Was mich mit Atheisten verbindet

Paul Bruderer
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Vor eini­gen Mona­ten sorg­te unser Arti­kel über gemein­sa­me Über­zeu­gun­gen von Athe­isten und ‹pro­gres­si­ven› Chri­sten für hit­zi­ge Dis­kus­sio­nen. Eini­ge Leser emp­fan­den den Ansatz der Autorin unfair gegen­über die­sen Chri­sten. Des­halb neh­me ich mich heu­te sel­ber in die Pflicht, denn auch ich habe eini­ge gemein­sa­me Über­zeu­gun­gen mit Athe­isten. Here you go: Drei Din­ge, die mich als über­zeug­ter Christ mit Athe­isten ver­bin­det!

Ich stei­ge ein biss­chen phi­lo­so­phisch ein. Mich ver­bin­det mit Athe­isten ein ähn­li­ches Ver­ständ­nis von Rea­li­tät und Ratio­na­li­tät. Athe­isten und auch ich sind über­zeugt, dass die Wirk­lich­keit ein zusam­men­hän­gen­des und wider­spruch­frei­es Gan­zes ist, wel­ches dem mensch­li­chen Ver­stand und Geist zugäng­lich ist. Über den Grund war­um dies der Fall ist, sind Athe­isten und ich uns kei­nen Mili­me­ter einig. Aber dass es so ist, davon sind wir gemein­sam über­zeugt.

Mit die­sem Ver­ständ­nis ste­hen Athe­isten und ich im Wider­spruch zu post­mo­der­nen Über­zeu­gun­gen, wel­che eine radi­ka­le Abkehr von der Ratio­na­li­tät der Moder­ne suchen. Die Post­mo­der­ne geht davon aus, dass die Wirk­lich­keit kein wider­spruchs­lo­ses Gan­zes ist, und dass der mensch­li­che Ver­stand des­halb wider­sprüch­li­che Aus­sa­gen gleich­zei­tig für wahr hal­ten kann.

Du magst beim Lesen sol­cher Aus­sa­gen den Kopf schüt­teln. «Was?» denkst du, «logi­scher­wei­se ist die Wirk­lich­keit ein zusam­men­hän­gen­des Gan­zes, wel­ches Sinn macht und wel­ches wir mit unse­rem Ver­stand erken­nen und erfor­schen kön­nen!» Wenn du so denkst, zeigst du damit nur, wie modern du tickst. Die Welt kennt Welt­an­schau­un­gen, wel­che dies­be­züg­lich völ­lig anders funk­tio­nie­ren. Öst­li­che Reli­gio­nen zum Bei­spiel, sehen die ‹Wirk­lich­keit› oft als eine Art Traum des Gött­li­chen, wel­cher kei­ne zusam­men­hän­gen­de Logik hat. Eine sol­che Welt­an­schau­ung sieht die ‹Wirk­lich­keit› nicht als etwas, das wir in der Art, wie die west­li­che Wis­sen­schaft es tut, erfor­schen kön­nen.

Auch wenn ich den Ton sei­ner Publi­ka­tio­nen oft schwie­rig fin­de, so bin ich mit die­ser Aus­sa­ge vom aktu­ell wohl bekann­te­sten Athe­isten Richard Daw­kins einig:

Zei­ge mir einen kul­tu­rel­len Rela­ti­vist auf dreis­sig­tau­send Fuss Höhe und ich zei­ge dir einen Heuch­ler. Flug­zeu­ge, die nach wis­sen­schaft­li­chen Prin­zi­pi­en gebaut sind, funk­tio­nie­ren. Sie blei­ben sta­bil in der Luft und brin­gen dich an das Ziel dei­ner Wahl… Wenn du zu einem Kon­gress von Anthro­po­lo­gen oder Lite­ra­tur­kri­ti­kern fliegst, ist der Grund, war­um du es ver­mut­lich sicher an den Kon­gress schaffst — der Grund war­um dein Flug nicht in einem Acker endet — dass vie­le Inge­nieu­re der west­li­chen Welt ihre mathe­ma­ti­schen Glei­chun­gen rich­tig berech­net haben. Daw­kins, River out of Eden, Kind­le Posi­ti­on 435, eige­ne Über­set­zung

Mit ande­ren Wor­ten: Wis­sen­schaft gibt uns Zugang zur Wirk­lich­keit, was uns wie­der­um ermög­licht, Din­ge wie Flug­zeu­ge, Mobil­te­le­fo­ne, Beatmungs­ge­rä­te und Kühl­schrän­ke zu bau­en, die in die­ser Wirk­lich­keit auch funk­tio­nie­ren. Ich könn­te über vie­le Punk­te reden, in denen ich als Christ völ­lig ande­re Über­zeu­gun­gen habe als mei­ne athe­isti­schen Freun­de. Aber hier gibt es eine kla­re geteil­te Über­zeu­gung: Die Wirk­lich­keit ist ein zusam­men­hän­gen­des und wider­spruch­frei­es Gan­zes, und ist für uns Men­schen men­tal zugäng­lich.

Inter­es­san­ter­wei­se führ­te genau die­se gemein­sa­me Über­zeu­gung dazu, dass einer der pro­mi­nen­te­sten athe­isti­schen Phi­lo­so­phen der letz­ten Jahr­zehn­te, Ant­o­ny Flew, gegen Ende sei­nes Lebens vom Athe­ist zum The­ist wur­de. Mit ande­ren Wor­ten glaub­te er vor­her nicht an die Exi­stenz Got­tes, nach­her schon:

Mein Abschied vom Athe­is­mus wur­de nicht von neu­en Phä­no­me­nen oder Argu­men­ten aus­ge­löst.… (son­dern war) die Aus­wir­kung mei­ner fort­lau­fen­den Ana­ly­se der Bewei­se in der Natur. Als ich schluss­end­lich die Exi­stenz Got­tes erkannt habe, war es nicht ein Wech­sel von einem Para­dig­ma in ein ande­res, weil mein Para­dig­ma das­sel­be bleibt…: «Wir müs­sen den Bewei­sen dort­hin fol­gen, wohin sie füh­ren» The­re is a God, Sei­te 89, eige­ne Über­set­zung

Span­nend! Für Flew bedeu­tet der Wech­sel von Athe­is­mus zu The­is­mus kei­nen Para­dig­men­wech­sel! Der Grund liegt in der Über­zeu­gung, die ich hier als gemein­sa­me Über­zeu­gung dar­stel­le, näm­lich: Die Wirk­lich­keit lie­fert Hin­wei­se oder Bewei­se, weil sie ein zusam­men­hän­gen­des und wider­spruch­frei­es Gan­zes ist, wel­ches dem mensch­li­chen Ver­stand und Geist zugäng­lich ist. Wir kön­nen also den Bewei­sen fol­gen, wohin sie füh­ren, viel­leicht sogar in den Glau­ben an die Exi­stenz Got­tes.

Für mich als Christ ist klar, dass es hier nicht nur um ‚kal­te‘ Ratio­na­li­tät geht, in der wir bloss eine intel­lek­tu­el­le Erkennt­nis der Exi­stenz Got­tes fin­den. Die Bewei­se füh­ren zur Über­zeu­gung, dass Gott exi­stiert als eine Per­son, der unser Herz mit sei­ner Lie­be ent­fa­chen will und sich unglaub­li­cher­wei­se nach Bezie­hung mit uns sehnt! (Römer 5:5; Lukas 24:32) Doch damit wir uns die­ser zutiefst fas­zi­nie­ren­den Ein­sicht und ergrei­fen­den Erfah­rung mit Zuver­sicht hin­ge­ben kön­nen, brau­chen wir Ver­trau­en, dass unser Ver­stand Zugang hat zur Wirk­lich­keit. Athe­isten und ich tei­len dies­be­züg­lich eine gemein­sa­me Grund­hal­tung, wel­che zu drei Über­zeu­gun­gen führt, die ich mit Athe­isten gemein­sam habe.

Überzeugung 1: Wir dürfen mutige Fragen stellen und zufriedenstellende Antworten erwarten

Athe­isten glau­ben die Ant­wort auf eine der gröss­ten Fra­gen der Mensch­heit zu ken­nen: Gibt es einen per­so­na­len Schöp­fer-Gott? Athe­isten sind sich sicher dass er nicht exi­stiert. Es braucht heu­te Mut, sol­che Fra­gen zu stel­len, geschwei­ge denn es zu wagen, sie zu beant­wor­ten. Auch wenn ich mit der Ant­wort der Athe­isten nicht ein­ver­stan­den bin, tei­le ich ihre Mei­nung, dass wir den Mut haben dür­fen, die gros­sen Fra­gen über die Wirk­lich­keit zu stel­len und Ant­wor­ten zu fin­den, die zufrie­den­stel­lend genug sind, dass wir Frie­den oder sogar Gewiss­heit in unse­rem Den­ken fin­den kön­nen.

Albert Moh­ler weist auf die­se gemein­sa­me Über­zeu­gung von Athe­isten und Chri­sten wie mir hin:

Der Neue Athe­is­mus ist fest ver­bun­den mit des­sen eige­nem Kon­zept von wis­sen­schaft­li­cher Erkennt­nis. Es ist gewis­ser­mas­sen ein Gegen­ent­wurf zum post­mo­der­nen Geist. Die Neu­en Athe­isten sind kei­ne Rela­ti­vi­sten. Sie glau­ben nicht, dass alle Wahr­heit nur das Pro­dukt sozia­ler Kon­struk­ti­on ist. Im Gegen­teil wür­di­gen die Neu­en Athe­isten die Fra­ge nach der Wahr­heit, auch wenn sie der Wahr­heit wider­spre­chen, die am zen­tral­sten zum Chri­sten­tum gehört: Die Exi­stenz des selb­stof­fenba­ren­den Got­tes. Moh­ler, Athe­ism Remix, Sei­te 87, eige­ne Über­set­zung

Das pro­gres­si­ve Lager der Chri­sten­heit, wel­ches eher von post­mo­der­nen Denk­vor­aus­set­zun­gen geprägt ist, teilt die­se Zuver­sicht nicht. Aus mei­ner Sicht: Lei­der! Kürz­lich trank ich mit einem mei­ner pro­gres­si­ven Freun­de ein Bier. Ich frag­te ihn, ob wir sei­ner Mei­nung nach wis­sen kön­nen, ob Gott exi­stiert oder nicht. Er muss­te nicht lan­ge nach­den­ken, son­dern ant­wor­te­te sofort und mit kla­rer Über­zeu­gung: «Nein! Meta­phy­si­sche Fra­gen kön­nen wir nicht beant­wor­ten! Wenn es um das Wesen der Welt und um Gott geht, müs­sen wir agno­stisch unge­wiss blei­ben». Sei­ne Gewiss­heit ist, dass wir über der­art grund­le­gen­de Fra­gen kei­ne Gewiss­heit haben kön­nen. Ich kann mich spon­tan an meh­re­re online-Dis­kus­sio­nen der letz­ten Mona­te erin­nern, in denen Chri­sten eine ähn­li­che Hal­tung zum Aus­druck brach­ten. Sie sehen das Chri­sten­tum — um es in den Wor­ten eines ande­ren Freun­des zu sagen — höch­stens als eine Ahnung von dem, was es nicht gibt.

Mir ist klar, dass unser mensch­li­cher Ver­stand kei­ne abso­lu­te Erkennt­nis haben kann. Den Grund dafür sehe ich in unse­rem Geschöpf-Sein und in der Aus­wir­kung des Sün­den­falls auf unser Den­ken. Allein der Schöp­fer hat abso­lu­tes Wis­sen. Die­se Tat­sa­che bedeu­tet aber nicht, dass wir nur unsi­che­res Wis­sen haben kön­nen, denn unser Schöp­fer hat uns ech­ten men­ta­len Zugang zur Wirk­lich­keit gege­ben. Dar­um freue ich mich, zusam­men mit mei­nen athe­isti­schen Freun­den, mutig die Fra­gen nach der letz­ten Wirk­lich­keit zu stel­len und Ant­wor­ten zu erwar­ten.

Überzeugung 2: Halbherzige Softreligion lässt uns im Stich

Der inzwi­schen ver­stor­be­ne aber sehr bekann­te Athe­ist Chri­sto­pher Hit­chens zeigt uns sei­ne Aver­si­on gegen Reli­gi­on, die nur noch bean­sprucht, the­ra­peu­tisch zu sein und den Bezug zur Wirk­lich­keit schon gar nicht mehr her­zu­stel­len ver­sucht:

Der Schul­mei­ster, der die täg­li­chen Andach­ten und Gebe­te lei­te­te und die Bibel in der Hand hielt… gab uns eines Abends ein ern­stes Refe­rat: «Ihr mögt zu die­sem Zeit­punkt eures Lebens kei­nen Sinn in die­sem Glau­ben sehen. Aber eines Tages, wenn ihr gelieb­te Men­schen ver­liert, wer­det ihr es». Wie­der fuhr ein Stich der Empö­rung und des Unglau­bens durch mich. War­um? Weil er mehr oder weni­ger deut­lich gesagt hat: Es ist nicht nötig, dass die Reli­gi­on wahr ist, solan­ge sie uns trö­stet wenn wir es nötig haben. Hit­chens, God is Not Gre­at, Sei­te 6, eige­ne Über­set­zung

Auch wenn Hit­chens sei­nen Schul­mei­ster viel­leicht falsch ver­stan­den haben könn­te, so sehen wir an sei­ner Aus­sa­ge den­noch sei­ne Abscheu vor einer Reli­gi­on, die kei­nen Anspruch auf Wahr­heit erhebt. Sein Bei­spiel zeigt uns, was die Aus­wir­kun­gen sein kön­nen, wenn jemand so etwas als Chri­sten­tum ver­kauft. Zuhö­rer die (ver­ständ­li­cher­wei­se!) Inter­es­se an der Wirk­lich­keit haben, wen­den sich ab.

Christ­li­cher Glau­be der sich fast nur noch über Unge­wiss­hei­ten defi­niert, ist vie­len Men­schen suspekt. Es gibt Zei­ten des Fra­gens, Pha­sen der Zwei­fel. Ich ken­ne sie nur zu gut aus eige­ner Erfah­rung. Doch die Lösung ist nicht, dass wir den Anspruch auf­ge­ben, Ant­wor­ten fin­den zu kön­nen. Einem ehr­li­chen Zweif­ler gibt es Hoff­nung zu hören, dass es viel­leicht Licht am Ende des Tun­nels gibt. Jeder Zweif­ler muss sei­nen eige­nen Weg fin­den und wir kön­nen ihn auf die­sem Weg beglei­ten. Aber dem Zweif­ler sug­ge­rie­ren, auf ihn wür­den letzt­lich nur Aus­sa­gen war­ten die kei­nen Bezug zur Wirk­lich­keit haben, emp­fin­de ich als bru­tal.

Ich mag den Ton von Hit­chens so wenig wie den von Daw­kins. Doch ich emp­feh­le, sei­ne Ver­ach­tung von Softre­li­gi­on ernst zu neh­men. Ich bin mit ihm einig: Reli­gi­on, die sich nicht durch ein kla­res Bekennt­nis zur Wirk­lich­keit ver­letz­lich macht, ist eine the­ra­peu­ti­sche Softre­li­gi­on, die uns im ent­schei­den­den Moment im Stich lässt. Sie lässt im Stich eben gera­de weil sie kei­nen Wirk­lich­keits-Bezug schafft. Auf­grund mei­ner seel­sor­ge­ri­schen Erfah­rung den­ke ich: Wenn es hart auf hart geht, wol­len die Men­schen hören und wis­sen, was Wirk­lich­keit ist. Des­halb mei­ne ich, dass man­che christ­li­che Bewe­gun­gen, die fast nur noch Fra­gen stel­len ohne Ant­wor­ten geben zu wol­len, ihre zuhö­ren­den Men­schen im ent­schei­den­den Moment im Stich las­sen.

Überzeugung 3: Religion braucht Kritik

Die Kri­tik der Athe­is­mus-Prot­ago­ni­sten an der Reli­gi­on ist uner­bitt­lich, unnach­gie­big und geht bis in die Grund­fe­sten der kri­ti­sier­ten Reli­gio­nen. Für Daw­kins ist zum Bei­spiel klar, dass der Gott der Bibel ein ‹psy­cho­ti­scher Übel­tä­ter› ist (Der Got­tes­wahn, Sei­te 55). Die­ser Ansatz ist fester Bestand­teil sei­nes Den­kens und wird in sei­nen Ver­öf­fent­li­chun­gen man­tra­mäs­sig wie­der­holt.

Athe­isten wis­sen, dass Reli­gi­on kri­ti­siert wer­den muss. Ich bin mit ihnen ein­ver­stan­den. Inwie­fern sie dies in Bezug auf ihre eige­ne Reli­gi­on tun, muss ich nicht wis­sen. Die Fra­ge, die ich mir stel­len muss, ist, ob ich Kri­tik an mei­ner eige­nen Glau­bens­leh­re und Pra­xis zulas­se. Der christ­li­che Glau­be baut auf dem jüdi­schen Glau­ben auf, der fest ein­ge­bau­te Selbst­kri­tik-Mecha­nis­men hat­te: Die Pro­phe­ten. Die alt­te­sta­ment­li­chen Pro­phe­ten übten mit­un­ter der­art schar­fe Kri­tik an der Glau­bens­leh­re und Pra­xis im eige­nen Volk, dass die Her­ren Daw­kins und Hit­chens dane­ben ver­blas­sen.

War­um ist die­se Kri­tik nötig? Aus christ­li­cher Sicht liegt das Haupt­pro­blem im Wesen des Men­schen, wel­ches der Ten­denz unter­wor­fen ist, sich selbst zum Gott zu machen. Wir sehen den myste­riö­sen aber rea­len Anfang die­ser Ten­denz in der Bibel in Gene­sis 3. Damit ist die stän­di­ge Ver­su­chung aller Men­schen vor­ge­ge­ben, Gott für die eige­nen Zwecke miss­brau­chen zu wol­len. Dies kann im per­sön­li­chen Leben statt­fin­den, in kirch­li­chen Struk­tu­ren, wie auch in poli­ti­scher Tyran­nei. Das Pro­blem der Reli­gi­on liegt also im Wesen des Men­schen selbst. Hem­pel­mann bringt es auf den Punkt:

Das tief­ste Pro­blem besteht… nicht dar­in, dass es Reli­gi­on gibt, son­dern dass es den Macht­men­schen gibt, der sich stän­dig reli­gi­ös ver­hält. Hem­pel­mann, Der Neue Athe­is­mus, Sei­te 83

Jeder ist ein Stück Macht­mensch. Wir müs­sen des­halb Kri­tik von Aus­sen an unse­rem per­sön­li­chen Den­ken und Han­deln zulas­sen. Aber wir müs­sen auch Kri­tik an der eige­nen Glau­bens­ge­mein­schaft anneh­men und üben. Damit fol­gen wir ledig­lich dem Vor­bild der ersten Chri­sten und dem Auf­trag, den Chri­stus uns gege­ben hat, wie der Arti­kel von Jür­gen Neid­hart auf­zeigt, und Johan­nes Hartl wie auch Mar­kus Till bei­spiel­haft vor­ma­chen.

Wie geht es weiter?

Ali­ster Mac­Grath denkt, dass der Athe­is­mus es nicht geschafft hat, die Ima­gi­na­ti­on und das Herz der heu­ti­gen Men­schen zu erobern. Er schreibt:

Die Son­ne hat ange­fan­gen, sich über einem wei­te­ren Impe­ri­um zu nei­gen (dem Athe­is­mus, mei­ne Anmer­kung). Es ist im Moment völ­lig unklar, was die Zukunft des Athe­is­mus ist und was den Athe­is­mus erset­zen wird. Mac­Grath, The Twi­light of Athe­is­mus, Kind­le Posi­ti­on 99

Der Athe­is­mus kämpft bezüg­lich Popu­la­ri­tät mit ähn­li­chen Pro­ble­men, wie das klas­si­sche Chri­sten­tum, weil bei­de bestimm­te Ansät­ze ver­tre­ten, die jenen der Post­mo­der­ne dia­me­tral ent­ge­gen­ge­setzt sind. Eini­ge davon erwäh­ne ich in die­sem Arti­kel. Ratio­na­li­tät wird als kalt, unmensch­lich und (man stau­ne über die­se Aus­sa­ge) irre­füh­rend emp­fun­den.

Wir haben als Chri­sten Haus­auf­ga­ben: Wie stel­len wir einen guten Bezug zu post­mo­dern gepräg­ten Men­schen her? Was ist nötig? Was ist wahr und lang­fri­stig hilf­reich? Aus mei­ner Sicht soll­ten die vor­ge­schla­ge­nen Lösun­gen nicht der ins­ge­hei­me Knie­fall vor den rela­ti­vi­sti­schen Lösungs­vor­schlä­gen der Post­mo­der­ne sein, weil die­se letzt­lich alles unter­wan­dern was uns zu Men­schen macht. Die Post­mo­der­ne hat rich­ti­ger­wei­se das Pro­blem von Macht und des­sen Miss­brauch auf­ge­zeigt, doch die vor­ge­schla­ge­nen Lösun­gen brin­gen uns mei­ner Mei­nung nach nicht wei­ter. In den Arti­keln, die wir in den näch­sten Wochen ver­öf­fent­li­chen, möch­ten wir eini­ge Ansät­ze vor­stel­len, die hoff­nungs­vol­ler schei­nen.

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