­re mich noch gut, vor fast zehn Jah­ren betrat ich zum ersten Mal eine Kir­che in Boli­vi­en. Ich war damals erst weni­ge Tage im Land und noch völ­lig über­wäl­tigt von all den neu­en Ein­drücken. Alles war anders; die Land­schaft, das Essen, das Stras­sen­le­ben und eben auch die Kir­che.

Ich hat­te gros­sen Respekt vor der Kir­che, denn ich hat­te schon viel dar­über gehört, wie kon­ser­va­tiv boli­via­ni­sche Kir­chen sein kön­nen. Frau­en müs­sen Röcke und ein Kopf­tuch tra­gen, die Musik ist oft schlecht, die Pre­dig­ten ober­fläch­lich und noch vie­les mehr. Die Kir­che, von der ich ein Teil wer­den soll­te, hat­te den Ruf, sehr kon­ser­va­tiv und auch sehr gesetz­lich zu sein. Ich befass­te mich inten­siv mit der Fra­ge, wie ich mit sol­chen kon­ser­va­ti­ven Vor­stel­lun­gen umge­hen soll­te. Wie konn­te ich mich sein, wenn mir so vie­le Din­ge vor­ge­schrie­ben wür­den? Konn­te ich Gott in einem sol­chen Umfeld fin­den? Wie konn­te ich mei­ne Bezie­hung zu Gott leben, wenn mir vor­ge­schrie­ben wür­de, was ich anzie­hen, essen, trin­ken, wie ich mei­ne Zeit ver­brin­gen, wie ich spre­chen und wohin ich gehen soll­te?

Eine Kir­che, die die­sem Ruf ent­spricht, wird kaum eine erfolg­rei­che mul­ti­kul­tu­rel­le Kir­che wer­den. Mit die­ser Fra­ge wol­len wir (Bri­git­te & Jim­my) uns in die­sem Arti­kel beschäf­ti­gen: Was ist eine mul­ti­kul­tu­rel­le Kir­che und was braucht es, damit sie zum Segen wird?

Was ist eine interkulturelle Kirche?

Eine inter­kul­tu­rel­le Kir­che, auch mul­ti­kul­tu­rell oder mul­ti­eth­nisch genannt, ist eine Kir­che, in der nicht eine bestimm­te Kul­tur vor­herrscht, son­dern in der es Mit­glie­der aus ver­schie­de­nen kul­tu­rel­len Hin­ter­grün­den hat und die­se auch in das Gemein­de­le­ben ein­flies­sen. In der Schweiz kön­nen das zum Bei­spiel Kir­chen sein, in denen es Schwei­zer, aber auch Men­schen mit Migra­ti­ons­hin­ter­grund hat. Die Lei­tung wür­de in die­sem Bei­spiel nicht nur aus Schwei­zern bestehen und der Got­tes­dienst wäre nicht klas­sisch schwei­ze­risch, son­dern hät­te Ele­men­te aus den ver­schie­de­nen Kul­tu­ren der Mit­glie­der.

Bevor wir ganz in das The­ma ein­tau­chen, möch­ten wir aber fest­hal­ten, dass nicht alle Kir­chen inter­kul­tu­rell sein kön­nen oder sogar sein müs­sen. Es gibt Orte, an denen es kaum Aus­län­der gibt, wie zum Bei­spiel im Bünd­ner­land. Dann ist es nicht nötig eine mul­ti­eth­ni­sche Gemein­de zu sein. Aber auch an Orten, an denen es Men­schen mit Migra­ti­ons­hin­ter­grund hat, müs­sen nicht alle Kir­chen inter­kul­tu­rell sein. Jede Kir­che ist ver­schie­den, hat einen spe­zi­fi­schen Kon­text und ist des­halb auch ein­zig­ar­tig.

Welche Kultur ist richtig?

Welt­weit gibt es rie­si­ge Unter­schie­de, wie das Gemein­de­le­ben und das Leben als Nach­fol­ger Jesus gestal­tet wird. Die einen wol­len lau­te, leb­haf­te Musik, die ande­ren mögen es lie­ber lei­se. Für eini­ge muss der Pre­di­ger unbe­dingt ein Mann sein, für ande­re darf es auch eine Frau sein. Eini­ge geben sich extra Mühe beim Aus­su­chen der Klei­der für den Got­tes­dienst, ande­re kom­men so, wie es gera­de bequem ist. Es gibt Kir­chen, da sit­zen Män­ner und Frau­en getrennt und in ande­ren wol­len Paa­re zusam­men­sit­zen. An eini­gen Orten dür­fen alle am Abend­mahl teil­neh­men, in ande­ren Kir­chen nur die­je­ni­gen, die zei­gen, dass sie Jesus aus gan­zem Her­zen nach­fol­gen. Ein­heit­lich ist eigent­lich nur, dass es sehr schwie­rig ist, einen gemein­sa­men Kon­sens der ver­schie­de­nen Sti­le und Vor­stel­lun­gen zu fin­den.

Wenn wir es aber schaf­fen, uns so zu arran­gie­ren, dass ver­schie­de­ne Kul­tu­ren in unse­ren Kir­chen Platz haben, kön­nen wir viel von­ein­an­der ler­nen. Migran­ten, die neu in der Schweiz sind, kön­nen bes­ser inte­griert wer­den und mehr über das Leben in der Schweiz ler­nen. Schwei­zer kön­nen ler­nen, fle­xi­bler und offe­ner zu sein. Wir alle kön­nen neue Per­spek­ti­ven gewin­nen und neue Ide­en bekom­men, wie wir Gott mit unse­ren Leben ehren kön­nen.

Einige Ideen, damit es funktioniert

Was machen wir nun, damit die Her­aus­for­de­run­gen zum Segen wer­den? Wir glau­ben, dass eine mul­ti­eth­ni­sche Kir­che nur funk­tio­niert, wenn alle bereit sind nach­zu­ge­ben. Es wird nicht funk­tio­nie­ren, wenn wir sagen: «Wir sind in der Schweiz und in der Schweiz macht man es so». Zen­tral ist nicht, wie wir es schon immer gemacht haben, son­dern was die Bibel dazu sagt. Nie­mand soll­te in sei­nen Tra­di­tio­nen erstar­ren, son­dern wir alle müs­sen unse­re Wer­te und Bräu­che mit der Bibel abglei­chen.

Gesprä­che und gemein­sa­mes Bibel­stu­di­um sind also ent­schei­dend. Dabei kön­nen Men­schen aus ver­schie­de­nen Kul­tu­ren erklä­ren, wes­halb sie etwas auf eine bestimm­te Art und Wei­se machen. Alle, die an sol­chen Gesprä­chen teil­neh­men, soll­ten mit Offen­heit dabei sein. Das Ziel ist nicht, ande­re von der eige­nen Ansicht zu über­zeu­gen, son­dern von­ein­an­der zu ler­nen. So begin­nen wir, nicht eine Schwei­zer Kul­tur zu leben, son­dern die Kul­tur des Rei­ches Got­tes. Wir schüt­zen uns auch vor Gesetz­lich­keit, denn wir wer­den unse­re Vor­stel­lun­gen und Richt­li­ni­en immer wie­der über­den­ken und ana­ly­sie­ren müs­sen.

Es wird Fra­gen geben, die nicht in einem ein­ma­li­gen Gespräch gelöst wer­den kön­nen. Eini­ge müs­sen immer wie­der gestellt und um Lösun­gen muss immer wie­der gerun­gen wer­den. Es wird auch Fra­gen geben, auf die wir nie eine ein­heit­li­che Ant­wort fin­den wer­den. Man­che Fra­gen müs­sen und sol­len offen­blei­ben.

Dabei kann uns das fol­gen­de Zitat lei­ten:

Im Not­wen­di­gen Ein­heit, im Nicht-Not­wen­di­gen Frei­heit, in bei­dem Lie­be — Ruper­tus Mel­de­ni­us

Wel­che Ant­wor­ten sind not­wen­dig und müs­sen dar­um gefun­den wer­den und wo müs­sen wir üben, damit zu leben nicht einer Mei­nung zu sein?

«…die größte aber von diesen ist die Liebe» (1. Korinther 13:13)

Aber das Wich­tig­ste, das Zen­tral­ste ist, wie es das Zitat sagt, die Lie­be. Wenn wir mit­ein­an­der im Gespräch blei­ben und gemein­sam Lösun­gen suchen, soll immer die Lie­be zum Näch­sten an erster Stel­le ste­hen. Es ist so schnell pas­siert, dass wir mei­nen, uns auf unser Recht beru­fen zu kön­nen.

Mit­te Janu­ar haben wir in der gan­zen Schweiz die Alli­anz­wo­che gefei­ert. Am Sonn­tag zum Abschluss der Woche haben wir ande­re Kir­chen zu uns in den Got­tes­dienst ein­ge­la­den. Der Got­tes­dienst begann eigent­lich ganz gut, wir haben uns viel Mühe gege­ben, damit sich unse­re Gäste will­kom­men füh­len. Doch dann, nach den ersten Pre­digt­sät­zen, steht ein Gast auf und beschwert sich dar­über, dass vor ihm über­setzt wird. Das Geräusch einer zwei­ten Stim­me, die als unre­gel­mäs­si­ges Echo wahr­ge­nom­men wur­de, stör­te ihn in sei­ner Kon­zen­tra­ti­on auf die Pre­digt. Wir hat­ten an die­sem Sonn­tag auch Besuch von jeman­dem, der kein Deutsch spricht und für ihn wur­de auf Spa­nisch über­setzt. Ich habe mich wie ein Koch­topf gefühlt, der gleich über­spru­delt, ich war so auf­ge­bracht. Ich habe mir Din­ge, wie die fol­gen­den Sät­ze gedacht: «Wie wagt er es, sich als Gast zu beschwe­ren?» und «Wie kann man nur so ego­istisch sein?» Doch gleich dar­auf hat Gott mich ange­stupst und ich habe gemerkt, wie ich mich auf mei­ne Tra­di­ti­on und mein Recht beru­fe. Ent­schei­dend ist nicht, was ich will oder rich­tig fin­de, son­dern die Lie­be soll regie­ren. Viel­leicht brauch­te die­ser Mann genau die­se Pre­digt für sein Leben. Oder er hat sich für jemand ande­ren ein­ge­setzt. Ich habe gemerkt, wie vor­schnell ich geur­teilt habe, genau, was ich eigent­lich nicht machen will.

Nun zurück zu mei­nem Anfang in Boli­vi­en. Wie gesagt, es sah gar nicht rosig aus, doch es kam ganz anders als erwar­tet. Begrüsst wur­de ich von sehr lie­be­vol­len Men­schen, die mich sofort in ihr Herz geschlos­sen hat­ten, obwohl ich noch gar nichts gemacht hat­te. Ich konn­te kaum mehr sagen als «Hola». Die Kir­che, die mich so herz­lich auf­ge­nom­men hat­te, wur­de zu einem rie­si­gen Geschenk für mich, die Pre­dig­ten waren rele­vant und tief­grün­dig und die Musik super! Obwohl «mei­ne» Kir­che in Boli­vi­en tat­säch­lich zu den kon­ser­va­tiv­sten gehört, blüh­te mei­ne Got­tes­be­zie­hung rich­tig auf. Ich merk­te schnell, dass vie­le der Regeln und Vor­stel­lun­gen Sinn mach­ten. Es waren auch gar nicht wirk­lich Regeln, son­dern Din­ge, die ich anfing, aus Lie­be zu Gott und mei­nen Mit­men­schen zu tun oder eben nicht. Und klar gibt es Über­zeu­gun­gen, die ich bis heu­te nicht tei­le oder nicht ver­ste­he. Eini­ge Din­ge lebe ich bewusst anders, um ein Vor­bild zu sein und ande­re respek­tie­re ich aus Lie­be zu mei­nen Mit­men­schen.

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