Des Glaubens neue Kleider

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Es war der 15. Feb­ru­ar 2015. Gle­ich ein­er Prozes­sion liefen sie am lybis­chen Strand bei Sirte ent­lang. In leuch­t­end orangen Over­alls gek­lei­det. Ein jed­er begleit­et von einem schwarz ver­mummten Schlächter. Kurze Zeit später waren sie tot, die 21 Mär­tyr­er von Libyen.

Dieses Woch­enende jährt sich das Mas­sak­er an 21 Chris­ten durch Islamis­ten der ISIS zum fün­ften Mal. Zwanzig kop­tis­che Chris­ten aus Ägypten und ein Mann aus Ghana star­ben dabei. Die orangen Over­alls waren ihre Todesklei­der. Das durch die ISIS pub­lizierte Video der Hin­rich­tung schock­te damals die Welt­bevölkerung. Die Bere­itschaft dieser hin­gerichteten Chris­ten, ihrem Gott bis in den Tod treu zu sein, fordert uns her­aus und lässt uns fra­gen: Was für Klei­der trägt unser Glaube?

Der Ruf nach neuen Kleidern

In diesen Tagen ern­tet ein Zitat von Madeleine Del­brél in den sozialen Medi­en viel Aufmerk­samkeit und Applaus:

«Der Glaube ist wirk­lich wie eine arme Frau. Jedes Volk, jede Kul­tur und jedes Zeital­ter schenkt ihr ein Klei­dungsstück. Wenn die Zeit­en sich wan­deln, ist ihr Gewand abge­tra­gen. Sie muss neue Klei­der bekom­men, wenn sie sich nicht im Keller ver­steck­en will.»

Wir leben in Zeit­en von grossem gesellschaftlichem Wan­del. Und neue Zeit­en rufen nach neuen Klei­dern, so die Logik. Die Forderung ist ver­ständlich, nachvol­lziehbar. Als langjähriger Leit­er ein­er grossen christlichen Jugen­dar­beit und als Ver­anstal­ter christlich­er Konz­erte weiss ich selb­st nur zu gut, wie schnell die Trends kom­men und gehen – und wie wichtig es ist, den Zug nicht zu ver­passen. Tat­säch­lich soll­ten wir als Chris­ten gegenüber der Gesellschaft, in der wir leben, immer wieder sprach­fähig wer­den. Das ist eine Herausforderung!

Doch heute frage ich mich, ob es uns manch­mal um mehr geht, als nur um Stil- oder Ver­pack­ungs­fra­gen. Geht es darum, die gute Nachricht von Jesus wieder neu zu erzählen, oder geht es darum, die Sto­ry ganz grund­sät­zlich umzuschreiben? Unsere Gesellschaft erlebt aktuell im Bere­ich der Werte eine grundle­gende Umwälzung. Und da sehen wir Chris­ten – so die Ansicht viel­er — alt aus. Die aktuellen Forderun­gen nach Neu-Ein­klei­dung unseres Glaubens haben da und dort ziem­lich grundle­gen­den Charak­ter bekom­men. Zur Debat­te ste­ht nicht mehr nur die Ver­pack­ung, son­dern auch der Inhalt.

Ein solch­er inhaltlich­er Ansatz bilden zum Beispiel die Bemühun­gen, die Bibel von ihren sper­ri­gen Seit­en zu entschlack­en, damit Men­schen eher den Zugang zum Glauben find­en. In den sozialen Medi­en wird diese Forderung offen aus­ge­sprochen. Und christliche Leit­er ste­hen da unter grossem Druck mitzugehen.

Kür­zlich hat Markus Giger in der Zeitschrift Amen ein Inter­view gegeben (Herb­staus­gabe 2019). Darin meint er, nicht die Bibel, son­dern Gott sei die Wahrheit. Aus diesem Grund sei die Bibel nicht direk­te Offen­barung Gottes, son­dern die Samm­lung ein­er Vielzahl von men­schlichen Stim­men. Die Sicht von Paulus will Giger darum nicht auf dieselbe Stufe wie diejenige von Jesus stellen. Paulus würde heute vieles anders schreiben, und ger­ade bei ihm würde die neg­a­tive phar­isäis­che Prä­gung immer wieder her­vortreten. Unweise Ver­mit­tlung von “dog­ma­tis­ch­er Wahrheit”, wie sie Paulus betreibe, könne ver­let­zen und würde nicht zu einem befre­it­en Leben führen.

Dass dieser Ansatz selb­st vor Jesus nicht Halt macht, zeigt The­ologe Stephan Jütte von der Reformierten Kirche Zürich in einem aktuellen Pod­cast. Auch Jesus sei vom Welt­bild sein­er Zeit, ihrer Kos­molo­gie und The­olo­gie geprägt gewe­sen. Deshalb kön­nten die Aus­sagen von Jesus — ange­sprochen sind dessen Aus­sagen über Hölle und Gericht — nicht automa­tisch für unsere Zeit für richtig erk­lärt wer­den. Der Men­sch habe sei­ther dazugel­ernt. (ab Min 15:40)

Ein ander­er Ansatz ver­sucht den christlichen Glauben für unsere Zeit fit zu machen durch die Inte­gra­tion und Syn­these ander­er Reli­gio­nen und Spir­i­tu­al­ität. So kom­biniert zum Beispiel das katholis­che Las­sale-Haus christliche Spir­i­tu­al­ität mit östlichen Med­i­ta­tions­for­men wie Yoga und Zen. Im neuesten Ansatz des bekan­nten Autoren Chris­t­ian A. Schwarz, Gott nicht nur als per­son­alen Gott zu ver­ste­hen, son­dern auch als Energie, sieht The­ologe David Jäg­gi das Poten­tial ein­er Anschlussfähigkeit des christlichen Glaubens an nichtkirch­liche Spir­i­tu­al­ität und Eso­terik. Bekan­nte Per­sön­lichkeit­en wie Wern­er ‘Tiki’ Küsten­mach­er oder Franziskan­er-Pater Richard Rohr schla­gen in eine ähn­liche Kerbe, wenn sie eine Evo­lu­tion des Glaubens fordern hin zu ein­er die Welt vere­inen­den, reli­gion­süber­greifend­en Spiritualität.

Ich möchte kein­er der genan­nten Per­so­n­en Unrecht tun. Mit einzel­nen verbinden mich sog­ar Fre­und­schaften. Ich habe auch grossen Respekt vor der Arbeit und dem grossen Engage­ment, welche beispiel­sweise Markus Giger mit der Streetchurch in Zürich leis­tet. Und ich möchte die Bere­itschaft, für den Glauben einen hohen per­sön­lichen Preis zu zahlen, keinem der erwäh­n­ten Per­so­n­en absprechen. Es geht mir hier um die Frage, ob die the­ol­o­gis­chen Aus­sagen dieser Per­so­n­en nicht zen­trale Inhalte des christlichen Glaubens auflösen. Ich frage mich, ob die beschriebe­nen Ansätze nicht zu weit gehen. Und eigentlich stelle ich mir die Diag­nose ja sel­ber. Ich sehe meinen eige­nen Drang nach geschmei­di­gen, zeit­gemässen und gut ans gesellschaftliche Umfeld angepassten Glaubens-Klei­dern. Und ich frage mich: Wie weit bin ich bere­it, für diese Anpas­sung zu gehen? 

Das Kleid des entschiedenen Bekennens

Was für ein Kon­trast­pro­gramm sind da die orange­far­be­nen Häftlingsanzüge dieser 21 Chris­ten, die am 15. Feb­ru­ar 2015 von ihren Henkern zur Schlacht­bank geführt wor­den sind. Sie tru­gen nicht die Klei­der der Anpas­sung, son­dern die Klei­der des Bekennens.

«Oh mein Herr Jesus», waren ihre let­zten Worte, bevor ihnen die Kehlen durchgeschnit­ten wur­den. Diese Worte waren das urchristliche Beken­nt­nis der ersten Chris­ten. Diese Worte waren es, mit denen sich die ersten Chris­ten dem römis­chen Kaiserkult ver­weigerten und deshalb Aus­gren­zung, Ver­fol­gung und Tod erlebten. (Phil 2:11)

Es wäre so ein­fach gewe­sen, sich “neue Klei­der” anzuziehen. Ein ein­fach­er Satz der 21 Chris­ten hätte genügt, um den sicheren Tod abzuwen­den: «Es gibt keinen Gott auss­er Allah und Mohammed ist sein Prophet». Diesen Satz kenne ich von mein­er Kind­heit in Afri­ka, wo meine Spielka­m­er­aden mich zum Islam bekehren woll­ten, indem sie mich zum Nach­sprechen des mus­lim­is­chen Glaubens­beken­nt­niss­es aufforderten.

Nein! «Jesus ist Herr!», sprachen die 21 Mär­tyr­er zusam­men mit den aber­tausenden von Chris­ten, welche in den Jahrhun­derten vor ihnen mit diesem Satz auf den Lip­pen in den Tod gegan­gen waren. Niemals hät­ten sie ihr ewiges Erbe für ein “bil­liges Lin­sen­gericht” vergeben. (Gen 25:29–34) Niemals hät­ten sie Jesus, ihren Her­rn und Erlös­er, geleugnet!

Die Ruhe und Würde, mit dem alle 21 Män­ner in den Tod gin­gen, kann uns nur beein­druck­en und mit Ehrfurcht und Staunen erfüllen. Das Kleid des Beken­nens ist kein schick­er Anzug, und er verän­dert sich nicht auf Geheiss der gesellschaftlichen Verän­derung. Dieses Kleid ist sper­rig und fällt auf. Wer es anzieht, läuft Gefahr, missver­standen, belächelt, schikaniert und drangsaliert zu wer­den. Ja, bei ein­er zunehmenden Anzahl Men­schen wird dieses Kleid im eige­nen Blut gewaschen, wie Berichte über die Abschlach­tung von Chris­ten in Nige­ria und anderen Län­dern bezeu­gen. Das Kleid des Beken­nens ist kein hüb­sches, son­dern ein gefährlich­es Kleid. Aber es gibt kein würde­volleres Kleid als dieses.

Das Kleid der teuren Einheit

Mit­ten in der Schar der zum Tode Gewei­ht­en fällt ein Mann auf: Matthew. Er ist schwarzhäutig, kein ägyp­tis­ch­er Kopte wie die 20 anderen Män­ner. Mit­ge­gan­gen, mit­ge­fan­gen? Ja. Aus den Bericht­en über die Ereignisse wird klar, dass die Ent­führer mein­ten, er sei kein Christ. Mar­tin Mose­bach, welch­er den Geschicht­en der 21 Mär­tyr­er nachge­gan­gen ist, schreibt:

«In seinem Heimat­land gab es wahrschein­lich keine Kopten. Die Ent­führer, so sagte man mir, glaubten denn auch, er sei gar kein Christ und woll­ten ihn laufenlassen.»

Man wollte ihn laufen­lassen. Aber das hat der junge Schwarze nicht für richtig befun­den. Er hat sich zu seinen Mitchris­ten gestellt und ist mit ihnen in den Tod gegan­gen. Er wollte das gle­iche Kleid wie sie.

Das Beispiel von Matthew aus Ghana führt uns drama­tisch vor Augen, worin wirk­liche christliche Ein­heit liegt. Sie liegt nicht in plu­ral­is­tis­ch­er Beliebigkeit, son­dern in der gemein­samen Samm­lung auf dem Fun­da­ment des EINEN Beken­nt­niss­es, welche Chris­ten zu allen Zeit­en zusam­menge­hal­ten hat.

Heute ziert Matthew aus Ghana mit seinen 20 kop­tis­chen Schick­salsgenossen unzäh­lige kop­tis­che Iko­nen und macht aus diesen ein Zeug­nis der kul­turüber­winden­den Kraft des christlichen Glaubens.

Das Kleid der gewaltlosen Feindesliebe

Wer sich die Zeug­nisse der Hin­terbliebe­nen anhört, dem fällt sofort auf, wie per­sön­liche Rache für keinen einzi­gen der Hin­terbliebe­nen eine Option zu sein scheint. Der Schmerz sitzt tief. Die Trauer ist gross. Aber bei rest­los allen ist klar, dass sie nicht vergel­ten wer­den. Gott wird für Gerechtigkeit sor­gen. Ja noch mehr: Gott soll den Schlächtern vergeben.

Die fol­gen­den ver­link­ten Videos geben ein­drück­liche Ein­blicke in die Zeug­nisse der Hin­terbliebe­nen der 21 Mär­tyr­er. Müt­ter, Väter, Ehe­frauen und Geschwis­ter bericht­en von einem Glauben, der sich der Rache ver­weigert und vergeben möchte.

Samuel Alhoam Wil­son / Hany Abdel-Masih Sal­ib / Melad Mac­k­een Zaki / Ezzat Bushra Nas­sif / Yousef Shokry Younan / Majed Suleiman She­ha­ta / Soma­li Stéphanos Kamel / Malak Ibrahim Sin­iot / Bishoy Stéphanos Kamel / Gir­gis Melad Sniout / Essam Badr Samir / Luke Ngati / Jaber Mounir Adly / Sameh Salah Farouk / Bishoy Adel Kha­laf / Abanoub Ayad Attia / Kir­il­los Shukry Fawzy / Mena Fayez Aziz / Tawadros Youssef Tawadros / Malak Faraj Abram / Matthew Ayari­ga (aus Ghana)

Seit Jahrhun­derten leben die christlichen Kopten in Ägypten trotz immer wieder auf­flam­menden Ver­fol­gun­gen und gesellschaftlich­er Benachteili­gung eine Kul­tur des Friedens. Christliche “Radikalität” ist eine der gewalt­losen Fein­desliebe. Was für ein einzi­gar­tiges Kleid!

Das Kleid der ewigen Hoffnung

Was gab den 21 Mär­tyr­ern die Kraft, ihrem Schick­sal mit ein­er solchen Gelassen­heit ent­ge­gen­zublick­en? Die Berichte der Hin­terbliebe­nen machen es klar. Es war die reelle Hoff­nung ein­er Ewigkeit bei Gott, ihrem himm­lis­chen Vater.

Gott gab ihren ermorde­ten Söh­nen, Ehemän­nern, Brüdern, Enkeln und Väter diese Zuver­sicht auf die Zukun­ft mit Gott. Nur so lässt sich die Ruhe und der Frieden deuten, mit dem sie sich dem Tod gestellt haben. Sie sind jet­zt an einem besseren Ort. Gott hat sie zu sich genom­men. Immer wieder erstrahlt die Gewis­sheit über das ewige Heil der Mär­tyr­er in den Zeug­nis­sen der Hin­terbliebe­nen. Deren Tod wird nicht als Nieder­lage ange­se­hen, son­dern als Beförderung, nicht als das Ende, son­dern als der Über­gang zu etwas viel Besserem.

Die Zusagen des himm­lis­chen Erbes und des Endziels des Glaubens in der Gegen­wart Gottes (1Pet 1:3–9) sind für die Hin­terbliebe­nen hand­feste Real­ität, mit der sie leben. Das Kleid der Mär­tyr­er ist ein ewiges Kleid. Was für ein Kon­trast zu unser­er dies­seits­be­zo­ge­nen west­lich-zivil­isierten Kultur!

Ikone: Tony Resk

Welches Kleid tragen wir?

Seit einem Jahr ziert das oben dargestellte Bild der 21 Mär­tyr­er meinen Arbeit­splatz. Es soll mich daran erin­nern, was es für Men­schen in anderen Wel­tre­gio­nen bedeuten kann, Gott treu zu sein. Das Bild fragt mich jeden Tag neu: Wie sieht meine Treue aus? Was darf mich mein Christ­sein kosten? Was bedeutet es, ein Nach­fol­ger von Jesus zu sein?

Die Ehe­frau ein­er der Mär­tyr­er beschreibt, was für sie Nach­folge bedeutet:

«Der Herr Jesus Chris­tus wurde gekreuzigt, gegeis­selt und gefoltert um unser willen. Kön­nen wir nicht ein klein wenig Resilienz auf­brin­gen? Kön­nen wir nicht um seinetwillen einige Tropfen unseres Blutes geben?»

Das Glaubens-Kleid der Mär­tyr­er von Libyen ist so anders als jenes, welch­es mir in unserem west­lichen Wohl­stands-Chris­ten­tum begeg­net. Wir zele­bri­eren unsere Glauben­szweifel, ohne dass wir jemals die Glauben­sprü­fun­gen beste­hen müssten, welche Chris­ten in anderen Wel­tre­gio­nen zu beste­hen haben. Wir leben der­massen in Über­fluss und Ein­bil­dung unser­er eige­nen Fähigkeit­en, dass der Him­mel als reale Hoff­nung gar keine Bedeu­tung mehr zu haben scheint für unser Leben. Wir sind so vom Wahrheits-Rel­a­tivis­mus unser­er Zeit geprägt, dass unser christlich­es Glaubens­beken­nt­nis zur aus­tauschbaren Floskel ohne jeglich­es Preiss­child gewor­den ist.

Unser west­lich­es Evan­geli­um scheint sich vor allem als eines auszu­for­men, welch­es den men­schlichen Bedürfnis­sen nach Annahme, Wertschätzung und Zus­tim­mung ent­ge­genkommt. Im Kon­trast dazu zeigen uns Chris­ten in Ver­fol­gungssi­t­u­a­tio­nen ein bib­lis­ches Evan­geli­um, das nicht primär men­schliche Bedürfnisse in den Mit­telpunkt stellt. Ein Evan­geli­um, bei dem Jesus nicht der tätschel­nde Alles-Gut-Mach­er ist, son­dern der Herr und König des anbrechen­den Gottes­re­ichs, dem wir unser Leben schulden und dem wir zur Nach­folge verpflichtet sind, auch wenn es uns alles kostet, inklu­sive unser Leben.

Für Chris­ten in Ver­fol­gungssi­t­u­a­tio­nen bedeutet die Annahme des Evan­geli­ums ger­ade das Gegen­teil von Bedürfnis­stil­lung. Wer dort das Evan­geli­um annimmt, weiss, dass er damit auf Annahme, Wertschätzung und Zus­tim­mung verzichtet, und dass er stattdessen um Jesu willen mit gesellschaftlich­er Aus­gren­zung und Ver­ach­tung rech­nen muss. Wer so an Jesus glaubt, weiss, dass ihm der Glaube an Jesus seine Beziehun­gen, seine Fam­i­lie, vielle­icht sog­ar sein Leben kosten kann.

Natür­lich kön­nen wir in der west­lichen Welt die unpop­ulären The­men wie Schuld, Busse, Verge­bung, Herrschaft Jesu, Nach­folge, Hingabe, das “Ster­ben mit Chris­tus am Kreuz” weglassen. Dann wird die Botschaft weniger anstös­sig und klingt eingängiger, und das “Kleid des Glaubens” sieht dann (ange­blich) schön aus! Aber dann wird die Gnade Gottes zu ein­er bil­li­gen Gnade, die nichts kostet, damit aber auch nie­man­dem etwas wert sein wird. Dann versinkt die Kirche Jesu in Harm­losigkeit und Irrelevanz.

Was für ein arm­seliges Bild geben wir doch ab im Ver­gle­ich zu den lybis­chen Mär­tyr­ern und ihren Ange­höri­gen! Ist unser Ruf nach dem näch­sten Satz Klei­dern nicht ein Hohn im Lichte des Blut­zolls, welch­es Chris­ten über die Jahrhun­derte für ihr Fes­thal­ten an Chris­tus als dem einen Her­rn bezahlt haben? Ich habe diesen beque­men Glauben satt, der einzig darauf aus ist, möglichst naht­los in unsere Gesellschaft einzublenden und der auch mein eigenes Leben zutief­st prägt!

In seinem Buch beschreibt Mar­tin Mose­bach die mögliche alter­na­tive Klei­derord­nung für unsere west­lichen Kirchen sehr treffend:

«Auch für die Zukun­ft des Chris­ten­tums hal­ten die Kopten Erfahrun­gen bere­it: Wie kann Chris­ten­tum ausse­hen und weit­erbeste­hen, wenn die Mehrheits­ge­sellschaft und der Staat nicht mehr duldend und wohlwol­lend sind, son­dern feind­selig wer­den und wenn Chris­ten die Teil­nahme am öffentlichen Leben ver­weigert wird, weil sie sich der Zivil­re­li­gion nicht unter­w­er­fen wollen? Sieht es nicht beina­he so aus, als sei der Weg der west­lichen Kirche durch die Jahrhun­derte ein riesen­hafter, höchst ereignis­re­ich­er Umweg gewe­sen, der jet­zt genau dort mün­det, wo die kop­tis­che Kirche geduldig aus­ge­hal­ten hat?»

Welch­es Kleid wollen wir als Chris­ten zukün­ftig tra­gen? Ja, lasst uns diese wichtige Frage disku­tieren! Und vergessen wir bei der Diskus­sion die sper­ri­gen orangen Over­alls nicht, welch­es das let­zte Kleid der 21 Mär­tyr­er von Libyen waren!

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Anmerkung 17.02.20:

In unserem Artikel «Jesus allein ist König» gehen wir ein­ge­hen­der auf den Aspekt der Königs­herr­schaft Jesu ein, wie ihn die ersten Chris­ten gelebt haben. Weit­er gibt jen­er Artikel Kon­kre­tio­nen für unser west­li­ches Set­ting, auch bezüg­lich der unschein­ba­ren ‹Kai­ser› in unse­rem Leben, wie zum Bei­spiel ‹Kai­ser Wachs­tum› oder ‹Kai­ser Selbst­be­stim­mung›. Her­zliche Ein­ladung an alle, auch diesen Artikel zu lesen als Teil der Diskussion.

Titel­bild / Bilder: Screenshots

25 Comments
  1. Michael 3 Jahren ago
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    Lieber Peter, du hast hier einen span­nen­den und her­aus­fordern­den Artikel her­aus­gear­beit­et. Bei mir sind allerd­ings ein paar Fra­gen aufge­poppt, die ich immer wieder habe, wenn ich von im West­en leben­den Men­schen Aus­sagen höre, die die west­liche Chris­ten­heit mit Aus­sagen wie “Was für ein armes­liges Bild geben wir doch ab…” oder “Ich habe diesen beque­men Glauben satt…” oder dem Vor­wurf “wir wollen doch nur noch einkul­turi­ert wer­den und alle Hin­dernisse beseit­i­gen” herausfordern/infragestellen. Ger­ade bei der zweit­en Aus­sage (ist ja ein Zitat aus deinem Text) liegts mir dann nahe zu sagen “Na, dann geh doch, es zwingt dich nie­mand hier zu bleiben, wo es dir gut geht” (ist jet­zt nicht böse gegen dich gemeint, ich ent­falte nur ger­ade meinen inneren Dia­log 😉 ). Um vielle­icht ger­ade bei dieser Aus­sage etwas tiefer zu gehen… Was genau ist denn dein Wun­sch? Vielle­icht kannst du mir hier pars pro toto eine Antwort geben, weil bish­er hat mir noch nie­mand diese Gegen­frage sin­nvoll beant­worten kön­nen. Was ich aber öfters höre ist, dass man sich ja keine Ver­fol­gung, kein Schmerz und kein Lei­den wün­scht, aber… dann drückt da doch irgend so ein für mich sehr komisch anmu­ten­der beina­he masochis­tis­ch­er Wun­sch nach einem hypo­thetis­chen Lei­den durch, weil man das Gefühl hat, nur dann fol­gt man Jesus richtig nach, nur dann ist der Glaube vali­diert, weil er anstösst, weil er “die Welt” dazu bringt, mit Steinen nach einem zu wer­fen. Aber… ist dieser Wun­sch denn gesund? Ist es das, was Gott sich für seine Kinder wün­scht? Den inni­gen Wun­sch zu lei­den? Klingt für mich nie so richtig Kön­i­gre­ich Gottes mäs­sig. Was ich gut ver­ste­he ist, dass man sich wün­scht, dass mehr von Gottes Reich in dieser Welt sicht­bar wird, das man Teil ein­er Bewe­gung sein kann, in welch­er Gott sich auf die Welt zube­wegt, in welch­er Men­schen in diese liebende Beziehung mit Jesus ein­tauchen kön­nen, göt­tliche Nähe und Liebe erfahren dür­fen und selb­st zu Hoff­nungsträgern wer­den, die diese Weltzeit über­dauern und auf das hin­weisen, was jet­zt in Chris­tus schon begonnen hat und dere­inst von ihm vol­len­det wer­den wird (wie das dann auch immer geschieht — mal los­gelöst von escha­tol­o­gisch aus­for­mulierten Konzepten). Das ver­ste­he ich sehr gut, weil ich diesen Wun­sch auch in mir trage! Was ich dann aber nie so richtig ver­ste­he (vielle­icht kommt das noch?) ist diese son­der­bare Sehn­sucht nach Leid. Ich sehe es als gottgegebenes Priv­i­leg, dass ich auf einem Fleck Erde leben darf, wo ich Frieden und Frei­heit habe an Jesus zu glauben und mit ihm durch mein Leben zu gehen. Ich empfinde es als ein Ehren von jenen Men­schen, die vor uns hier waren, von den Men­schen, die einst hier auf dem Boden, auf dem ich laufe, ihr Blut, ihren Schmerz und ihre Pein für Jesus gegeben haben (schau in die Kirchengeschichte — das ist hier bei uns auch passiert! Ist ein­fach schon was her…). Sie haben einen Preis bezahlt, den ich zur Zeit nicht bezahlen muss — oder nicht so wie sie und ganz ehrlich… dafür bin ich dankbar. Ich sage manch­mal zum Spass (!!!), Gott hat alle “schwachen Chris­ten” in den West­en der Welt getan, weil er weiss, dass wir echte Ver­fol­gung nicht über­ste­hen wür­den :). Wenn wir schon das Gefühl haben, wir zer­brechen daran, dass wir keine Krip­pen­spiele in der Schule mehr machen dür­fen, dann will ich uns um Gottes Willen nicht erleben, wenn man uns mit Folter dro­ht, soll­ten wir nicht unserem Jesus radikal abschwören.
    Ich gehe mit dir übri­gens in der ersten Aus­sage (wir sind etwas arm­selig) zum Teil einig. Ja ich finde, wir machen oft keine sehr gute Fig­ur. Irgend­wie bekom­men wir es nicht hin, das Evan­geli­um unser­er Kul­tur gerecht zu kom­mu­nizieren. Wir sind oft sprach­los, wenn unsere Son­ntagschu­lant­worten (“Jesus”, “Es ist Gnade”) nicht eine sofor­tige Bekehrung zur Folge haben. Wir fühlen uns so oft im Vertei­di­gungsmodus, haben Angst um den “Unter­gang des christlichen Abend­lan­des” oder küm­mern uns darum, dass unsere lutherdeutschen Denkmod­elle möglichst gut kon­serviert wer­den. Aber in alle­dem fehlt uns (nach meinem Dafürhal­ten) eine Apolo­getik, die unser­er Welt und unser­er Kul­tur gerecht wird. Sich mit Steinen bew­er­fen zu lassen hil­ft hier mit Sicher­heit auch nichts. Wir brauchen Anschluss an die mod­erne, mündi­ge, selb­stver­ant­wor­tende, nicht mehr nach Fremd­führung auss­chauhal­tende Welt und wir brauchen Antworten auf die Bedürfnisse unser­er Zeit. Das Bedürf­nis nach einem lei­den­den Mär­tyr­er ist, soweit ich das sehe, aber jet­zt nicht vir­u­lent hoch. Und deshalb wollen wir uns “anpassen”. Das, was von dir mit “…einzig darauf aus ist, möglichst naht­los in unser­er Gesellschaft einzublenden…” bew­ertet wird, ist in meinen Augen ein Ver­such apolo­getisch in unser­er Zeit hineinzuwirken. Ja, da klappt nicht immer alles, da gehen Sachen schief, aber da ist auch ganz viel ern­sthaftes Arbeit­en am Kön­i­gre­ich Gottes dahin­ter. Es geht doch nicht darum, ein Wohl­stand­se­van­geli­um zu erstellen, es geht darum, mit ein­er wohl­stand­sori­en­tierten Gesellschaft zu kom­mu­nizieren, ohne gle­ich beim ersten Kon­takt einen Beziehungsab­bruch zu bewirken, weil man sie brüskiert. In Mt 13,52 ste­ht: Da sprach er: Darum gle­icht jed­er Schrift­gelehrte, der ein Jünger des Him­mel­re­ichs gewor­den ist, einem Haus­vater, der aus seinem Schatz Neues und Altes her­vorholt. Nicht, “der das Alte in neues Gewand ver­packt” — das darf und soll auch geschehen, aber es gibt Neues, das her­vorge­holt wer­den will — auch heute noch! Es geht doch nicht darum, den Men­schen der heuti­gen Zeit ein “Ja, ich bin ein arm­seliger Sün­der” abzurin­gen… es geht darum, dass Gott ihre Herzen erre­ichen kann. Wenn die klas­sis­che “Sün­den­erken­nt­nis” dann erfol­gt, Hal­lelu­ja. Wenn sie jedoch völ­lig anders aussieht, aber trotz­dem Gott ihr Herz erre­icht hat, Hal­lelu­ja — da geschieht etwas Neues und es ist OK so. An diesem Pro­jekt Gottes möchte ich arbeit­en und ja, das darf mich etwas kosten. Meinen “Preis” in meinem kul­turellen Kon­text mit dem Preist eines anderen kul­turellen Kon­textes 1zu1 zu ver­gle­ichen ist aber genau­so unfair, wie wenn ich son­stige kul­turelle Her­aus­forderun­gen und ihre Lösungsan­sätze miteinan­der vergleiche.

    Hier vielle­icht meine Rück­frage: Darf das Evan­geli­um dich in unser­er west­lichen, friedlichen, wohlständi­gen Welt etwas kosten? Zum Beispiel deine the­ol­o­gis­chen Mod­elle oder die liebge­wor­de­nen Begrif­flichkeit­en? Darf es dich die Kon­trol­lier­barkeit ein­er in sich schlüs­si­gen, endgülti­gen und abgeschlosse­nen Form von “so ist das Evan­geli­um, so arbeit­et Gott, so sieht die kom­plette Wahrheit aus” kosten? Ist das nicht vielle­icht “än blätz” an unserem Orangen Over­all, den wir tra­gen müssen um des Kön­i­gre­ich­es Willen, dass es sich in unser­er Kul­tur inkarnieren kann?

    Lieber Gruss
    Michael

    • Peter Bruderer 3 Jahren ago
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      Hal­lo Michael und danke für deine Rückfragen.
      Kurzfristig fehlt mir grad die Zeit, aus­führlich auf deine Gedanken einzuge­hen. Nur mal so viel: ich wün­sche mir wed­er eine Ver­fol­gung noch würde ich mir anmassen, die Sit­u­a­tion von uns Chris­ten hier in Europa als Ver­fol­gungssi­t­u­a­tion zu beschreiben. Was ich sehe ist eine Verän­derung der Leitkul­tur, welche ten­den­ziell zu Benachteili­gung von Chris­ten führen kön­nte, oder zu gewis­sen Ein­schränkun­gen der Mei­n­ungsäusserung. Dies als Ver­fol­gung zu beze­ich­nen wäre ein Hohn angesichts dessen, was Chris­ten zum Beispiel in der islamis­chen Welt oder in Indi­en aktuell erleben.
      Was mich her­aus­fordert, und was ich ver­sucht habe in diesem Artikel zum Aus­druck zu brin­gen ist, dass wir in unseren west­lichen Kirchen teil­weise ger­ade die Sachen am Dekon­stru­ieren sind, für die unsere Geschwis­ter in anderen Län­dern bere­it sind, für ihr Fes­thal­ten daran den Tod in Kauf zu nehmen. Der Synkretismus würde zum Beispiel sagen: Es kommt nicht so drauf an, was für einen Namen du Gott gibt’s, wir glauben ja im Grunde alle an densel­ben. Wenn das tat­säch­lich so wäre, dann wären die Mär­tyr­er von Libyen die bemitlei­denswertesten Wesen, weil sie unnötiger­weise mit ihrem Beken­nt­nis den Tod gewählt haben. Unsere Kirchen im West­en sind da aber grad frisch-fröh­lich diese Synkretismus-Schübe am Durch­laufen. Das Zeug­nis der Mär­tyr­er spricht in diese Real­ität hinein und fordert uns heraus.
      Natür­lich sehen die Her­aus­forderun­gen bei uns im West­en aber auch anders aus. Im auf meinen Artikel fol­gen­den Beitrag haben wir das etwas aus­ge­führt. Es sind tat­säch­lich vielle­icht eher Dinge wie die Selb­st­bes­tim­mung oder der Mate­ri­al­is­mus welche bei uns das Königszepter schwin­gen und von uns Gehor­sam ein­fordern. Hier der Link zum Artikel: https://danieloption.ch/glaube/dna‑7–10-jesus-allein-ist-koenig/
      Du sprichst dann noch die Frage nach dem Alten und Neuen an. Das wäre eine Län­gere Diskus­sion, wo ich auch nicht alle Antworten habe. Nur mal ein Gedanke: Vieles was uns als Neu verkauft wird oder als neu empfind­en ist nicht neu, son­dern Auf­guss von Altem. Aber auch: In vielem was wir als Alt empfind­en gäbe es ganz viel wertvolles für unsere Tage zu entdecken 😊.
      Her­zliche Grüsse
      Peti

      P.S. Dein Name sagt mir irgend­was. Ken­nen wir uns von irgendwoher?

      • Michael 3 Jahren ago
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        Sali Peter, danke für deine schnelle Antwort. Ja, die Leitkul­tur ist sicher­lich im Wan­del — genau deshalb glaube ich, braucht es zum Teil Altes, was neu aufgegossen wird und zum Teil Neues, was noch kein Auge gese­hen und kein Ohr gehört hat :). Bei Neu und Alt geht es mir auch nicht um mod­ernistis­ches “new is always bet­ter” — das Zen­trale dabei ist die Fähigkeit, damit zu beste­hen und Men­schen zu erre­ichen. Die Angst vor Synkretismus sehe ich auf der einen Seite als berechtigt an, darf aber auf der anderen Seite nicht zur ein­er Art Leitlin­ie wer­den, anhand der­er man Bemühun­gen “verurteilt”, die Kön­i­gre­ich Gottes neu aufgiessen oder neu kom­mu­nizieren wollen. Jet­zt sprichst du ein heik­les The­ma an… wir dekon­stru­ieren hier das, wofür unsere Geschwis­ter in anderen Län­dern ster­ben. Ich bin auch nicht dafür, dass wir Jesus dekon­stru­ieren oder den Abso­lutheit­sanspruch Gottes, der Einzige zu sein. Das heisst für mich aber nicht direkt, dass Jesus nicht die Frei­heit hat, Men­schen dort zu begeg­nen wo sie sind und unter den Voraus­set­zun­gen, die er wählt (die nicht unser­er christlichen Kul­tur oder unser­er Dog­matik entsprechen müssen). Schwierig finde ich allerd­ings die Argu­men­ta­tion­s­grund­lage “Wir dür­fen nicht dekon­stru­ieren, für was andere ster­ben”. Ich weiss, was ich jet­zt sage wird der Emo­tion und dem tiefen Schmerz des Mär­tyr­ertums nicht gerecht. Ich habe ger­ade sehr lange rum­studiert, ob ich dazu eine Aus­sage machen möchte, weil ich nicht glaube, dass man hier der The­matik gerecht wer­den kann. Ein­fach ein Teilgedanke dazu: der Umstand, dass jemand bere­it ist, für eine Sache zu lei­den und zu ster­ben vali­diert nicht zwin­gend die Sache an sich bzw. alle Facetten davon. Bspw. sollte John McArthur unter Joe Biden (ich glaube das nicht! nur damit ich das gesagt habe, das ist ein hypo­thetis­ches Fall­beispiel) ins Gefäng­nis müssen, weil er daran fes­thält, dass Gott Schwule has­st und dass Frauen und Män­ner nicht absolute gesellschaftliche Gle­ich­heit haben soll­ten, dann wird er, aus sein­er Sicht, um Christi Willen ins Gefäng­nis gehen. Ich glaube sog­ar, dass Gott sich geehrt fühlen wird, weil John­ny­Mac so stark an seinen Überzeu­gun­gen für Chris­tus fes­thält. Das würde für mich aber niemals bedeuten, dass ich beginne zu glauben, dass Gott Schwule has­st und Män­ner und Frauen nicht Gle­ich­es zugeste­ht. Aber schlussendlich würde John­ny­Mac ja nicht ins Gefäng­nis gehen (so hoffe ich zumin­d­est), weil er Schwule has­sen und Frauen und Män­ner unter­schiedlich behan­deln will, son­dern weil diese bei­den Attribute in seinem Denken untrennbar mit diesem wun­der­baren Jesus verknüpft sind, und diesen Jesus will er ehren, lieben und für ihn alles geben, und das ist doch das Zen­trale an der Sache oder nicht?
        Lieber Gruss
        Michael
        PS: Tja Peti, ehrlich gesagt weiss ich nicht, ob ich bere­its mit dir face to face gesprochen habe :). Ich weiss aber wer du bist, hat­te sog­ar lange deine Han­dynr. gespe­ichert (keine Ahnung woher ich die hat­te). Ich bin in Roman­shorn aufgewach­sen und habe mich im Dun­stkreis vom Godi Amriswil bewegt, wahrschein­lich sind wir uns da ein­mal über den Weg gelaufen?

        • Peter Bruderer 3 Jahren ago
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          Sali Michael und danke für deine Rückmeldung.
          Das Gott sich sehr per­sön­lich und sozusagen mass­geschei­dert den Men­schen in ihrer Sit­u­a­tion offen­baren kann und tut, das denke ich auch. Jesus ist ja auch zu uns gekom­men, auf unsere Ebene, in unsere Lebenswelt. Da bin ich ganz mit dir. Da ist viel Gnade. Das schliesst aber nicht aus das Men­schen dann auch in ihrer Erken­nt­nis wach­sen kön­nen und sollen, und unser Herz fest wer­den kann (z.B 1Thess 4:1). Die ersten Chris­ten hat­ten von Anfang an sehr klare Gewis­sheit­en, welche ihren Glauben kennze­ich­neten, und welche wir in den Beken­nt­nis­sen der frühen Kirche wiederfind­en. Ich hab z.B. eine Artikelserie über das Beken­nt­nis von Aquileia geschrieben: https://danieloption.ch/kirchengeschichte/aquileia‑3–4‑das-bekenntnis-von-aquileia/
          Chris­tus ist Herr (Kyrios) — das war das Urbeken­nt­nis der Chris­ten. Die Mär­tyr­er von Lybi­en sind für das gle­iche Beken­nt­nis in den Tod gegan­gen. Es gibt so etwas wie einen gemein­samen christlichen Beken­nt­niskern, der eben nicht nur die Mitte des christlichen Glaubens beschreibt, son­dern nach mein­er Überzeu­gung auch Aus­sen­gren­zen set­zt. Und auch wenn der Glaube zum Beispiel in ver­schiede­nen Wel­tre­gio­nen ganz unter­schiedliche Aus­prä­gun­gen bekom­men mag oder auf unter­schiedliche Weise Ein­gang find­et (aus mein­er Sicht ein Reich­tum!) — der Beken­nt­niskern ist der­selbe. Auch in diesem Zusam­men­hang hab ich einen Artikel geschrieben: https://danieloption.ch/glaube/dna‑5–10-den-kulturellen-graben-ueberwinden/
          Mit McArthur kenne ich mich nicht so datail­liert aus. Die Gründe, warum jemand bere­it ist für eine Sache ins Gefäng­nis zu gehen müssen dif­feren­ziert betra­chtet wer­den. Ich glaube das es bei McAthur vor allem um die Gewährleis­tung des Rechts auf freie Reli­gion­sausübung geht, welche er durch die restrik­tiv­en Coro­na-Aufla­gen in Kali­fornieren gefährdet sieht. Dies kann man so oder so sehen. Auch wenn ich in diversen Fra­gen wohl nicht mit ihm einig bin, schätze ihn für seine Bere­itschaft, sich auch kämpferisch zu engagieren und nicht alles ein­fach hinzunehmen, was ‘von oben’ der Bevölkerung aufge­drückt wird. Ich glaube es gibt ja mit­tler­weile auch Gerischt­sentschei­de, welche ihm recht gegeben haben?!
          Falls du mal Lust hast auf einen Kaf­fee oder ein Bier vor­beizukom­men — das sollte ja wieder eher möglich sein. Ich würde mich freuen.

  2. Peter Bruderer 4 Jahren ago
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  3. Gofi Müller 4 Jahren ago
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    Lieber Peter, vie­len Dank für deinen Artikel! Ich würde gerne ein wenig aus­führlich­er darauf reagieren, wenn das okay ist.
    Deinen Anstoß finde ich total sin­nvoll, die Frage, was uns unser Beken­nt­nis zu Chris­tus wert ist, was wir es uns kosten lassen, ist immer wieder aufs Neue fäl­lig. Bei mir rennst du damit offene Türen ein, denn diese Frage war Teil mein­er ’spir­i­tu­al for­ma­tion’, wie der Englän­der sagt: In mein­er Kind­heit und Jugend herrschte noch der Kalte Krieg, und unsere Gemeinde pflegte engen Kon­takt zu Christin­nen und Chris­ten in der Sow­je­tu­nion, die auf­grund ihres Glaubens in Arbeit­slagern interniert wur­den, ver­hört und gefoltert wur­den oder sich ver­steck­en, ihre Ver­samm­lun­gen heim­lich abhal­ten mussten. Schon der Besitz ein­er Bibel war strafbar.
    Sie wur­den uns damals als Vor­bilder vor Augen gestellt. Nie­mand wün­schte uns irgen­det­was Bös­es, aber eins war doch klar: Wenn uns schon nie­mand in den GULAG steck­te, dann soll­ten wir uns wenig­stens für unser Zeug­nis für das Evan­geli­um aus­lachen lassen.
    Ich habe das auch ver­sucht und mich dafür geschämt, dass es mir etwas aus­machte, wenn ich für meinen Jesus-Saves-Aufnäher verspot­tet wurde. Ich glaube, das ist ein Mal passiert. Uns war so gründlich einget­richtert wor­den, dass ‘die Welt’ wirk­lich etwas gegen das Evan­geli­um von Jesus Chris­tus hätte — gegen das wahre Evan­geli­um, nicht irgen­dein abgeschwächt­es, ver­wässertes — dass wir immer nur darauf warteten, dass uns dem­nächst irgend­je­mand has­sen würde.
    Beun­ruhi­gen­der­weise geschah das nicht. Ich muss geste­hen, dass kein­er der­jeni­gen, die mir beige­bracht haben, dass Ver­fol­gung und Leid die logis­che Kon­se­quenz aufrechter Jesus­nach­folge sei, jemals für seinen Glauben gefoltert oder geschlachtet wor­den wäre. Die meis­ten leben noch oder sind inzwis­chen an Alter oder Krankheit gestor­ben. Das war in der Tat beun­ruhi­gend, denn dass uns nie­mand das Leben zur Hölle machen wollte, musste bedeuten, dass unsere Nach­folge nicht richtig, nicht gut sein kon­nte. Es gab deshalb vere­inzelt Geschwis­ter, die in ihren mis­sion­ar­ischen Bemühun­gen eine der­ar­tige Aggres­siv­ität an den Tag legten, dass ein nor­maler Men­sch sie ein­fach has­sen musste — zu ihrer großen Erleichterung.
    Später ent­deck­te ich zweier­lei: Chris­ten, die in der DDR lebten, wur­den tat­säch­lich drangsaliert. Sie wur­den vielle­icht nicht gefoltert und ermordet, aber schikaniert. Es gab sog­ar Pläne für Gefan­genen­lager, die kon­nten aber nicht mehr umge­set­zt wer­den. Die Wende kam schneller als alle dacht­en. Und: Anderen gelang es bess­er als uns, gefoltert und gemordet zu wer­den. Das waren zB Fem­i­nistin­nen, die gegen die Mäd­chenbeschnei­dung kämpften, Mus­lime, Athe­is­ten, Human­is­ten und Bud­dhis­ten, die bere­it waren, für das Wohl ihrer Mit­men­schen ihre Gesund­heit, ihre Frei­heit, ja ihr Leben zu opfern. Jet­zt ger­ade passiert es wieder: Men­schen, die in der Eis­eskälte mit syrischen Flüchtlinge aushar­ren, die vor den Kämpfen bei Idlib fliehen. Ich fürchte, viele von ihnen sind keine Chris­ten. Men­schen aus allen Reli­gio­nen sind bere­it, für das Gute ihr Leben zu lassen, so, wie die Män­ner, von denen du schreib­st und die auch ich bewun­dere. Ihre Geschichte hat mich damals tief bewegt, und sie tut es immer noch.
    Du sagst, wir sollen ihnen nacheifern. Ich stimme dir zu. Du sagst, wir eifern ihnen nach, indem wir am unver­fälscht­en, unverän­der­lichen Evan­geli­um fes­thal­ten, so wie sie es bis in den Tod tat­en. Lass uns das tun, und wir wer­den bei­de sehr alt wer­den, so Gott will. Nie­mand wird uns behel­li­gen. Ja, man wird uns aus­lachen, sich über uns ärg­ern. Vielle­icht gibt es hier und da ein biss­chen Ruf­mord. Mehr wird nicht passieren. Es wird auch nichts helfen, wenn wir uns öffentlich als Ver­fol­gte beze­ich­nen, weil das Fernse­hen einen gemeinen Bericht über uns macht. Wir wer­den nicht ver­fol­gt. Jeden­falls nicht, weil wir sagen: Jesus ist Gott, Jesus ist der Weg, die Wahrheit und das Leben. Nie­man­den juckt das. (Das gilt natür­lich nicht für Brüder und Schwest­ern, die inzwis­chen unter uns leben, sehr zum Miss­fall­en viel­er unser­er Mitchris­ten, und sich vom Islam zum Chris­ten­tum bekehrt haben. Für sie gel­ten andere Bedin­gun­gen, sie müssen tat­säch­lich um Leib und Leben fürcht­en. Du weißt das. Ich weiß es auch.) In Thürin­gen wiederum ist es zurzeit sehr viel leichter, dafür kranken­haus­reif geschla­gen zu wer­den, dass man gegen Nazis ist. Das Beken­nt­nis zu Jesus funk­tion­iert da in dieser Hin­sicht nicht so gut.
    Dabei haben wir dur­chaus auch die Möglichkeit, um des Evan­geli­ums willen zu lei­den. Nur, denke ich, han­delt es sich nicht so sehr um das evan­ge­lis­che Beken­nt­nis, das den Auss­chlag gibt, son­dern eher um die evan­ge­lis­che Prax­is. Dass manche von uns an den europäis­chen Gren­zen Notlei­den­den helfen und dabei ihr Geld, ihre Bequem­lichkeit und ihre Gesund­heit opfern, halte ich für im tief­sten Kern jesuanisch und evan­geli­ums­gemäß. Vielle­icht hat man ja sog­ar Glück und wird von einem kroat­is­chen Gren­z­er zusam­mengeschla­gen. Dürfte man in diesem Fall sagen, man sei um Jesu willen ver­fol­gt wor­den, oder wäre das nur poli­tisch und daher nicht dasselbe?
    Und wenn man es nun für Jesus getan hätte?
    Und wenn man es nicht für Jesus, son­dern nur im Geiste von Jesus getan hätte?
    Und wenn man nun im Geiste von Jesus gehan­delt hätte, ohne es zu wissen?
    Nun sagst du, wenn ich dich recht ver­ste­he, dass Men­schen, die diese Fra­gen stellen, sich dem Zeit­geist anbiedern. Wir ver­wis­chen die Gren­zen. Wir erge­hen uns lieber in unseren Zweifeln, als dass wir das Wort klar und wahr predi­gen. Wollte Gott, es wäre so ein­fach! Aber das ist ja unser aller Prob­lem: dass die Dinge hier, wo wir leben, eben nicht ein­fach sind. Man wird noch nicht ein­mal dann ver­fol­gt, wenn man es aus­drück­lich wün­scht! Und weil die Dinge eben nicht ein­fach sind, deshalb bemühen wir Zwei­fler uns um Klarheit, selb­st wenn das bedeutet, dass wir erst ein­mal für Unklarheit sor­gen. Wir machen die Erfahrung (jet­zt schon seit ger­aumer Zeit), dass die Klarheit, die du dir wün­schst und von uns allen forder­st, die Kirche nicht voran­bringt. Ja, wir kön­nen jede the­ol­o­gis­che Arbeit ver­weigern und fort­fahren, die alten Parolen rauszuhauen. (Mit the­ol­o­gis­ch­er Arbeit meine ich: mit der Real­ität kon­fron­tiert sein und daraufhin die eigene The­olo­gie über­prüfen.) Manche sagen: Wo das getan wird, boomt Gemeinde. Ich beobachte etwas anderes: Wo auschließlich das getan wird, zuckt die Gesellschaft die Schul­tern, während die Kirche erodiert, weil die Fra­gen der Mit­glieder nicht mehr ernst genom­men wer­den. Wenn Kirche sich nicht in den Dia­log mit der Gesellschaft und der sie umgeben­den Kul­tur beg­ibt und sich in Monolo­gen erge­ht, bleibt sie irrel­e­vant. Die Kirchen, die boomen, mögen das auf die Klarheit ihrer Predigt zurück­führen. In Wirk­lichkeit sind viele andere Fak­toren min­destens genau­so entschei­dend, wenn nicht wichtiger, zB Nach­barschaft­shil­fe, das Inter­esse an den Fra­gen der Men­schen, Authen­tiz­ität, let­ztlich jede Form der gelebten Liebe. (Volle Kirchen sind übri­gens kein Symp­tom für lebendi­ge Gemeinde: Je radikaler die Pedigt, desto größer die Anhänger­schaft. Wer wach­sen will, macht mit ver­baler Brachial­ität nie etwas falsch. Anschließend kann man das als göt­tliche Bestä­ti­gung verkaufen — ein tod­sicheres Rezept. Ich habe konkrete Beispiele vor Augen.)
    Ich komme deshalb auf deine Frage zurück: Was darf uns das Evan­geli­um kosten? Diese Frage wer­den wir anders bean­worten müssen als die Chris­ten, die von ihren islamistis­chen Schlächtern zum Strand geführt wer­den, allerd­ings genau­so radikal. Ich würde vorschla­gen, wir opfern unser Selb­stver­ständ­nis, wir seien die Heils­bringer und Hüter der Wahrheit und wir hät­ten auf jede x‑beliebige Frage die passende Antwort. Wir soll­ten die Behaup­tung opfern, unsere The­olo­gie sei wasserdicht und enthielte keine Leer­stellen. Auch soll­ten wir mit dem Irrtum aufräu­men, wir kön­nten von nie­man­dem mehr etwas ler­nen, am wenig­sten von anderen Reli­gio­nen. Unsere Überzeu­gung, die Kirche sei gle­ichbe­deu­tend mit dem Reich Gottes, gehört auch geopfert, sie hat bish­er nur Schaden angerichtet. Wenn ich weit­er­ma­che, fällt mir sich­er noch mehr ein. Natür­lich hält uns auch nie­mand davon ab, unser Geld, unsere Bequem­lichkeit und unsere Gesund­heit einzuset­zen, um anderen zu Hil­fe zu kom­men und sie zu ret­ten. Ich denke da allerd­ings zunächst ans Leben im Diesseits.
    Ich meine, unser Ster­ben sieht anders aus. Es ist aber genau­so real. Ich stimme dir vol­lkom­men zu, wir müssen von unserem hohen Ross herunter.
    Danke nochmals für deinen Anstoß! Die Frage, die du stellst, ist abso­lut rel­e­vant. Sie begleit­et mich seit mein­er Kind­heit. Und ich finde das sog­ar gut.

    • Peter Bruderer 4 Jahren ago
      Reply

      Lieber Gofi.

      Danke das du dir Zeit genom­men hast, so aus­führlich auf meinen Artikel zu reagieren. Es ist inter­es­sant, auch einen Ein­blick in deine eigene Biografie und dein Denken zu bekom­men. Ich kann aus zeitlichen Grün­den, und weil ich ein Langsam­denker und ‑schreiber bin, nicht mir der gle­ichen Aus­führlichkeit dir zurückschreiben. Trotz­dem ein paar Stichworte:
      Verfolgung:
      Wed­er wün­sche ich mir eine, noch halte ich mich per­sön­lich fit für eine, noch würde ich mir anmassen, die Sit­u­a­tion von uns Chris­ten hier in Europa als Ver­fol­gungssi­t­u­a­tion zu beschreiben. Was ich sehe ist eine Verän­derung der Leitkul­tur, welche ten­den­ziell zu Benachteili­gung von Chris­ten führen kön­nte, oder zu gewis­sen Ein­schränkun­gen der Mei­n­ungsäusserung. Dies als Ver­fol­gung zu beze­ich­nen wäre ein Hohn angesichts dessen, was Chris­ten zum Beispiel in der islamis­chen Welt oder in Indi­en aktuell erleben.
      Zur evan­ge­lis­chen Praxis:
      Diese halte ich für wichtig. Aber der Men­sch lebt nicht vom Brot allein. Ver­schliessen wir uns der Quelle, aus der das Leben fliesst, schöpfen wir let­ztlich nur aus löchri­gen Zis­ter­nen. Die Reduk­tion unseres Han­dels auf eine gute human­is­tis­che Agen­da halte ich deshalb für verkürzt. Denn der Men­sch ist, wie ich es sehe, zum Lob seines Schöpfers geschaf­fen, und nicht nur zur Pflege sein­er Schöp­fung. Wer dieses Grundbedürf­nis ignori­ert wird dem Men­schen let­ztlich auch nicht gerecht. Der Men­schen braucht min­destens so stark eine per­spek­tive für das jen­seits, wie er eine für das dies­seits braucht. So geht mir das jeden­falls per­sön­lich. Und auch ganz vie­len Men­schen am Ende ihres Lebenswegs.
      Zu poli­tis­chen Polarisierung:
      Die beschäftigt mich auch. Wir ver­suchen mit unserem Blog genau einen Weg für Chris­ten jen­seits der poli­tis­chen Polar­isierung zu beschreiben. Aktuell zum Beispiel mit unser­er DNA- Serie. Wenn wir als Chris­ten nur noch als Gefan­gene ein­er poli­tis­chen Ide­olo­gie operieren, sei es rechts oder links, wer­den wir notge­drun­gen nur noch ein verkrüp­peltes Evan­geli­um der Welt gegenüber präsentieren.
      Schau dir doch mal unseren Leitar­tikel dazu an:
      https://danieloption.ch/featured/dna‑1–10-die-einzigartige-werte-kombination-der-christenheit/
      Oder lies meinen Artikel in der Serie über das Über­brück­en kul­tureller Gräben:
      https://danieloption.ch/featured/dna‑5–10-den-kulturellen-graben-ueberwinden/
      Zum Ler­nen von den anderen Religionen:
      Hier bin ich zugegeben­er­massen ein Skep­tik­er. Nicht dass ich mir nicht wertschätzende Beziehun­gen zu Men­schen ander­er Reli­gio­nen wün­schen würde. Nicht das ich nicht zutief­st überzeugt bin davon, dass jed­er Men­sch die gle­iche gottgegebene Würde hat. Nicht das ich nicht die Schön­heit ander­er Kul­turen schätzen würde. Meine Hal­tung beim The­ma der Reli­gionsver­mis­chung liegt begrün­det im Exk­lu­siv­ität­sanspruch, den der Gott der Bibel selb­st erhebt. Der bib­lis­chen Beispiele über ‘miss­lun­gene’ Synkretis­tis­che Bewe­gun­gen gibt es genü­gende. Ich hab auf unserem Blog das Beispiel von Bileam aus­führlich bear­beit­et als Dreiteiler:
      https://danieloption.ch/theologie/altes-testament/bileam-teil‑1/

      Zur Frage, was uns der Herrschaft­sanspruch Jesu in unseren Bre­it­en­graden kosten könnte:
      Hier liefert unser neuester Artikel wichtige Ansätze, indem es zum Beispiel über ‘Kaiser Selb­st­bes­tim­mung’ und ‘Kaiser Wach­s­tum’ spricht:
      https://danieloption.ch/featured/dna‑7–10-jesus-allein-ist-koenig/
      Ich hoffe dieser Ein­blick gibt dir einige inter­es­sante Rück­mel­dun­gen. Soll­test du mal in der Schweiz sein wür­den ich mich freuen, die ken­nen­zuler­nen und ein Bier zusam­men zu nehmen.
      Her­zlich­er Gruss
      Peti

  4. David 4 Jahren ago
    Reply

    Und was ist denn der orange Over­all für die in diesem durch aussergewöhn­lichem Wohl­stand geprägten und (mehr oder weniger) freiem Land leben? Schade dass dieser Artikel nicht eine Ebene tiefer geht und damit aus empatis­ch­er Betrof­fen­heit konkrete Ansätze für gelebte Nach­folge in unserem All­t­ag (der nicht von der Bedro­hung von Leib und Leben geprägt ist) wird. Auf ein­er weit­er­führen­den Ebene wür­den z.B. Fra­gen auf­tauchen die wirk­lich All­t­agsrel­e­vanz haben wenn man den Glauben hier leben will, der dur­chaus von Her­aus­forderun­gen in der Nach­folge von Jesus Chris­tus geprägt ist (z.B. Markus 10,23).

    • Peter Bruderer 4 Jahren ago
      Reply

      Danke David für deinen Beitrag. Ich gebe dir recht, das mein Artikel keine Konkre­tion für unseres west­lich­es Wohl­stand­set­ting macht. Wir haben aber soeben einen Artikel pub­liziert: “Jesus allein ist König”. Dieser geht einge­hen­der auf den Aspekt der Königsh­errschaft Jesu ein, und gibt gewisse Konkre­tio­nen für unser west­lich­es Set­ting, auch bezüglich der unschein­baren ‘Kaiser’ in unserem Leben, wie zum Beispiel ‘Kaiser Wach­s­tum’ oder ‘Kaiser Selbstbestimmung’.
      Danke für dein Mit­denken und her­zliche Leseempfehlung.
      Hier der Link
      https://danieloption.ch/featured/dna‑7–10-jesus-allein-ist-koenig/

  5. Rolf 4 Jahren ago
    Reply

    “Die Ruhe und Wür­de, mit dem alle 21 Män­ner in den Tod gin­gen, kann uns nur beein­drucken und mit Ehr­furcht und Stau­nen erfül­len.” —–Der IS hat mit seinen Opfern zahlre­iche Schein­hin­rich­tun­gen aus­ge­führt, so dass diese nicht wussten wann es wirk­lich die echte Hin­rich­tung war

  6. Manfred Reichelt 4 Jahren ago
    Reply

    Es wurde sich hier über mod­erne Strö­mungen mok­iert, u.a. solche, die Gott auch als unper­sön­lich vorstellen. Solche Vorstel­lun­gen wider­sprechen nicht der Bibel, son­dern sind auch zutief­st logisch. Eine Per­son ist näm­lich ein kom­plex­es Wesen, und ein solch­es kann nicht Ursache, son­dern nur Resul­tat sein.
    Am Anfang ste­ht deshalb das Leben an sich, wie ich das hier, in Bezug auf unsere Erlö­sung, erläutere: https://manfredreichelt.wordpress.com/2018/03/20/die-logik-der-erloesung/

  7. Jürg 4 Jahren ago
    Reply

    Vie­len Dank für diesen Artikel. Ich schaue zurück auf 43 Jahre, seit ich begann, The­olo­gie zu studieren. Und ich stelle fest: Nichts Neues unter der Sonne. Man weiss bess­er, was Paulus heute anders schreiben würde. Man spielt Jesus, den syn­op­tis­chen, gegen das übrige NT aus. Man will eine Ökumene der Mys­tik. Man will anschlussfähig sein. Man will den christlichen Glauben in eine Zivil­re­li­gion ver­wan­deln. Was heisst über­haupt “Anschlussfähigkeit”? Woher kommt dieser Begriff? Wie lautet seine the­ol­o­gis­che Begrün­dung? Man will das ja hof­fentlich nicht mit 1 Kor 9. 19ff begrün­den? Paulus hat nicht seine Botschaft verän­dert (1 Kor 1 und 2), son­dern ist den Juden anders begeg­net als denen, die nicht unter dem Gesetz standen. “Allen bin ich alles gewor­den, um in jedem Fall einige zu ret­ten.” Aber eben: Paulus würde ja heute einiges anders sagen und tun, wenn er so wis­senschaftlich und so geis­ter­füllt wäre wie wir! Wir kön­nten ihn da gewiss noch einige Tipps geben.

    • Peter Bruderer 4 Jahren ago
      Reply

      Danke Jürg!

  8. Benjamin Kilchör 4 Jahren ago
    Reply

    Vie­len Dank für diesen Beitrag. Ich erlaube mir, auf die Tilmann Geske Memo­r­i­al Lec­ture am 16. April 2020 an der STH Basel hinzuweisen, mit Mar­tin Mose­bach als Gastreferenten:
    https://sthbasel.ch/veranstaltungen/tilmann-geske-memorial-lecture-2020/

    • Peter Bruderer 4 Jahren ago
      Reply

      Danke!

  9. Regula 4 Jahren ago
    Reply

    Auch mich hat Madeleine Del­brèls Zitat beschäftigt. Chris­tus sel­ber klei­det seine Braut doch in Gewän­der, die nemals abnutzen oder aus der Mode kom­men. Nein, es ist nicht Josefs far­biges Gewand, son­dern das ein­fache Gewand der Nomaden, der Men­schen, die unter­wegs sind. Mit und auf ihren wiederk­om­menden Her­rn und Bräutigam hin.
    Ich befürchte, dass die pro­gres­sive, “der Mode fol­gende” Kirche keine Zukun­ft hat, sich let­ztlich sel­ber über­flüs­sig macht.
    Immer wieder kommt mir der Gospel “Give me that old­time reli­gion” in den Sinn. Ich empfinde wirk­lich, dass sie“good enough fo me” ist. Oder, wie die Band vom Gebet­shaus Augs­burg auf ihrer neuen CD singt: “Heute will ich mich entschei­den, Dir zu fol­gen, auch durch Lei­den.” Grosse Worte, oranger Over­all. Doch ich kenne keine überzeu­gen­dere Option!

    • Peter Bruderer 4 Jahren ago
      Reply

      Danke Reg­u­la!

  10. Dave Kull 4 Jahren ago
    Reply

    Danke Dir Peti!
    Berührend und schlägt in mir genau die Sait­en an, welche mich auch bewe­gen und beschäftigen!

    • Peter Bruderer 4 Jahren ago
      Reply

      Danke Dave.

  11. Dave 4 Jahren ago
    Reply

    Lieber Peti, ich schlage vor, dass du doch den Blick opti­mistisch voraus richt­en mögest, was aus dein­er Glauben­stra­di­tion Pos­i­tives erwächst, statt pes­simistisch nach hin­ten zu schie­len auf all die, die es anders und damit falsch machen. Ich bin jeden­falls froh und dankbar, ein­er Kirche anzuge­hören, die “nicht an die Bibel glaubt, son­dern…” (siehe https://emk-schweiz.ch/spirit/).
    Sehr gerne lade ich ein, ein­mal ein­er Predigt von mir beizu­wohnen, damit du dir sel­ber ein Bild machen kannst, inwiefern sich mein dem Zeit­geist aus­geliefertes Bibelver­ständ­nis auf die Verkündi­gung auswirkt. Ich predi­ge mor­gen um 10.10 in der evang. Kirche Basadin­gen zum Jahres­los Mk 9. Oder dann am 23.02. sozusagen neben dein­er Haustür — 200 Meter von der Chrischona — in der evang. Kirche Felben.
    Ich würde mich über deine Anwe­sen­heit sehr freuen, zumal ich ja bei dir meine ersten Predigter­fahrun­gen vor voller Frauen­felder Stadtkirche sam­meln durfte.
    Ein segen­sre­ich­er Sonntag!
    Dave.

    • Peter Bruderer 4 Jahren ago
      Reply

      Danke für deine Rück­mel­dung Dave und viel Erfolg mor­gen. Mein Sohn hat einen Auftritt in unser­er Kirche, den ich nicht ver­passen darf! Auch son­st wäre die Konkurenz gross — wie es scheint hat sich Godi Locher in er ev. Kirche Frauen­feld angemeldet 🙂

      • Dave 4 Jahren ago
        Reply

        Ich denke du weisst, was ich sagen will. Das hat nichts mit Auftrit­ten und Locher zu tun. Es geht um ehrlich­es Inter­esse an Sache und Per­son. Es geht um ver­ste­hen wollen statt urteilen und richtig­stellen. Mich hat zum Beispiel sehr inter­essiert, welche Auswirkun­gen Bult­manns Hermeneu­tik auf seine Predigten hat. Aber das find­et man in Büch­ern, nicht in Blogs und Kommentaren.

        • Peter Bruderer 4 Jahren ago
          Reply

          Dann schauen wir doch, das wir das mal in den kom­menden Monat­en hinkriegen!

          • Dave 4 Jahren ago

            Gerne:
            19.04. evang. Basadingen
            03.05. evang. Felben
            16.08. evang. Felben
            23.08. evang. Basadingen
            13.09. evang. Wigoltingen
            04.10. evang. Felben
            18.10. evang. Basadingen
            13.12. evang. Felben

  12. Rahel 4 Jahren ago
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    Wow! Abso­lut gewaltig, total ergreifend, her­aus­fordernd, erschüt­ternd und zutief­st inspiri­erende! Ganz her­zlichen Dank Peti!

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