Ehe für alle?

Paul Bruderer
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Die Schweiz stimmt am 26. Sep­tem­ber 2021 über die ‘Ehe für alle’ ab. Inner­halb weni­gen Tagen haben zwei grosse christliche Organ­i­sa­tio­nen ihre Stel­lung­nah­men und die entsprechen­den Wahlempfehlun­gen veröf­fentlicht: Die Evan­ge­lisch-reformierte Kirche Schweiz (EKS) und der Dachver­band der Freikirchen (Freikirchen.ch). Zusam­men repräsen­tieren sie ca. die Hälfte der Gottes­di­en­st­be­such­er an einem reg­ulären Woch­enende. Doch die Unter­schiede kön­nten kaum gröss­er sein. Ein per­sön­lich­er Kommentar. 

Während der Dachver­band der Freikirchen emp­fiehlt, die “Ehe für alle” abzulehnen (also am 26. Sep­tem­ber “Nein” zu stim­men), vertreten die Evan­ge­lisch-reformierten Kirchen ein deut­lich­es “Ja” zur Ehe für alle (also am 26. Sep­tem­ber “Ja” zu stim­men). Inter­es­sant ist es nun, die unter­schiedlichen Schw­er­punk­te in den Argu­men­ta­tio­nen zu beobachten.

Reformierte Kirche

Die EKS bekräftigt in ihrer aktuellen Medi­en­mit­teilung die bere­its im Herb­st 2019 gelieferte Begrün­dung. Sie konzen­tri­ert sich dabei auss­chliesslich auf den Beziehungsaspekt der gle­ichgeschlechtlichen Part­ner. Ver­schiedene sex­uelle Ori­en­tierun­gen seien Aus­druck geschöpflich­er Fülle” und deshalb sei der Ehe für alle zuzus­tim­men. Die min­destens eben­so wichtige Frage der Samen­spende für les­bis­che Paare, die auch Teil der Abstim­mung am 26. Sep­tem­ber ist, wird lei­der völ­lig ausgelassen.

Die EKS kündigt in der Medi­en­mit­teilung ein Grund­la­gen­pa­pi­er an, das sich mit den “weit­er­führen­den, bioethis­chen und fortpflanzungsmedi­zinis­chen Fra­gen” beschäfti­gen wird. Dieses wird jedoch erst nach der Abstim­mung veröf­fentlicht. Die EKS gibt den Wäh­lern also keine Hil­festel­lung zu den brisan­ten Fra­gen der Samen­spende. Doch die The­matik muss vor der Abstim­mung disku­tiert wer­den! Dies umso mehr, als mit Sicher­heit bald, wie in anderen Län­dern schon, die Forderung nach Leih­mut­ter­schaft im Raum ste­hen wird.

Es scheint, dass die EKS ihrer bish­eri­gen Strate­gie treu bleibt, die sex­u­alethis­chen Entwick­lun­gen unser­er Gesellschaft ten­den­ziell zu übernehmen und post­fak­tisch the­ol­o­gis­che Argu­mente zu finden.

Freikirchen.ch

Inter­essierte Stimm­bürg­er, die bei der EKS keine nüt­zlichen Denkange­bote find­en, wer­den beim Dachver­band der Freikirchen (Freikirchen.ch) fündig. Freikirchen.ch konzen­tri­ert sich auf den hohen Wert der het­ero­sex­uellen Ehe und auf die Sorge für das Wohl gle­ichgeschlechtlich­er Paare, kommt aber wegen zwei The­men zum gegen­teili­gen Schluss als die EKS: Das Wohl der Kinder und die Frage, wie das Gesetz Unter­schiede regeln kann, ohne zu diskri­m­inieren:

Frauen sind die besseren Müt­ter. Män­ner sind die besseren Väter. Die Ehe zwis­chen Mann und Frau unter­stützt das Recht und den Gewinn der Kinder, bei einem männlichen und weib­lichen Eltern­teil aufzuwach­sen und von deren Unter­schiedlichkeit und Ergänzung zu profitieren.

Eine Dif­feren­zierung gren­zt sich ab von Diskri­m­inierung (ungerecht­fer­tigte Benachteili­gung) und Pauschal­isierung (Gle­ich­machung von Unterschiedlichem).

Ich finde es super, wie Freikirchen.ch eine Abwä­gung sucht, welche das Wohl gle­ichgeschlechtlich­er Paare und das Wohl der Kinder einzubeziehen sucht. Freikirchen.ch stellt die wichtige Frage: “Ist die Öff­nung der Ehe für gle­ichgeschlechtliche Paare inkl. Samen­spende eine Pauschal­isierung ungle­ich­er Beziehun­gen, welche mitunter neue Ungerechtigkeit­en und Diskri­m­inierun­gen von Kindern hervorruft?”

Meine Meinung

Was das Ausleben von Homo­sex­u­al­ität im Kon­text der Kirche bet­rifft, habe ich die Entwick­lung mein­er Hal­tung bere­its in einem anderen Artikel aus­führlich beschrieben. Meine Mei­n­ung ist, dass Kirchen Räume der Gnade sind für alle Men­schen. Gle­ichgeschlechtliche Paare kön­nen jedoch nicht kirch­lich geseg­net werden.

Mir war aber bis vor weni­gen Monat­en unklar, was dies in Bezug auf die zivilge­set­zlich geregelte Ehe für alle bedeutet. Ich war offen für die Idee ein­er geset­zlichen Öff­nung der zivilen Ehe für gle­ichgeschlechtliche Paare. Dies bin ich inzwis­chen nicht mehr, und zwar wegen der bei­den Punk­te, die bei Freikirchen.ch zum Aus­druck kom­men. Ich möchte sie kurz aus­führen, in der Hoff­nung, dass meine Leser die Denkange­bote in ihre Mei­n­ungs­bil­dung mit ein­beziehen wer­den. Ich meine, die Schweiz sollte die noch vorhan­de­nen Lück­en der einge­tra­ge­nen Part­ner­schaft schliessen, anstatt die Ehe für gle­ichgeschlechtliche Paare zu öff­nen. Dies ist der beste Weg, das Wohl gle­ichgeschlechtlich­er Paare zu sich­ern, ohne das Wohl der Kinder unnötig zu gefährden.

1. Kinder können keine gleichgeschlechtliche Liebe verkörpern

Ein Kind repräsen­tiert das kom­binierte Erbe sein­er Eltern. Es verkör­pert seine biol­o­gis­chen Eltern und ist somit ein lebendi­ger Zeuge von deren Intim­ität und ist ein Träger der Iden­tität früher­er Gen­er­a­tio­nen. Das Kind verkör­pert damit die Dauer­haftigkeit der Ehe wie auch deren grundle­gend het­ero­sex­uelles Wesen. Das­selbe ist für gle­ichgeschlechtliche Paare physisch schlicht unmöglich. Kein Men­sch existiert als Aus­druck der Intim­ität ein­er gle­ichgeschlechtlichen Part­ner­schaft, weshalb die het­ero­sex­uelle und gle­ichgeschlechtliche Part­ner­schaft sich grundle­gend unter­schei­den. Jed­er Men­sch — auch der homo­ero­tisch ori­en­tierte — repräsen­tiert und verkör­pert die het­ero­sex­uelle und nicht die gle­ichgeschlechtliche Liebe.

Was diese schlichte, aber grundle­gende Tat­sache für die gle­ichgeschlechtliche Liebe bedeutet, ist eine wichtige Frage. Ich kenne den starken und drin­gen­den Wun­sch nach Kindern aus per­sön­lich­er Erfahrung nur zu gut. Ich habe ver­hält­nis­mäs­sig spät geheiratet und in den Jahren davor war eine mein­er grössten Nöte die Vorstel­lung, niemals im Leben Vater zu wer­den. Ich ver­mute, dass hier auch viele gle­ichgeschlechtliche Paare grosse Trauer empfind­en: Das Kind, welch­es sie sich (vorgestellt oder in Wirk­lichkeit) gemein­sam wün­schen, wird let­ztlich niemals ihre Liebe verkör­pern kön­nen. Hier müssen wir mit ihnen trauern. Und wir müssen leben, wozu Freichkirchen.ch richtiger­weise aufruft, damit homo­sex­uellen Men­schen auf passende Weise eine Rolle gegenüber Kindern ausleben können:

Fam­i­lien sind aufgerufen, kinder­lose Erwach­sene soweit möglich in ihre famil­iären Beziehun­gen einzubeziehen und sie am Fam­i­lien­leben teil­haben zu lassen.

Wir dür­fen die Bedeu­tung der hier genan­nten Real­ität jedoch niemals nur für das gle­ichgeschlechtliche Paar durch­denken, son­dern immer auch für das Kind. Auf die Auswirkun­gen für die durch Samen­spende (oder Leih­mut­ter­schaft) gezeugten Kinder wird in einem län­geren, aus­führlichen Artikel einge­gan­gen. Die Voren­thal­tung eines biol­o­gis­chen Eltern­teils eines Kindes ist ein mas­siv­er Ein­griff in dessen Leben. Nor­maler­weise wird ein der­ar­tiger Schritt nur in äusser­sten Not­fällen vol­l­zo­gen, z.B. bei ein­er Adop­tion. Es ist gut, dass es die Möglichkeit der Adop­tion gibt, um in ein­er extremen Not­si­t­u­a­tion einem Kind eine Verbesserung sein­er Umstände zu ermöglichen. Trotz­dem lei­den Kinder in vie­len Fällen ein Leben lang an der Tren­nung von einem oder bei­den biol­o­gis­chen Eltern.

Dass der­art mas­sive Ein­griffe ins Leben von Kindern durch ein “Ja” zur Ehe für alle von vorn­here­in und damit sys­temisch etabliert wer­den sollen, ist aus mein­er Sicht nicht zu ver­ant­worten . Es gibt kein Recht auf Kinder, etwas, das auch kinder­lose het­ero­sex­uelle Paare eben­so schmerzhaft akzep­tieren müssen. Ein “Ja” zur Ehe für alle inkl. Samen­spende (und später Leih­mut­ter­schaft) etabliert mein­er Mei­n­ung nach nichts weniger als eine sys­temis­che Ungerechtigkeit gegenüber Kindern. Dies, um gle­ichgeschlechtlichen Paaren etwas zu ermöglichen, das niemals das Gle­iche sein kann wie das, was het­ero­sex­uelle Paare erfahren, wenn diese Kinder zeu­gen. Ich denke, dass wir es hier tat­säch­lich mit ein­er Gle­ich­machung von Ungle­ichem zu tun haben, wom­it mas­sive Diskrim­ierun­gen etabliert würden.

Dies alles bedeutet nicht, dass ich die het­ero­sex­uelle Ehe ide­al­isiere, als wäre dort für die Kinder alles immer nur gut. Mir geht es darum, dass es das Kind ist, welch­es ein Recht hat: Das Recht, wenn irgend möglich bei seinen biol­o­gis­chen Eltern aufzuwach­sen. Die UN-Kinder­recht­skon­ven­tion Art. 9 bestätigt dieses Recht.

Das Kindeswohl muss Vor­rang haben vor dem Erwach­se­nen­wohl. Bei allen ver­ständlichen Bemühun­gen unser­er Gesellschaft, gle­ichgeschlechtlichen Paaren Chan­cen­gle­ich­heit zu ermöglichen, ist dies in Sachen Kinder schlicht nicht möglich. Ich finde, dass dies in den gesellschaft­spoli­tis­chen Diskurs ein­fliessen muss und sach­lich disku­tiert wer­den darf.

2. Differenzierung ist nicht automatisch Diskriminierung

Wie kann das Gesetz das Wohl gle­ichgeschlechtlich­er Paare eben­so wie das Wohl von Kindern gut regeln? Als Erstes muss man zur Ken­nt­nis nehmen, dass das Gesetz immer dif­feren­ziert. Aber nicht jede Dif­feren­zierung (also Ungle­ich­es unter­schiedlich regeln) ist automa­tisch eine Diskrim­ierung (also ungle­iche Behand­lung von Gle­ichem). Wir kön­nen das schnell ver­ste­hen, wenn wir sehen, dass der im Gesetz ver­ankerte Begriff der Ehe immer gewis­sen Men­schen den Zugang zur Ehe ver­wehrt. Egal wie die Abstim­mung aus­fällt, wird das Gesetz dies auch kün­ftig tun. Jugendliche unter 18 Jahren kön­nen nicht heirat­en. Mul­ti­ple Ehep­art­ner sind aktuell ver­boten oder eben­so das Heirat­en von Men­schen, die zu nahe ver­wandt sind. Wenn das Gesetz solche Auss­chlüsse vorn­immt, ist es nicht prinzip­iell diskri­m­inierend, son­dern zeigt die notwendi­ge Eigen­schaft, objek­tive Unter­schiede zu dif­feren­zieren, zugun­sten der unter­schiedlichen Situationen.

Weil die gle­ichgeschlechtliche und het­ero­sex­uelle Part­ner­schaft sich wegen dem Bezug auf Kinder grundle­gend unter­schei­den (siehe oben), entspricht es dem juris­tis­chen Grund­satz der Rechts­gle­ich­heit, wenn das Gesetz eine dif­feren­zierte Ord­nung definiert, anstatt Ungle­ich­es gle­ich zu behan­deln. Die pauschale Gle­ich­be­hand­lung von Ungle­ichem führt zur Täuschung in Bezug auf das Wesen der gle­ichgeschlechtlichen Part­ner­schaft und zur sys­temis­chen Ungerechtigkeit gegenüber Kindern.

Es geht mir nicht darum, gle­ichgeschlechtlichen Paaren die Liebe abzus­prechen, son­dern darum, dass ein­er Verbindung, die in Bezug auf Kinder eine grundle­gend andere als die het­ero­sex­uelle Verbindung ist, der passende rechtlichen Rah­men gegeben wird. Dieser Rah­men ist in der seit 2007 vorhan­de­nen Möglichkeit der einge­tra­ge­nen Part­ner­schaft bere­its vorhan­den. Die einge­tra­gene Part­ner­schaft benötigt einen Aus­bau im Bere­ich des gemein­samen Bürg­er­rechts und der Güterge­mein­schaft. Zudem muss eine Lösung gefun­den wer­den für den Fall, dass gle­ichgeschlechtlich ori­en­tierte Per­so­n­en in Län­der reisen, in denen ein­er einge­tra­gene Part­ner­schaft mit Diskri­m­inierung oder Anfein­dung begeg­net wer­den kön­nte. Wenn das Gesetz auf diese Weise Unter­schiedlich­es dif­feren­ziert behan­delt, diskri­m­iniert es mein­er Mei­n­ung nach nicht, son­dern tut lediglich das, was es notwendi­ger­weise tun muss.

Zusät­zlich ist zu fra­gen: Wenn gle­ichgeschlechtlichen Paaren der Zugang zur Ehe möglich gemacht wer­den soll, weil die einge­tra­gene Part­ner­schaft als Ehe zweit­er Klasse gese­hen wird, müsste begrün­det wer­den, warum andere For­men von Lebens­ge­mein­schaften nicht genau­so zuge­lassen wer­den müssten. Warum kann ein Mann nicht mehrere Frauen heirat­en oder eine Frau mehrere Män­ner? Warum soll es Sin­gles ver­wehrt sein, ihre Pen­sion an einen besten Fre­und zu vererben? Welch­es Kri­teri­um ist hier im Spiel, welch­es die Zulas­sung gle­ichgeschlechtlich­er Paare zur Ehe begrün­det, dies anderen Verbindun­gen jedoch ver­wehrt ? Insofern ist die Wahl des Slo­gans ‘Ehe für alle’ denkbar ungün­stig gewählt! Für alle — wirk­lich? Nie­mand argu­men­tiert, dass die Ehe wirk­lich für alle geöffnet wer­den soll. Und weil nie­mand das wirk­lich will, ist die Frage berechtigt, warum die Ehe für gle­ichgeschlechtliche Paare geöffnet wer­den soll, aber nicht für andere.


Bilder: unsplash

15 Comments
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    Emanuel Schäfer 2 Tagen ago
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    Besten Dank für den erhel­len­den Beitrag zu diesem gesellschaftlich so brisan­ten The­ma. Das Gute daran: Men­schen, die sich nicht auf die bib­lis­che Botschaft oder die christlich-ethis­che Sichtweise abstützen möcht­en, kom­men nicht umhin, sich mit solchen Argu­menten auseinan­der zu set­zen! Mir ist fol­gende Präzisierung wichtig: Wesentlich zur Entwick­lung und somit zum Kindswohl gehört die Möglichkeit für Tochter und Sohn, in der intim­sten ersten Beziehung zu den Eltern bei­de Geschlechter ken­nen ler­nen zu dür­fen und dadurch die je ver­schiedene Iden­ti­fika­tion mit dem eige­nen Geschlecht auf­bauen zu können.

    • Paul Bruderer
      Paul Bruderer 2 Tagen ago
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      Danke Emanuel — Ins­beson­dere für den wichti­gen Hin­weis! Jed­erzeit gerne mehr davon 👍

  2. Avatar
    Bär Heiner 3 Tagen ago
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    Vie­len Dank für diesen dif­feren­zierten und gut for­mulierten Artikel. Für mich ist er in mein­er Entschei­dungssuche sehr hil­fre­ich. Er gibt mir auch Hil­fen in Diskussionen

    • Paul Bruderer
      Paul Bruderer 3 Tagen ago
      Reply

      Danke Hein­er

  3. Avatar
    DerAusnahmsWeise 7 Tagen ago
    Reply

    Hal­lo Paul,
    Als tsc-Stu­dent (the­ol­o­gis­ches sem­i­nar st. chrischona) beschäftige ich mich ger­ade mit der Ethik. Nun habe ich heute Nach­mit­tag in euren Blog reingeschaut und ich komme seit Stun­den nicht mehr davon weg. Ich habe ger­ade einige eur­er Ein­träge zur Sex­u­alethik gele­sen (und werde alle übri­gen sich­er auch noch lesen) und bin fasziniert, wie genau ihr eure Argu­men­ta­tio­nen auf­baut und dabei sehr ein­fach in der Erk­lärung bleibt, damit es leicht ver­ständlich bleibt. Für mich ist faszinierend, wie ihr die Ethis­chen Prinzip­i­en ganz durchrech­net (stark sicht­bar bei eur­er Stel­lung­nah­men gegenüber der EKS). Für mich ist das ger­ade ein gutes Übungs­feld für meine Ethis­chen Stu­di­en und zudem darf ich mich bei euch immer wieder über über­raschende, aber wichtige Argu­mente freuen, die anson­sten in der öffentlichen Debat­te nicht zum Zug kommen.

    Danke euch

    PS: Ich bedauere, dass ich nicht an dem Sex­u­alethik­abend am tsc mit dir dabei sein kon­nte, weshalb ich mich umso mehr freue, über euren Blog von euch zu lernen.

    • Paul Bruderer
      Paul Bruderer 7 Tagen ago
      Reply

      Danke für die Blu­men Ben­jamin. Du beschreib­st, was wir zu leben ver­suchen. Wenn es am TSC Abend schon nicht geklappt hat, komm‘ doch mal auf ein Bier oder Kafi vor­bei 👍 würde mich freuen! Paul

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    eisbach 2 Wochen ago
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    In der ganzen Diskus­sion ums The­ma ist mir der auf die Kinder bezo­gene Aspekt darin, neu. Dem was hier dazu geschrieben wurde, stimme ich zu… wohl ein weit­eres wichtiges The­ma, mit dem man vielle­icht auch mit eini­gen auf densel­ben Nen­ner kommt, die anderen Aspek­ten zur sex­uellen Ori­en­tierung son­st recht undif­feren­ziert gegenüberstehen.

    Man merkt ein­mal mehr, je tiefer man sich mit ein­er The­matik beschäftigt, desto mehr an auf­schlussre­ichen Erken­nt­nis­sen ent­deckt man…

    Auch wenn sich dieser Beitrag haupt­säch­lich mit den Din­gen, bezo­gen auf den Volk­sentscheid beschäftigt und deswe­gen natür­lich keine Run­dum-Abhand­lung darstellt…
    …mir kommt – auch in dem anderen ver­link­ten Artikel – die Frage nach der Entste­hung von sex­ueller Ori­en­tierung zu kurz.
    Wenn sich her­ausstellen würde, dass man Homo- oder Inter­sex­uell empfind­et, nicht weil Gott einen so geschaf­fen hat, son­dern deswe­gen, weil irgend­wo etwas “schief gelaufen” ist… wäre es dann nicht unbarmherzig, sich nicht damit zu beschäfti­gen, wo und was da schief lief… wenig­stens zu ver­suchen, Kon­flik­te zu ent­lar­ven und alles dafür zu tun, diese zu klären…
    …anstatt zu befür­worten, oder dafür einzutreten, solche (beim genauen hin­se­hen) wohl doch kon­flik­tre­ichen Zustände in gewiss­er Weise (noch stärk­er) zu etablieren… z.B. dadurch, das man einen neuen Zivil­stand o. ä. schafft?
    Ich weiss nicht, ob man den Men­schen, die das bet­rifft so wirk­lich hilft…
    (Damit ver­bun­den: Kön­nte es nicht sein, das das Empfind­en viel­er Men­schen, die man vielle­icht eher als “rück­ständig” beze­ich­nen würde, in Bezug auf aus­gelebte Homo­sex­u­al­ität nicht doch von etwas “wahrem” zeugt?)

    Ich denke, ich habe den Gedanken, mit “die Gemeinde – ein Ort der Gnade* schon soweit ver­standen… aber wenn ich doch irgend­wo ein Prob­lem sehe, auch wenn dieses von anderen nicht als solch­es wahrgenom­men wird, und ich jeman­den etwas gutes tun will, dann sollte sich doch der Fokus darauf richt­en. das Prob­lem zu lösen…
    …was natür­lich dann nicht geschehen kann, wenn ich das Ver­trauen der Men­schen nicht gewinne.

    (Inter­es­sant in diesem Zusam­men­hang ist vielle­icht auch der Ansatz der ‘Brud­er­schaft auf dem Weg’ in Zürich.)

    • Paul Bruderer
      Paul Bruderer 2 Wochen ago
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      Danke lieber ‘Eis­bach’ 🙂 Die Brud­er­schaft des Weges ist super. Von ihnen kann man viel ler­nen. Danke für den guten Hin­weis. Ich gehe mit vielem einig, das du schreib­st. Es gibt VIEL zu sagen in diesem Bere­ich. Der Artikel war nicht gedacht, alles zu klären (als ob ich oder wir das über­haupt kön­nten), son­dern ein Denkange­bot zu machen zur poli­tis­chen Debat­te der näch­sten Monate. Ich hoffe, viele Schweiz­er Stimm­berechtigte denken ein paar Zen­ti­menter tiefer als der all­ge­meine Kon­sens ‘Liebe ist Liebe’, bevor sie abstim­men. In allem drin: ich bin weit davon ent­fer­nt, homo­ero­tisch Empfind­en­den ihre Rechte absprechen oder sie pie­sack­en zu wollen. Ich liebe Homo­sex­uelle, wie ich jeden Men­schen liebe. Ich tue das auf­grund mein­er christlichen Weltan­schau­ung, die jedem Men­schen Eben­bildlichkeit Gottes zuschreibt. Ich scheine auch keine Berühungsäng­ste zu haben mit ihnen, da ich regelmäs­sig mit unter­schiedlich­sten homo­ero­tisch Empfind­en­den Umgang habe. Mir geht es darum, dass wir als Gesellschaft erken­nen: Es gibt grundle­gende Unter­schiede in der Liebe. Liebe ist nicht Liebe. Und auf diese Unter­schiede müssen wir anders einge­hen — was vor dem Gesetz eine Dif­feren­zierung ver­langt. Wenn wir da, wo reale Unter­schiede vorhan­den sind, gle­ich vorge­hen, wird es nicht passen und — in diesem Fall — wer­den Ungerechtigkeit­en entste­hen gegenüber Kindern.

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    Dominik 3 Wochen ago
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    “Nie­mand argu­men­tiert, dass die Ehe wirk­lich für alle geöffnet wer­den soll. Und weil nie­mand das wirk­lich will, ist die Frage berechtigt, warum die Ehe für gle­ichgeschlechtliche Paare geöffnet wer­den soll, aber nicht für andere.”

    Für wen soll die Ehe denn noch geöffnet wer­den als für Het­ero­sex­uelle oder Homo­sex­uelle Paare? Es ist doch ziem­lich logisch: Wenn zwei erwach­sene Men­schen sich lieben, sollen sie das Recht haben sich zu Heirat­en! Noch Fra­gen? Ich stelle gerne mal die steile These in den Raum, dass mehr oder weniger jed­er erwach­sene Men­sch, der einen anderen erwach­se­nen Men­schen liebt entwed­er homo­sex­uell (Min­der­heit), bisex­uell (Min­der­heit) oder het­ero­sex­uell (grosse Mehrheit) empfind­et. Über diese Men­schen reden wir hier! Über dich und mich. Was ist jet­zt bitte unklar an der Beze­ich­nung Ehe für Alle?

    • Paul Bruderer
      Paul Bruderer 2 Wochen ago
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      Danke für deine Rep­lik Dominik. Es gibt mehr Rich­tun­gen, in welche die Ehe geöffnet wer­den kön­nte, als jene, die du nennst. Du nennst den — ich würde sagen — höch­sten sex­u­alethis­chen Wert unser­er Zeit: Ein­vernehm­lichkeit unter Erwach­se­nen. Passend dazu der Slo­gan ‘Liebe ist Liebe’. Kür­zlich in mein­er Nach­barschaft: zwei Ehep­aare wech­seln in ein polyamourös­es Beziehungsmod­ell. Sie haben Kinder. Die Kinder lei­den und sind ver­wirrt. Und ich wette schon fast, dass min­destens eine der 4 Erwach­se­nen im Grunde genom­men das nicht will. Diese Sachen höre ich meist nicht öffentlich, son­dern im Seel­sorgez­im­mer. Nach dem Kri­teri­um ‘Ein­vernehm­lichkeit unter Erwach­se­nen’ wäre auch ein solch­es polyamourös­es Mod­ell okay und sollte das Label ‘Ehe’ tra­gen dür­fen. Ich sehe das anders. Ein zen­traler Punkt meines Artikels ist zu zeigen, dass ‘Liebe’ nicht gle­ich ‘Liebe’ ist — die homo­sex­uelle Beziehung unter­schei­det sich grundle­gend von der het­ero­sex­uellen Beziehung. Das ist keine Bemerkung über die Inten­sität der Liebe, son­dern ver­langt nach unter­schiedlichen Kat­e­gorien im Gesetz. Ungle­ich­es soll eben ungle­ich geord­net wer­den. Wenn man Gle­ich­es ungle­ich behan­delt, ist es diskri­m­inierend — aber nur dann. Aber genau kann das gle­ich behan­deln von Ungle­ichem zu Diskrim­ierung führen — in diesem Fall von Kindern.

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    Viktor Pfister 3 Wochen ago
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    So fängt es auch in meinem Herzen an mehr zu stimmen/passen. Das sind kon­struk­tive, weg­weisende Gedanken: beste­hende “einge­tra­gene Part­ner­schaft” geset­zge­berisch aus­bauen; klare Abgren­zung (nicht Diskri­m­inierung, son­dern Unter­schei­dung, Abgren­zung) der tra­di­tionellen Ehe (1 Mann und 1 Frau); Wohl der Kinder (möglichst in ein­er tra­di­tionellen Fam­i­lie aufwach­sen dür­fen). Als Alter­na­tive kön­nte ich mir auch vorstellen: Als Chris­ten, die die tra­di­tionelle Ehe schützen wollen, einen neuen Weg gehen. Während der Staat/Gesetzgeber die “Ehe für alle” juris­tisch regelt, leben die Chris­ten, die die tra­di­tionelle Ehe leben wollen, eben diese Ehe- und Fam­i­lien­form. Als Unter­schei­dung find­en wir dafür vielle­icht ein­fach einen neuen Namen für diese Ehe. Eine Idee dazu fehlt mir allerd­ings noch. Aber diese christliche Überzeu­gung hängt ja nicht an der Beze­ich­nung oder am Wort “Ehe”, son­dern an der inhaltlichen Gestal­tung. Das lässt damit auch allen Raum für andere Lebens­for­men uneingeschränkt offen. Ich denke bloss mit.

    • Paul Bruderer
      Paul Bruderer 3 Wochen ago
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      Danke Vik­tor! Super Zusam­men­fas­sung mein­er vie­len Worte 🙂 Denken wir zusam­men auch noch weiter 👍

      • Avatar
        Erika Schaefer 3 Wochen ago
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        Danke an Euch Alle für die gute Zusam­men­fas­sung! 1. Ich wäre auch für eine andere Beze­ich­nung der ‘einge­tra­ge­nen Part­ner­schaft’ wo Men­schen ‘ander­er sex­uellen Nei­gun­gen sich absich­ern kön­nen. Der Begriff der EHE sollte het­ero Ehep­aaren vor­be­hal­ten bleiben und nicht ver­wässert wer­den. Gott ist da ganz ein­deutig: 1 Mann, 1 Frau. Punkt. Und Kinder sind ein Geschenk v Schöpfer und wed­er eine Ware noch käu­flich zu erwer­ben mit entsprechen­dem Wun­schde­sign! Der Ego­is­mus und das HABEN WOLLEN treibt fürchter­liche Blüten. Als meine “frucht­baren Jahre” dahingin­gen, war mein Wun­sch nach einem Kind manch­mal sehr gross..auch ohne Mann not­falls. Bei tief­er­er Betra­ch­tung musste ich mir eingeste­hen, dass es EGOISMUS war. Ein Kind braucht BEIDE ELTERNTEILE! Wir müssen ler­nen, Alles in grösserem Zusam­men­hang zu sehn. Es ging mir nicht um Liebe für ein Kind, die hätte ich gehabt..und ich liebe Kinder immer noch sehr! Aber nicht allen Men­schen will Gott vielle­icht Kinder anver­trauen. Ich kann hier nicht weit­er aus­führen. Denken wir über einen neuen Begriff nach? Lebensgemeinschaft/Zweckgemeinschaft/ nix mit EHE und schon gar nicht für Alle. Die LGBT Com­mu­ni­ty wird keine Ruhe geben.Die Samen­banken freuts, gibt Geschäft u viel Geld.

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    Elisabeth Rohr 3 Wochen ago
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    Ich finde diese Gedanken der Freikirche und von dir, Paul, sehr gut. Was ich aber ver­misse, sind die klaren Bibel­worte dazu. Römer 1, 18 ff. Es geht ja vor allem darum, wie Jesus diese Sache sieht und warum er uns als Mann und Frau geschaf­fen hat und nicht nur, welche Mei­n­ung wir Men­schen haben. Her­zliche Grüsse! Elisabeth

    • Paul Bruderer
      Paul Bruderer 3 Wochen ago
      Reply

      Danke für deine pos­i­tive Rück­mel­dung Elis­a­beth! Ich ver­ste­he, was du meinst. Ich wollte einen Artikel schreiben, der auch Men­schen anspricht, die sich nicht als Chris­ten sehen. Deshalb habe ich für ein­mal die Bibel nicht expliz­it erwäh­nt wobei das Ganze gut in der judeo-christlichen Weltan­schau­ung gegrün­det ist. Her­zliche Grüsse! Paul

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