Den Glauben verlieren Teil 3: Michael Gungors De-Konversion

Peter Bruderer
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Im Sep­tem­ber 2018 schlägt ein kurzes Video von Buz­zfeed in den sozialen Medi­en ein wie eine kleine Bombe. Darin berichtet Sän­gerin Lisa Gun­gor vom Glaubensver­lust, welchen sie und ihr Mann Michael durch­laufen haben. Die Geschichte von Lisa und Michael Gun­gor ist für mich eine ganz per­sön­liche. Ich kenne Lisa und Michael. Vor gut zwei Jahren standen sie auf der Bühne ‘meines’ Fes­ti­vals, dem Spring­time Fes­ti­val.

2009 startet die Band Gun­gor ihren kome­ten­haften Auf­stieg durch die christliche Musik­welt. Ihr 2010-er Hit ‘Beau­ti­ful Things’ wird in Kirchen und Jugend­gottes­di­en­sten gesun­gen, ihr Gesicht ziert bald die Umschläge christlich­er Mag­a­zine. Michael Gun­gor wird nicht nur als Kün­stler, son­dern auch als christlich­er Vor­denker gefeiert. Und dann die Mel­dung im Video: Er hat seinen Glauben ver­loren.

Im besagten Videoin­t­er­view berichtet Lisa aus ihrem Leben. Bere­its mit 20 Jahren heirat­en Lisa und Michael. Schon bald bekom­men sie eine Anstel­lung als Leitungsper­so­n­en in ein­er grossen Kirche. Die Kirche bietet ihnen viele Annehm­lichkeit­en. Aber der Druck ist gross. Der Druck, Kinder zu kriegen. Der Druck, keine Glauben­szweifel oder Fra­gen haben zu dür­fen. Den Glauben erleben sie als Transak­tion:

Wenn ich gut genug bin, wenn ich genug bete, wenn ich genug glaube … dann werde ich geseg­net, dann kriege ich das Baby, dann bekomme ich das gute Leben. Lisa Gun­gor — eigene Über­set­zung

Auf ein­er Euro­pareise wird der Besuch in einem ehe­ma­li­gen Konzen­tra­tionslager zu einem ein­schnei­den­den Erleb­nis und wirft grosse Fra­gen bezüglich der Güte Gottes auf. Lisa und Michael ver­lassen ihre Kirche und ziehen nach Den­ver. Hier nimmt eine unaufhalt­same Glaubens-Dekon­struk­tion ihren Lauf bis zu dem Moment, an dem Michael sein­er Frau offen­bart, dass er nicht mehr an Gott glaubt.

 

Als ich im Früh­ling 2017 den Ver­trag mit Gun­gor für ihren Auftritt in der Schweiz unter­schreibe, weiss ich um die Gerüchte rund um Michael. Auf diversen kirch­lichen Nachricht­en­por­tal­en in den USA sind gewisse unortho­doxe the­ol­o­gis­che Hal­tun­gen von Michael the­ma­tisiert wor­den etwa zu Fra­gen von Schöp­fung und Evo­lu­tion. Als Ver­anstal­ter ist für mich eigentlich immer klar: Man sollte den Leuten mehr ver­trauen als mis­strauen. Ich schätze Gun­gors als grossar­tige Song­writer und exzel­lente Musik­er. Zudem habe ich grossen Respekt davor, wie Lisa und Michael ihr volles Ja zu ihrem zweit­en Kind Lucette gefun­den haben, welch­es uner­wartet mit dem Down Syn­drom geboren wor­den ist.

Rekonstruktion als Mystiker

Anders als bei Bart Cam­po­lo, über dessen Dekon­struk­tion zum Athe­is­mus wir auf unserem Blog bericht­en, ist der Athe­is­mus für Michael Gun­gor nicht das Ende der Reise. Kurz nach dem Erscheinen des Video­clips mit Lisa im Sep­tem­ber 2018 stellt Michael in einem ein­fachen Face­book­post klar:

I am not a Athe­ist. Michael Gun­gor

In den Kom­mentaren zum Post präzisiert er weit­er:

Ihr kön­nt mich jet­zt als Mys­tik­er betra­cht­en. Jeglich­er Gott, der konzep­tu­al­isiert wer­den kann, ist nicht, der ‘Ich bin’. Michael Gun­gor — eigene Über­set­zung

Im Feb­ru­ar 2019 reicht er noch weit­ere Klärun­gen nach:

Wer ist Michael Gun­gor über­haupt? Ist er ein christlich­er Lobpreisleit­er? Ein aus­ge­laugter Agnos­tik­er? Ein Athe­ist? Ein Mys­tik­er? … Ich habe meinen Glauben für eine gewisse Zeit ver­loren und habe Musik darüber geschrieben. Dann habe ich ange­fan­gen, die Ein­heit in allen Din­gen zu sehen und darüber zu schreiben. Michael Gun­gor — eigene Über­set­zung

Im Rah­men mein­er Nach­forschun­gen ent­decke ich, wie Per­so­n­en, welche Michael beson­ders nahe ste­hen, ihn manch­mal unter dem Namen ‘Vish­nu Dass’ ansprechen. Michael hat sog­ar ein eigenes Face­bookpro­fil unter diesem Namen. Was hat es mit diesem Namen auf sich? Mike McHar­gue alias ‘Sience Mike’ ist ein guter Fre­und von Michael Gun­gor. Dieser erk­lärt in einem Online-Forum, wie es zu diesem neuen Namen für Michael gekom­men ist:

Mein bester Fre­und, Michael Gun­gor sah, wie sein Name zu ein­er Marke in der christlichen Medi­en­welt gemacht wurde. Das gab ihm eine eige­nar­tige Beziehung zu seinem Namen, vor allem, als er nicht mehr Christ war. Wie er so auf sein­er spir­ituellen Reise unter­wegs war, ent­deck­te er die Lehren des Bud­dhis­mus und Hin­duis­mus als hilf- und lehrre­ich für sich. Ein­er der Lehrer, welche ihm halfen, war Ram Dass… Ram Dass beschloss, Michael Gun­gor einen neuen Namen anzu­bi­eten. Ein Moment, der für Michael von tiefer Bedeu­tung war. Mike McHar­gue — eigene Über­set­zung

Per­so­n­en, welche sich inten­siv­er mit der Geschichte der Pop­musik auseinan­der­set­zen, wer­den irgend­wann über den Namen Ram Dass stolpern. Auch Ram Dass hat früher anders geheis­sen, näm­lich Richard Alpert. Er ist eine Leit­per­son der Hip­piebe­we­gung. 1963 wird er als Pro­fes­sor der renom­mierten Har­vard Uni­ver­sität auf­grund von Exper­i­menten mit LSD ent­lassen. 1967 reist er nach Indi­en, kon­vertiert zum Hin­duis­mus und erhält sel­ber seinen neuen Namen: Ram Dass (= “Diener Gottes”). 1971 erscheint sein Buch ‘Be Here Now’, welch­es zu einem der wichti­gen Büch­er der Hip­pie-Bewe­gung wird. Ein Zeuge davon ist das vom Buch inspiri­erte Lied ‘Be Here Now’, welch­es Bea­t­les-Mit­glied George Har­ri­son 1973 pub­liziert haben.


Ram Dass, Vor­denker der Hip­pie-Bewe­gung. Quelle ramdass.org

Das atheistische Abendmahl

Es wird klar, dass Michael Gun­gor eine weite Reise hin­ter sich hat: Vom tal­en­tierten Lobpreisleit­er in ein­er Kirche, über den hochgelobten Vor­denker der pro­gres­siv­en US-Chris­ten, den Athe­is­ten, bis hin zum hin­duis­tis­chen Mys­tik­er.

Auf seinen diversen Pod­casts ist aktuell das für den Hin­duis­mus zen­trale The­ma der ‘Non­d­u­al­ität’ dom­i­nant. Es ist das, was im Wesentlichen monis­tisch-pan­the­is­tis­che Reli­gio­nen vom christlichen The­is­mus unter­schei­det. Neben der Musik und der inhaltlichen Arbeit mit dem ‘Litur­gist Pod­casts’ bietet er gegen Hon­o­rar ’spir­ituelle Reise­be­gleitun­gen’ an.

Wirk­lich auf­schlussre­ich ist für mich der Ein­blick in eine Zusam­menkun­ft von ‘Litur­gist’, welche Ende 2018 in Nashville stattge­fun­den hat. Eine Bekan­nte von Michael, welche sich sel­ber als ‘Sex-Witch’, also als ‘Sex-Hexe’, beze­ich­net, berichtet in einem kurzen Video von dieser gemein­samen Ver­samm­lung (ich verzichte hier bewusst auf eine Ver­linkung):

Ein paar Stun­den später, kurz vor dem Beginn der athe­is­tis­chen Eucharistie, lief Vish­nu zu mir herüber und fragte: “Willst du Vapor (Anmerkung: ein bekan­ntes Lied der Band Gun­gor) sin­gen?” Ich habe meine eigene Stimme seit Jahren nicht mehr so gehört. Mit dem Ver­lassen der insti­tu­tionellen Kirche, haben so viele von uns gemeint, wir müssten Teile von uns zurück­lassen und akzep­tieren, dass solch ‘Heilige Momente’ uns nie mehr find­en wer­den … Vielle­icht geht es dir wie mir: Du ver­misst nicht, zu WEM du damals gesun­gen hast, aber du ver­misst, wie es sich ange­fühlt hat … Ich bin da, um dich an die Wieder­her­stel­lung aller Dinge zu erin­nern. Vielle­icht hast du auch schon Ähn­lich­es gehört, aber ich möchte dir heute sagen, was der Unter­schied ist, worin die Wahrheit beste­ht: In unseren ehe­ma­li­gen Gefässen hat die ‘Ursache’ für das Wun­der, den Durch­bruch, die Verbindung immer den Raum ver­lassen. Es hat immer geheis­sen: Gott habe dies getan. Jet­zt wis­sen wir es bess­er: Wir machen dies zusam­men mit und für und durch einan­der. Eigene Über­set­zung

Auf eine Rück­frage, zu wem sie das Lied während dem Abendmahl gesun­gen habe, schreibt die besagte Sex-Hexe, sie habe es zu sich sel­ber und zu ihrem Kör­p­er gesun­gen.


Das athe­is­tis­che Abendmahl in Nashville. Im Vorder­grund Michael Gun­gor mit Gitarre, im Hin­ter­grund die selb­sterk­lärte Sex-Witch am Gesang. Brot und Wein ste­hen bere­it für das Abendmahl. (Screen­shot)

Gleiches Vokabular, unterschiedlicher Inhalt

Wohin kann der Weg des ‘pro­gres­siv­en’ Chris­ten­tums einen Men­schen führen? Im Fall von Michael Gun­gor endet er an einem Ort, wo ein zutief­st christlich­es Rit­u­al wie das Abendmahl eine humanistisch/atheistische Umdeu­tung bekommt und Men­schen mit bewusster okkul­ter Ver­strick­ung zur Mitwirkung ein­ge­laden sind. Jesus selb­st hat das Abendmahl einge­set­zt, damit wir Chris­ten uns daran erin­nern, wie er sein Leben als ein Opfer für uns gab (Mt. 26:26–28). Die Umdeu­tung eines solch tiefen christlichen Rit­u­als zu erleben, ver­let­zt mich in meinem Glauben zutief­st.

An dieser Geschichte wird auch eine Grund­prob­lematik unser­er Zeit sicht­bar, näm­lich dass man sich immer weniger darauf ver­lassen kann, dass Men­schen einem bes­timmten Wort den gle­ichen Bedeu­tungsin­halt beimessen. Kern­be­griffe des christlichen Glaubens wie zum Beispiel ‘Kreuz’, ‘Chris­tus’, ‘Aufer­ste­hung’, ‘Sünde’, ‘Erlö­sung’ oder eben ‘Abendmahl’ wer­den teils so unter­schiedliche Bedeu­tun­gen zugewiesen, dass es möglich scheint, dass zwei unter­schiedliche Reli­gio­nen unter Ver­wen­dung des gle­ichen Vok­ab­u­lars operieren.

Wohin führt die progressive christliche Reise?

Diese Frage beschäftigt mich. Immer wieder habe ich bei pro­gres­siv­en Wort­führern im deutschsprachi­gen evan­ge­likalen Umfeld den Ein­druck, dass sie sich nicht gerne in die Karten blick­en lassen. Fragt man zu konkreten Fra­gen von The­olo­gie, Ethik oder Fröm­migkeit nach, so wird oft auf Chris­tus als Verbinder aller Chris­ten ver­wiesen. The­olo­gie, Ethik und Fröm­migkeit wer­den bewusst zurück­gestuft, weil, so meine Ver­mu­tung, sie möglicher­weise als Gefährdung für die Ein­heit der Chris­ten emp­fun­den wer­den. Qua­si: Solange jemand Chris­tus-beken­nend ist, soll es nicht darauf ankom­men, was er glaubt (The­olo­gie), wie er lebt (Ethik), wie er Gott sieht (Fröm­migkeit). Ganz ehrlich: Ich traue diesem Vorge­hen nicht.

Mar­tin Benz, der in den ver­gan­genen Jahren den the­ol­o­gis­chen Kurs am IGW mass­gebend mit­geprägt hat, spricht in einem kür­zlich erschiene­nen Move­cast davon, dass der ‘pro­gres­sive Leit­er’ nicht zu weit vorau­seilen darf, weil dieser son­st zum Mär­tyr­er wird – aus der Stadt gejagt und gesteinigt wird. Er wolle mit seinen Move­casts die Leute mit­nehmen auf eine span­nende Reise der Erneuerung, und sich gle­ichzeit­ig nicht so weit ent­fer­nen in sein­er Kom­mu­nika­tion, damit er weit­er­hin Men­schen mit­nehmen kann.

Ich möchte Mar­tin auf keinen Fall unter­stellen, seine Reise habe den gle­ichen End­punkt wie diejenige von Michael Gun­gor. Und ich weiss, dass er das sel­ber auch entsch­ieden in Abrede stellen würde. Doch seit ich sehe, wo die pro­gres­sive Reise für einige ihrer Leit­fig­uren endet, weck­en solche Aus­sagen wie diejenige von Mar­tin bei mir ein deut­lich­es Unbe­ha­gen.

Ist es mir nicht zumut­bar, zu erfahren, wohin die Reise geht? Geht man ein­fach davon aus, dass die evan­ge­likale Basis noch nicht bere­it ist für die Überzeu­gun­gen, die man inner­lich schon hat? Jeden­falls wün­schte ich mir doch sehr, dass auf Mogel­pack­un­gen und Salami­tak­tik verzichtet würde!

Die progressive Affinität zu östlichen Religionen

Die Musik von Lisa und Michael Gun­gor bleibt gut. Und ich wün­sche Lisa und Michael von Herzen nur das Beste. Was aber den Glauben bet­rifft, leben wir mit­tler­weile auf zwei ver­schiede­nen Plan­eten. Nach sein­er Dekon­struk­tion scheint Michael seinen neuen Glauben auf der Grund­lage ein­er völ­lig neuen Welt­sicht aufge­baut zu haben.

Michael ist nicht Athe­ist, aber wie es aussieht auch nicht Christ. Doch diese Tat­sache hält pro­gres­sive Leit­fig­uren im christlichen Seg­ment nicht davon ab, Michael Gun­gor als einen der ‘ihren’ zu sehen. Fleis­sig lässt man sich gegen­seit­ig in Blogs, Pod­casts und Podi­en zu Wort kom­men, klopft sich gegen­seit­ig auf die Schul­ter. Und das hat mein­er Mei­n­ung nach einen Grund. Egal ob Richard Rohr, Bryan Mc Lar­ren, Rob Bell, Nadia Bolz-Weber und wie sie noch heis­sen: Die christlich-pro­gres­sive Elite in den USA hat schon vor Jahren ihre Abgren­zung gegenüber den östlichen Reli­gio­nen und Geis­te­sprak­tiken aufgegeben. Dies, obwohl sich das christliche Gottes­bild und das Konzept von Erlö­sung fun­da­men­tal unter­schei­det von den Erlö­sungskonzepten, wie wir sie in östlichen Reli­gio­nen find­en. Michael Gun­gor ist ein­er der ‘ihren’, weil let­z­tendlich die gle­iche Welt­sicht geteilt wird, vielle­icht noch mit etwas mehr oder weniger ‘from­mem’ Vok­ab­u­lar ver­set­zt.

Bilder­ga­lerie: Gun­gor am Spring­time Fes­ti­val 2017:

gungor_springtimefestival_2017

14 Comments
  1. Avatar
    Jonathan 6 Monaten ago
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    War trau­rig als sich Michael Gun­gor und verun­sichert als sich Richard Rohr ver­ran­nten. Finde diesen Text und den von Johannes Hartl (“Abschied von einem Lehrer” und “Die Lösung heißt nicht “kon­ser­v­a­tiv“”). Bin über­rascht, dass die Kon­fronta­tion mit Leid und Leis­tungschris­ten­heit jeman­den wie Michael Gun­gor aus der Bahn wirft. Hätte ihm gerne mal dieses Video emp­fohlen, naja. https://www.youtube.com/watch?v=wLvd_ZbX1w0 Danke für den Text.

    • Peter Bruderer
      Peter Bruderer 3 Monaten ago
      Reply

      Danke für die Rück­mel­dung, Jonathan!

  2. Peter Bruderer
    Peter Bruderer 7 Monaten ago
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    Hier ein Artikel über eine ähn­liche Biografie, die von Richard Rohr, von dem Michael Gun­gor ein gross­er Fan ist:
    https://johanneshartl.org/abschied-von-einem-lehrer/

  3. Peter Bruderer
    Peter Bruderer 11 Monaten ago
    Reply
  4. Avatar
    Manfred Reichelt 12 Monaten ago
    Reply

    Die Welt der Evan­ge­likalen ist eine fest­ge­fügte Welt, die echte Nach­folge Christi eher behin­dert als fördert. Die meis­ten Men­schen, die sich zu den Evan­ge­likalen zählen, wur­den in diese Gemein­schaften hineinge­boren. Da ist es nicht ver­wun­der­lich, dass manche begin­nen ihren über­nomme­nen Glauben zu reflek­tieren und sich genötigt sehen auszubrechen, da die starre Enge ihnen keine andere Möglichkeit lässt.
    Jet­zt, wo man selb­st­ständi­ger wird, ist natür­lich die Gefahr gegeben nach der einen oder anderen Seite vom Pferd zu fall­en. Aber echte Fröm­migkeit gibt es nicht ohne den Preis der Anfech­tung, des Zweifels.
    Wer weit­en fun­da­men­tal christl. Glauben ken­nen­ler­nen will, ist auf meinen Blog ein­ge­laden: https://manfredreichelt.wordpress.com/2018/04/09/verstaendnis-und-orientierung-durch-vertiefung/

    • Peter Bruderer
      Peter Bruderer 12 Monaten ago
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      Danke Man­fred für deinen Beitrag.
      Ich glaube mit dir, dass es wichtig ist, unseren Glauben zu reflek­tieren, deshalb engagiere ich mich auch auf Daniel Option. Wir möcht­en da eben auch die eine oder andere heisse Kartof­fel anfassen und nicht nur Schweigen zu Fra­gen unser­er Zeit.
      Die Evan­ge­likale Welt hat da bes­timmt gewisse Schlag­seit­en, im Sinne eines “Wir haben die Antwort — was war schon wieder die Frage?” Die evan­ge­likale Welt wird aber auch oft auf eine Weise karikiert, welche ihr unrecht tut. Ich glaube das ein Blick auf die weltweite Dynamik und Vielfalt dieser Bewe­gung da auch eine andere Per­spek­tive geben kann.
      Mein Brud­er Paul hat sich übri­gens in diversen Artikel schon mit dem The­ma Fragen/Zweifel befasst. Sein Biografis­ch­er Artikel ste­ht ganz am Anfang von Daniel Option: https://danieloption.ch/glaube/lebensberichte/den-glauben-verlieren-teil-1-meine-re-konversion/
      Her­zliche Grüsse un eine gute Woche.

      • Avatar
        Christoph Scheuermann 5 Monaten ago
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        Hal­lo Peter,

        ich bin sehr dankbar für deinen Artikel. Er bringt ein Stück Klarheit. Danke, dass du die weit­ere Geschichte von Michael weit­er­ver­fol­gt hast und hier teilst. Toll, dass du ihn nicht verurteilst, son­dern sozusagen sagst: “Ok, da geht es für mich nicht­mehr weit­er bzw. ich kann in sein­er Anschau­ung nicht­mehr den erlösenden Jesus, der Gott ist, sehen, der allein ret­tet.”. So ver­suche ich das mal zu beschreiben. Tat­säch­lich war ich auf dem Springfes­ti­val haupt­säch­lich wegen Gun­gor, weil ich sie so gern mal live sehen wollte! Weil sie ein­fach so musikalisch “bombe” sind. Sie haben ein riesiges Tal­ent! Ihre Musik hat mich auf tief im Herz getrof­fen. Und genau­so trifft mich ihre Geschichte tief ins Herz.

        Komis­cher­weise war es aber ver­mut­lich das trüb­ste Fes­ti­val auf dem ich war, den ich war alleine. Kein­er wollte mit mir in die Schweiz fahren. Das zweite Tick­et habe ich dann an ein anste­hen­des Mäd­chen ver­schenkt. Jesus erlöst mich zu ein­er Beziehung zu ihm, in der ich ihn und natür­lich auch mich bess­er ken­nen­lerne.

        Danke für deinen Artikel. Ich bete für Michael und Lisa, nicht weil Gott dadurch stärk­er ist, son­dern weil mein Herz bewegt ist und ich es ihm ein­fach sagen will. #Ehep­aar­like

        • Peter Bruderer
          Peter Bruderer 3 Monaten ago
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          Hal­lo Christoph. Her­zlichen Dank für deine Rück­mel­dung.

        • Peter Bruderer
          Peter Bruderer 3 Monaten ago
          Reply

          Hal­lo Christoph. Her­zlichen Dank für deine Rück­mel­dung. Eine kleine Anek­dote vom Fes­ti­val. Bei den Abbauar­beit­en im Anschluss ans Fes­ti­val fan­den wir Back­stage ein liegen­ge­lassenes Handy. Es stellte sich her­aus, das es jenes von Lisa Gun­gor war. Die Band musste bere­its um 5 Uhr Mor­gens Rich­tung Flughafen abfahren. Wir schafften es aber noch, es ihr zu über­grin­gen. Sie hat­te glaube ich gar nicht bemerkt das ihr Handy fehlt und hat sich her­zlich bedankt.

  5. Avatar
    Bravesoul 1 Jahr ago
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    Zu ent­deck­en, dass es eine 1600 Jahre alte durch und durch christliche Tra­di­tion der Mys­tik gibt, hat mir sehr über eine tiefe Glauben­skrise hin­wegge­holfen. Ich erlebe dadurch eine neue Tiefe und Lei­den­schaft für Gott. Den­noch liegt es mir fern, Jesus Chris­tus als Erlös­er zu leug­nen. Selb­st wenn von “Allver­söh­nung” die Rede ist, so geschieht dies durch Ihn.

    Eine sehr gute Einord­nung der christlichen Mys­tik inklu­sive ein­er Abgren­zung gegen östliche Reli­gio­nen find­et man bei der VBG: https://wp.vbg.net/wesen-und-praxis-christlicher-kontemplation/

    • Peter Bruderer
      Peter Bruderer 1 Jahr ago
      Reply

      Danke Bravesoul für deinen Hin­weis auf den VBG Artikel zur christlichen Kon­tem­pla­tion. Ich wer­den den gerne studieren, sehe dur­chaus einen Platz für Kon­tem­pla­tion und habe sel­ber auch eine gewisse Affinität für kon­tem­pla­tive Gottes­di­en­st­for­men.
      Ich denke aber das es auch eine sehr konkrete Gefahr des Sykretismus ernst zu nehmen gilt. Der Ein­fluss von östlichen Kon­tem­pla­tions­for­men macht aus kon­tem­pla­tiv­en Anbe­tung / Gebet zu unserem Schöpfer­gott nur näch­ste Form selb­stzen­tri­erten Spir­i­tu­al­ität. Ich finde dieser Artikel bringt bringt einiges auf den Punkt: https://catholicherald.co.uk/news/2019/09/24/zen-meditation-and-mindfulness-movement-are-not-christian-prayer-spanish-bishops-warn/
      Her­zlich­er Gruss
      Peti

      • Avatar
        Bravesoul 1 Jahr ago
        Reply

        Völ­lig ein­ver­standen: Zen ist Selb­ster­lö­sung, der Christ wird erlöst.

        Das Ziel christlich­er Kon­tem­pla­tion ist, mit Liebe erfüllt, wieder in die Welt hin­aus­ge­wor­fen zu wer­den und nicht im Inneren zu ver­weilen (wie z.B. im Qui­etismus). Es geht um eine Ich-Du Begeg­nung mit Gott (Mar­tin Buber) im Gegen­satz zu ein­er Ich-Es The­olo­gie.

        Thomas Keat­ing hat das “Cen­ter­ing Prayer” in den 1970er Jahren genau als christliche Alter­na­tive für die vie­len Hip­pies entwick­elt, die ihren spir­ituellen Durst nur mit bud­dhis­tis­chen Rit­ualen still­ten. Wenn die Meth­o­d­en von Ost und West äusser­lich auch ähn­lich ausse­hen, so ist das innere Geschehen doch sehr unter­schiedlich.

  6. Avatar
    helmut w-k 1 Jahr ago
    Reply

    “Gle­ich­es Vok­ab­u­lar, ver­schieden­er Inhalt” — so kon­nte man sein­erzeit auch die “mod­erne The­olo­gie” (Bult­mann etc.) beschreiben. Die Evan­ge­likalen haben sich damals dage­gen gestemmt und auf dem alten Inhalt bestanden.

    Und heute? Gun­gor ist nicht Bult­mann, es geht um eine ganz andere Front. Aber eben um eine Front. Da muss klar benan­nt wer­den, worum es geht, und auch schon mal abge­gren­zt wer­den.

  7. „Gle­ich­es Vok­ab­u­lar, unter­schiedlich­er Inhalt“. Dieser eine Satz macht m. E. deut­lich, was hier passiert: der Adres­sat des Wohlfüh­llobpreis war im schlimm­sten Fall die eigene „angenehme Emo­tion“. Zu den Dekon­ver­sio­nen, die uns aus der US-Amerikanis­chen Welt die let­zten 8 Wochen „beschäftigt“ haben (Joshua Har­ris und Mar­ty Samp­son), bemerkt J. L. Coop­er in einem FB Post war­nend: „We must STOP mak­ing wor­ship lead­ers and thought lead­ers or influ­encers or cool peo­ple or “rel­e­vant” peo­ple the most influ­en­tial peo­ple in Chris­ten­dom. (…) I’ve been say­ing for 20 years(and seemed prob­a­bly quite judg­men­tal to some of my peers) that we are in a dan­ger­ous place when the church is look­ing to 20 year old wor­ship singers as our source of truth. We now have a church cul­ture that learns who God is from singing mod­ern praise songs rather than from the teach­ings of the Word. I’m not being rude to my wor­ship leader friends (many who would agree with me) in say­ing that singers and musi­cians are good at com­mu­ni­cat­ing emo­tion and feel­ing. We cre­ate a moment and a vehi­cle for God to speak. How­ev­er, singers are not always the best peo­ple to write sol­id bible truth and doc­trine. Some­times we are too young, too igno­rant of scrip­ture, too unaware, or too uncon­cerned about the puri­ty of scrip­ture and the holi­ness of the God we are singing to.“ (https://www.facebook.com/2850181515207762/posts/2899206276971952?sfns=mo)

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