Daniel – im Spannungsfeld von Kompromiss und Abschottung

Paul Bruderer
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Dani­el wird mit sei­nen drei Freun­den aus sei­ner Hei­mat in ein frem­des Reich ver­schleppt. Die Geschich­te ist an Dra­ma­tik und heu­ti­ger Rele­vanz kaum zu über­bie­ten. Wie reagie­ren die­se jun­gen Män­ner? Wer­den sie vom baby­lo­ni­schen System assi­mi­liert? Schal­ten sie auf Rück­zug? Wie leben sie?

Das baby­lo­ni­sche Reich, dem die­ser jüdi­sche Pro­phet die­nen muss­te, war es gewohnt, immense Macht aus­zu­üben und zu sei­nen Zie­len zu kom­men. Die Stra­te­gie unter dem König Nebud­chad­ne­zar war, die Ver­schlepp­ten in sei­ne Welt­an­schau­ung zu assi­mi­lie­ren. Dies wird z.B. dar­an deut­lich, dass er die Namen von Dani­el und sei­nen Freun­den änder­te. Auch soll­ten sie die Spra­che, Kul­tur und Wer­te des baby­lo­ni­schen Rei­ches ken­nen ler­nen und in die­sem Reich die­nen.

Vor eini­gen Jah­ren habe ich Pre­dig­ten zum Buch Dani­el gehal­ten und bin ins Stau­nen gekom­men, wie Dani­el es geschafft hat, sei­nem Glau­ben und Gott treu zu blei­ben. Er hat sich weder ins baby­lo­ni­sche Welt-System assi­mi­lie­ren las­sen, noch sich davon abge­schot­tet. Im Gegen­teil tritt uns im Buch Dani­el ein Mann ent­ge­gen, wel­cher der Gast-Kul­tur Respekt zollt. Es dünkt mich, dass es noch mehr als Respekt gewe­sen ist. Dani­el scheint die Macht­ha­ber mit­un­ter sogar geliebt zu haben. Er dient ihnen auf jeden Fall mit gröss­ter Hin­ga­be sein gan­zes Leben lang!

Dani­el ist für uns Chri­sten eine Inspi­ra­ti­on in einer Zeit, in der unse­re Gesell­schaft immer weni­ger geprägt ist von christ­li­chen Wer­ten. Ich will nicht lamen­tie­ren über den Ver­lust an christ­li­chen Wer­ten — ande­re machen das schon genug. Viel­mehr emp­fin­de ich immense Freu­de an der Vor­stel­lung, dass wir als Chri­sten wie ‹moder­ne Dani­els› leben kön­nen! Wel­che Ehre, von Dani­el ler­nen zu kön­nen, wie wir uns als Chri­sten nicht von unse­rer Gesell­schaft assi­mi­lie­ren las­sen müs­sen, ihr aber gleich­zei­tig mit Respekt, Lie­be und Hin­ga­be die­nen kön­nen!

Die­sen Lie­bes­dienst an unse­rer Welt zu ver­rich­ten wird mach­mal dazu füh­ren, dass wir auf­ge­for­dert wer­den, unse­re Knie zu beu­gen vor den Göt­zen unse­rer Zeit. In Lie­be zu unse­rem Gott und zu unse­rer Gesell­schaft wer­den wir unse­re Knie nicht beu­gen (Dani­el 3,17 – 18). Wenn wir sie beu­gen, ver­lie­ren wir die Fähig­keit, Gott und der Welt zu die­nen!

Unse­re Web­sei­te nennt sich ‹Dani­el Opti­on›, weil wir fin­den, dass Dani­el ein aus­ge­zeich­ne­tes bibli­sches Modell ist für Chri­sten in unse­rer Zeit. Es gibt hier viel zu ent­decken. Ich will gar nicht anfan­gen, alles zu kom­men­tie­ren, son­dern unse­re Web­sei­te anbie­ten als Platt­form, um gemein­sam her­aus­zu­fin­den, was es heisst, die ‹Dani­el Opti­on› zu leben in unse­rer Zeit.

Betei­li­ge dich, indem du das Buch Dani­el liest und dar­über nach­denkst. Du kannst bei­tra­gen, indem du unse­re Arti­kel kom­men­tierst und so mit­re­dest. Du kannst einen Unter­schied machen, indem du in dei­nem kirch­li­chen Umfeld ver­mehrt die Fra­ge stellst, wie Chri­sten radi­kal die­nen kön­nen, ohne die fal­schen Kom­pro­mis­se zu machen.

Dani­el lebt, was Jesus spä­ter in sei­nem Gebet für uns so beschreibt:

Sie aber sind in der Welt, und ich kom­me zu dir. Hei­li­ger Vater, erhal­te sie in dei­nem Namen, den du mir gege­ben hast.… Sie sind nicht von der Welt, wie auch ich nicht von der Welt bin. Ich bit­te nicht, dass du sie aus der Welt nimmst, son­dern dass du sie bewahrst vor dem Bösen. Sie sind nicht von der Welt, wie auch ich nicht von der Welt bin. Hei­li­ge sie in der Wahr­heit; dein Wort ist die Wahr­heit. Wie du mich gesandt hast in die Welt, so habe auch ich sie in die Welt gesandt. (Aus­schnit­te aus Johan­nes 17,11 – 18)

Wie Dani­el sind auch wir beru­fen, in der Welt aber nicht von der Welt zu sein. Die­ses Gebet von Jesus berührt mich zutiefst und macht mir Mut, auf­zu­ste­hen wie Dani­el, unse­ren wah­ren König Jesus allein anzu­be­ten und in sei­nem Namen unse­rem Land in der glei­chen Hin­ga­be zu die­nen! Wie Dani­el.

1 Comment
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    Mathias Suremann 2 Monaten ago
    Reply

    Lie­ber Paul

    Das ist eine der besten und inspi­rie­rend­sten Pre­dig­ten, die ich seit lan­gem gehört und gese­hen habe. Ich wer­de Dei­ne Par­al­lel-Ver­glei­che zum Bot­schaf­ter sind schlicht fas­zi­nie­rend. Ich wer­de das für mich mit­neh­men und beher­zi­gen. Vie­len Dank. Herz­lich: Matt

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