Der toxische Krieg gegen die Männlichkeit

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Wenn du grössere Erfül­lung mit deinem Ehep­art­ner suchst, soll­test du häu­fig in die Kirche gehen und deine Bibel tief­gründig lesen. Das ist keine Predigt von ein­er fun­da­men­tal­is­tis­chen Kanzel, son­dern das Ergeb­nis sozi­ol­o­gis­ch­er Forschung, welche Prof. Nan­cy Pearcey in ihrem neusten Buch über Maskulin­ität präsen­tiert. Meine Gedanken zu diesem kon­tro­ver­sen und erfrischen­den Page-Turner.

Mach’ eine Umfrage unter ein­er repräsen­ta­tiv­en Gruppe der gebilde­ten Avant Garde. Finde her­aus, welche Weltan­schau­ung ihrer Mei­n­ung nach die schlechteren Ehen und Väter bewirkt: Der aufgek­lärte Säku­lar­is­mus unser­er Tage oder der protes­tantis­che Evan­ge­likalis­mus? Ich bin mir einiger­massen gewiss, dass nicht die erste Option gewählt wer­den würde.

Das aktuelle Mantra lautet, dass die patri­ar­chalen Gestal­ten, die in einem evan­ge­likalen Gottes­di­enst vorne sitzen, allen Ern­stes glauben, dass Gott sie zu Herrsch­ern und Tyran­nen über ihre Frauen und Kinder gemacht hat. Gemäss diesem Skript ist das Schlimm­ste, das ein­er Per­son passieren kann, mit einem kon­ser­v­a­tiv­en Chris­ten ver­heiratet oder dessen Kind zu sein.

The Toxic War on Masculinity: How Christianity Reconciles the Sexes
Das neue Buch von Nan­cy Pearcey: The Tox­ic War on Mas­culin­i­ty: How Chris­tian­i­ty Rec­on­ciles the Sexes

Das neuste Buch der Philosophin Nan­cy Pearcey ist Juni 2023 veröf­fentlicht wor­den und heisst über­set­zt Der tox­is­che Krieg gegen die Männlichkeit: Wie das Chris­ten­tum die Geschlechter ver­söh­nt. Pearcy zeigt auf: Dieser Stereo­typ trifft tat­säch­lich auf Män­ner zu, die sich zwar Chris­ten nen­nen, aber sel­ten bis gar nie in die Kirche gehen oder ihre Bibel auf­schla­gen. Nen­nen wir sie ‘nominelle Chris­ten’. Uner­wartet und kom­plett ent­ge­gen dem soeben beschriebe­nen Stereo­typ ste­ht aber der zweite Befund von Pearcey: Män­ner, welche die Bibel ernst nehmen, oft in der Kirche anzutr­e­f­fen sind und ihr Leben von der verän­dern­den Kraft von Jesus Chris­tus bes­tim­men lassen, haben die ver­gle­ich­sweise glück­lich­sten Ehe­frauen und Kinder und erleben die erfüll­teste Sex­u­al­ität. Sie schnei­den bess­er ab als alle unter­sucht­en Grup­pen, auch im Ver­gle­ich mit säku­laren Männern.

Diese Befunde sind dabei nicht nur Wun­schdenken von Pearcey. Seite an Seite von gut durch­dacht­en Argu­menten, die mit vielfälti­gen, meist säku­laren Stu­di­en unter­mauert sind, zeigen, dass die Real­ität anders aussieht als die pro­gres­siv­en Eliten sie uns vor Augen malen.

Zwei Zitate zeigen, wohin Pearcey mit uns gehen will:

«Das Prob­lem bei diesen Vor­wür­fen (der Elite an kon­ser­v­a­tive Chris­ten – meine Bemerkung) ist, dass sie die Dat­en aus den Sozial­wis­senschaften ignori­eren. Als Sozi­olo­gen empirische Stu­di­en durch­führten, fan­den sie her­aus, dass Män­ner, die sich als the­ol­o­gisch kon­ser­v­a­tive Chris­ten beze­ich­nen, sich in zwei ver­schiedene Grup­pen aufteilen — und diese Grup­pen unter­schei­den sich drama­tisch. Die eine Gruppe beste­ht aus religiös gläu­bi­gen Män­nern, die min­destens dreimal im Monat in die Kirche gehen. Diese Män­ner erschüt­tern die neg­a­tiv­en Stereo­typen. Sie sind liebevoller zu ihren Frauen und engagieren sich emo­tion­al mehr für ihre Kinder als jede andere Gruppe in Ameri­ka. Sie lassen sich am sel­tensten schei­den und haben die niedrig­ste Rate an häus­lich­er Gewalt und Miss­brauch.» (Seite 36, meine Übersetzung)

Zu den nominellen Chris­ten schreibt Pearcey:

«Stu­di­en haben ergeben, dass nominell christliche Fam­i­lien­väter den neg­a­tiv­en Stereo­typen entsprechen — und zwar in schock­ieren­der Weise. Sie ver­brin­gen weniger Zeit mit ihren Kindern, sei es bei der Erziehung oder bei gemein­samen Aktiv­itäten. Ihre Ehe­frauen bericht­en über ein deut­lich gerin­geres Maß an Glück. Und ihre Ehen sind weit weniger sta­bil. Während bei aktiv­en evan­ge­likalen Män­nern die Wahrschein­lichkeit, dass sie sich schei­den lassen, um 35 Prozent geringer ist als bei säku­laren Män­nern, ist die Wahrschein­lichkeit, dass nominelle Chris­ten sich schei­den lassen, um 20 Prozent höher als bei säku­laren Män­nern. Und schließlich der eigentliche Clou: Während engagierte kirch­liche Paare die niedrig­ste Gewal­trate aller Grup­pen aufweisen (2,8 Prozent), bericht­en Nominelle über die höch­ste Rate aller Grup­pen (7,2 Prozent) — sog­ar höher als säku­lare Paare.» (Seite 37, meine Übersetzung)

Was ist das Prob­lem hier?

Pearcey meint, dass die nominellen Chris­ten ger­ade nahe genug am christlichen Umfeld sind, um «Begriffe wie ‘der Mann ist das Haupt’ und ‘Unterord­nung’ aufzu­greifen», diese aber «durch eine säku­lare Brille der Macht und Kon­trolle inter­pretieren.» (Seite 15). Sie hören also Begriffe, ohne deren bib­lis­che Bedeu­tung zu ver­ste­hen. Weil sie ihr Denken noch nicht von der bib­lis­chen Welt­sicht haben prä­gen lassen, reagieren sie mit ihren säku­laren Denkmustern – mit katas­trophalen Fol­gen. Die Dat­en zeigen gemäss Pearcey die grosse Kraft, welche «das Chris­ten­tum hat, tox­is­ches Ver­hal­ten bei Män­nern zu über­winden und die Geschlechter zu ver­söh­nen – eine uner­wartete Erken­nt­nis, die stren­gen empirischen Tests standge­hal­ten hat.» (Seite 15)

Genau darum geht es Pearcey in ihrem Buch: Sie möchte zeigen, dass Män­ner, die ihre Bibel zur Hand nehmen, ver­tieft studieren und umset­zen, von einem tox­is­chen Män­ner­bild befre­it wer­den. Diese Män­ner zeich­nen sich durch ehren­volles Ver­hal­ten, Pflicht­be­wusst­sein, Integrität und Opfer­bere­itschaft aus. Sie nehmen sich die Zeit, um zu ver­ste­hen, was die Bibel wirk­lich mit Begrif­f­en wie ‘der Mann ist das Haupt’ meint. Sie leben diese Anweisun­gen der Bibel so aus, dass ihre Ehe­frauen und Fam­i­lien grösseres Glück erfahren. Weit­er leben diese Män­ner ver­ant­wor­tungs­be­wusst und großzügig. Sie haben das Gemein­wohl im Blick, sowohl in der Fam­i­lie als auch in der Gesellschaft. Sie sor­gen für die Schwachen und schützen sie.

Das tox­is­che Män­ner­bild hinge­gen weckt ein Ver­hal­ten in Män­nern, das aggres­siv ist. Solche Män­ner zeigen ungern Schwäche oder Emo­tio­nen. Sie drän­gen sich anderen auf, leben aber let­ztlich isoliert. Sie greifen zu Waf­fen, Gold und zu allen Frauen, die sie kriegen kön­nen. Sie scheren sich dabei wenig darum, wer ver­let­zt wird. Wer die Aus­führun­gen von Pearcey liest, denkt zwangsläu­fig an #MeToo, Schiessereien in den USA, Andrew Tate und Luis Rubiales.

Pearcey nen­nt den Angriff auf das pos­i­tive Män­ner­bild einen tox­is­chen Krieg. Zwei Fak­toren spie­len ihrer Mei­n­ung nach entschei­dend mit hinein. Ein­er davon ist sozi­ol­o­gis­ch­er und ein­er ist ide­ol­o­gis­ch­er Natur. Diese führe ich nun aus.

Der sozi­ol­o­gis­che Fak­tor stammt aus der indus­triellen Rev­o­lu­tion. Seit der indus­triellen Rev­o­lu­tion sind «viele der tra­di­tionellen Fam­i­lien­funk­tio­nen an den Markt oder den Staat aus­ge­lagert wor­den. Die meis­ten Fam­i­lien arbeit­en nicht mehr in einem gemein­samen Wirtschaft­sun­ternehmen.» (Seite 40). Dies gilt sowohl in Ameri­ka wie auch dies­seits des Atlantik. Vor der Indus­tri­al­isierung haben wir in Ameri­ka die Peri­ode der Puri­tan­er, deren Ruf der Prüderie keineswegs der Real­ität gerecht wird, so Pearcey. Die Puri­tan­er lebten ein über­raschend egal­itäres Rol­len­bild von Mann und Frau. Die Kinder, ins­beson­dere die Söhne, lern­ten direkt vom Vater im Fam­i­lien-Unternehmen, in welchem die Mut­ter genau­so eine Schlüs­sel­rolle spielte. Die indus­trielle Rev­o­lu­tion ver­nichtete dieses Set­ting in den meis­ten Fällen, welch­es ins­beson­dere für die Män­ner im Etablieren des guten Män­ner­bildes von Bedeu­tung war.

Der ide­ol­o­gis­che Fak­tor ist die säku­lare Ver­sion der Evo­lu­tion­s­the­o­rie, welche den ‘inneren Bar­bar’ zu einem Par­a­dig­ma des Mannes etablierte. Darwin’s Evo­lu­tion­s­the­o­rie «inspiri­erte die Idee, dass Män­ner im Kern Tiere sind — und dass Män­ner, um ihre authen­tis­che Männlichkeit wiederzuer­lan­gen, sich wieder mit ihrem inneren Tier verbinden müssen.» (Seite 162). Diese Grun­dan­nahme über das Men­sch- und Mann­sein führt u.a. zur Idee, dass Krieg ein Segen für die Men­schheit ist, weil es ‘Maskulin­ität’ fördere. Eine weit­ere Entwick­lung war der Gedanke, dass Zivil­i­sa­tion etwas ist, das den ‘wahren Mann’ zudeckt. Der ‘innere Tarzan’ wollte ent­deckt wer­den. Cow­boy Romane fan­gen in dieser Zeit an, den Bücher­markt mit Erzäh­lun­gen von Män­nern zu erobern, die alleine in der Wild­nis leben und sich von kein­er äusseren Regel bes­tim­men lassen.

Durch die sig­nifikante Verän­derung des Män­ner­bildes, verän­derte sich auch das Frauen­bild. Die Frauen über­nah­men die Rolle der moralis­chen Instanz im pri­vat­en Haushalt und mit der Zeit auch in der Öffentlichkeit. Weil der Arbeit­splatz ein von Konkur­renz und Selb­st­be­haup­tung bes­timmter Ort war, wurde das Heim «sen­ti­men­tal­isiert, fast sakral­isiert» (Seite 105). «Das Heim sollte ein Ort wer­den, an dem der Mann erneuert, geläutert und reformiert wird… Frauen wurde die Auf­gabe über­tra­gen, die moralis­che Hüterin der Gesellschaft zu sein.» (Seite 106). Gemäss Pearcey rächte sich diese Strate­gie des starken Kon­trasts zwis­chen Män­nern und Frauen, weil sie einen unver­mei­dlichen Kon­flikt schüren sollte:

Wenn Frauen für die Aufrechter­hal­tung moralis­ch­er und geistiger Stan­dards ver­ant­wortlich gemacht wur­den, schien ihnen diese Rolle die Pflicht zu geben, Män­ner für ihr schlecht­es Ver­hal­ten zu ermah­nen. Die Kri­tik der Frauen wurde immer schär­fer und selb­st­gerechter — manch­mal klang sie auf unheim­liche Weise ähn­lich wie die Verurteilun­gen der Män­ner, die wir heute hören. In der Lit­er­atur des neun­zehn­ten Jahrhun­derts find­en wir die ersten Spuren der vere­in­facht­en Ein­teilung: Frauen=gut, Männer=schlecht.» (Seite 106)

Es erstaunt nicht, dass es wieder eine Gegen­reak­tion auf diese Entwick­lun­gen gibt. Mod­erne Män­ner­be­we­gun­gen stellen Män­ner häu­fig als Opfer ein­er fem­i­nisierten Kul­tur dar, sagt Pearcey. Wie vor 100 Jahren wer­den Män­ner heute aufgerufen, ‘wilde Män­ner­woch­enen­den’ frei von der Bindung an Frau und Kind zu ver­brin­gen. Das Problem:

Wenn echte Männlichkeit durch Loslö­sung vom Zuhause gefun­den wird, bedeutet das, dass die Ver­bun­den­heit mit dem Zuhause der wahren Natur des Mannes wider­spricht. (Seite 155)

Pearcey hat kein Ver­ständ­nis für dieses Jam­mern und fordert Män­ner auf, ihre gottgegebene Größe und Stärke anzuerken­nen, Ver­ant­wor­tung für sich und ihre Fam­i­lien zu übernehmen und in diesem Sinne ihren Mann zu ste­hen. Das Grund­prob­lem, sagt Pearcey, sei, dass die Gesellschaft den Blick für die aus­geglich­ene bib­lis­che Lehre ver­loren hat. Diese Lehre sagt, dass sowohl Män­ner wie auch Frauen gle­icher­massen von der Sünde betrof­fen sind und gle­icher­massen der Gnade bedür­fen. Genau­so wichtig ist, dass sowohl Män­ner wie auch Frauen immense Stärken haben und diese gemein­sam ein­brin­gen sollen. Es ist diese Sicht auf die Bibel, welche Pearcey durch ihr Buch führt, um ein anderes, pos­i­tives Män­ner­bild zu find­en, welche nicht vom tox­is­chen Skript bes­timmt ist und zur Ver­söh­nung der Geschlechter führt, ohne dass Frauen damit weniger Frau sein und Män­ner weniger Mann sein müssen.

Im Buch endet jedes Kapi­tel mit kleinen Bibel­stu­di­en, die sich gut für eine Predigt­serie oder für Grup­penge­spräche eignen. In ihrer Analyse der Bibel navigiert sie das mit Minen besäte Ter­rain des ‘Egal­i­taris­mus’ und ‘Kom­ple­men­taris­mus’ mit grossem Geschick. Sie lässt sich erfrischen­der­weise nie wirk­lich von diesen Debat­ten ein­fan­gen, son­dern zeich­net bibel­fundierte pos­i­tive Vor­bilder für Mann­sein und Fam­i­lie. Beson­ders anre­gend fand ich ihre diversen Vorschläge, wie Väter ver­mehrt zuhause arbeit­en oder Fam­i­lien anfan­gen kön­nen, ein kleines Geschäft aufzubauen, welch­es alle Per­so­n­en im Haushalt involviert. Dies führt erwiesen­er­massen zu mehr ganzheitlich­er Zufrieden­heit. Dies ger­ade auch bei den Män­nern, welche wieder Väter und Ehemän­ner sein dür­fen. Damit prä­gen sie ins­beson­dere für ihre Söhne ein pos­i­tiv­en Männerbild.

Pearcey beschäftigt sich auch mit der Kehr­seite der Medaille: Wenn das tox­is­che Skript Män­ner zu Gewalt führt. Sie hat in ihrer eige­nen Kind­heit regelmäs­sige Gewalt durch einen Vater erlebt, der sich Christ nan­nte. Dies führte dazu, dass sie als Teenag­er mit dem christlichen Glauben nichts mehr zu tun haben wollte. Auf über­raschende Weise wird Pearcy während eines Besuchs in der Schweiz wieder gläu­big, was zu einem Heilung­sprozess führt, der Jahrzehnte braucht. «Es wäre für mich ein Leicht­es gewe­sen, mich dem Chor der Medi­en anzuschließen, der tox­is­che Männlichkeit verurteilt. Aber als Christin musste ich anerken­nen, dass das, was Gott geschaf­fen hat, von Natur aus gut ist. Es ist die Sünde, die seine ursprünglich gute Schöp­fung verz­er­rt und ver­dreht hat» führt sie aus (Seite 14). Eine der Auswirkun­gen davon: «Als Erwach­sene musste ich buch­stäblich Jahrzehnte damit ver­brin­gen darüber nachzu­denken, wie ein gesun­des, bib­lis­ches Konzept von Männlichkeit zu definieren ist. Was ist das von Gott gegebene Muster für Männlichkeit? Wie hat die west­liche Kul­tur es ver­loren? Und wie kön­nen wir es zurück­gewin­nen? Genau darum geht es in diesem Buch.» (Seite 14)

Die Kapi­tel über Gewalt in der Fam­i­lie sind entsprechend glaub­würdig und tiefge­hend. Sie scheut sich nicht, kirch­liche Prax­is zu kri­tisieren, wo das nötig ist. Mit vie­len Beispie­len zeigt Pearcy, wie es nicht laufen darf:

Die Ältesten weigerten sich, Jen­nifers Ehe­mann für seine kör­per­liche Gewalt zurechtzuweisen. Stattdessen behan­del­ten sie ihn als das Opfer und dro­ht­en Jen­nifer, sie wegen ihrer hart­näck­i­gen Weigerung, sich der Autorität ihres Mannes zu fügen, zu exkom­mu­nizieren. (Seite 250)

Ger­ade weil Kirchen oft «der erste Ort sind, an dem Paare bei Kon­flik­ten Hil­fe suchen, ist es wichtig, dass das pas­torale Per­son­al über die Dynamik des Miss­brauchs informiert ist.» (Seite 251). Der häu­fig­ste Fehler von Pas­toren beste­ht darin, «anzunehmen, dass häus­liche Gewalt ein Ehep­rob­lem ist, und eine Ehe­ber­atung anbi­eten, bei der bei­de Ehep­art­ner gemein­sam ins Büro kom­men. Aber wenn der Ehe­mann anwe­send ist, hat die Frau vielle­icht Angst, eine ern­sthafte Mis­shand­lung zu offen­baren. Sie weiß, dass sie danach bestraft wer­den kön­nte.» (Seite 252) Die Kapi­tel zu diesem The­ma sind für Pas­toren ein Muss zu lesen. Ich hoffe, dass sich eine deutsche Über­set­zung umset­zen lässt.

Auf der pos­i­tiv­en Seite gibt es von Pearcey’s Buch viel über das Find­en von grösser­er famil­iär­er Zufrieden­heit und sex­ueller Erfül­lung zu ler­nen. Wenn das, was sie uns sagt, einiger­massen stim­mig ist, ergibt sich die (vielle­icht schock­ieren­der­weise) fol­gende Tat­sache: Wer eine glück­lichere Fam­i­lie und sex­uell möglichst befriedi­gende Beziehung zu seinem Ehep­art­ner find­en will, sollte den Dat­en zufolge häu­fig in die Kirche gehen, ern­sthaft seine Bibel studieren und eine lebendi­ge Beziehung mit Jesus Chris­tus entwick­eln. Damit ist Kirche der beste Ort für die Part­ner­suche. Hier hat man die beste Chance einen Part­ner zu find­en, der glück­lich machen wird. Für ein­mal Good News für Pas­toren und Pfarrpersonen!

Bevor jet­zt alle mit über­höht­en Erwartun­gen in die Kirchen stür­men und andere ungläu­big protestieren, dass dies nur amerikanis­che Stu­di­en seien, will ich das Offen­sichtliche nen­nen: Diese Aus­sagen repräsen­tieren sta­tis­tis­che Durch­schnitte. Deine Ehe und Fam­i­lie mag anders ausse­hen und diese Durch­schnittswerte nicht repräsen­tieren. Dies ändert jedoch nichts daran, dass die Aus­sagen von Pearcey ste­hen bleiben, solange sie von guter empirisch­er Analyse belegt sind. Ich ermutige uns allen, das Buch zu lesen und offen zu prüfen, ob an ihren Erken­nt­nis­sen was dran sein könnte.

Das Buch war für mich der­art über­raschend gut, dass es ein Page Turn­er wurde. Ich durfte schon vor der Veröf­fentlichung Teil ein­er Gruppe von Lesern sein, welche das Buch kri­tisch unter die Lupe nahm. Ich rieb mir zwis­chen­durch die Augen und dachte: «Wirk­lich Nan­cy?!» Nach der Veröf­fentlichung und mein­er zweit­en Lek­türe denke ich: «Ja Nan­cy!». Die Fak­ten, die Prof. Pearcey vor­legt, wer­den unaufgeregt vor­ge­tra­gen und mit einem tiefen Anliegen für die Gesund­heit eines ganzheitlichen Fam­i­lien­lebens weit­ergegeben. Ich empfehle jedem, das Buch zu lesen und die zugegeben­er­massen vie­len Beispiele aus der Kul­tur- und Lebenswelt von Pearcey (Ameri­ka) entspan­nt auf unser Europäis­ches Set­ting anzuwenden.

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Bilder: Peter Bruderer


Nancy Pearcey kommt 2024 in die Schweiz

Bere­its vor 3 Jahren haben wir das let­zte Buch von Prof. Pearcey auf Daniel Option vorgestellt. «Liebe Deinen Kör­p­er» ist ein Best­seller, welch­er aktuelle The­men wie Trans­gen­deris­mus, Homo­sex­u­al­ität, Abtrei­bung und Aufreis­skul­tur in einen weltan­schaulichen Gesamtzusam­men­hang stellt, um dann aus christlich­er Per­spek­tive Antworten zu geben. Auch ihr Buch «Total Truth» ist ein mod­ern­er Klas­sik­er und wurde 2005 vom ein­flussre­ichen Mag­a­zin ‘Chris­tian­i­ty Today’ ausgezeichnet.

Wir freuen uns ausseror­dentlich, das Prof. Pearcey im kom­menden Juni als Keynote-Speak­erin in die Schweiz kommt:

Culture Shift: Glaube, Gender und Sexualität in der heutigen Zeit

Eine inspiri­erende Kon­ferenz für Leit­er und Interessierte

Datum: Fr 7. und Sa. 8. Juni 2024
Ort: West­halle Thun, Indus­tries­trasse 5, 3600 Thun

Wie kön­nen wir als Nach­fol­ger von Jesus die aktuellen “Hotspots” in Bezug auf Gen­der und Sex­u­al­ität am besten ange­hen? Bei dieser Kon­ferenz möcht­en wir die Denkweisen unter­suchen, die unsere Gesellschaft prä­gen und wie sich diese auf Iden­tität, Beziehun­gen und Sex­u­al­ität auswirken. Anhand der Bibel wollen wir Antworten auf drän­gende Fra­gen ent­deck­en und uns mit der Schön­heit, Rel­e­vanz und Real­ität der bib­lis­chen Sex­u­alethik auseinan­der­set­zen. Das Ziel dieser Kon­ferenz ist es, einen “Cul­ture Shift” her­beizuführen: ein neues Ver­trauen in die Ver­lässlichkeit und Ganzheitlichkeit der bib­lis­chen Per­spek­tive auf Sex­u­al­ität zu schaf­fen und uns auf eine begeis­terte und fundierte Kom­mu­nika­tion über Glaube, Gen­der und Sex­u­al­ität vorzubereiten.

Weit­ere Infor­ma­tio­nen: www.cultureshift.ch

2 Comments
  1. Stefan 11 Monaten ago
    Reply

    Danke, Paul, für das Vorstellen des Buch­es und deine Gedanken dazu. Auch ich hoffe auf eine baldige Übersetzung. 

    Mich hat dieser Satz beson­ders berührt:

    “Wenn echte Männlichkeit durch Loslö­sung vom Zuhause gefun­den wird, bedeutet das, dass die Ver­bun­den­heit mit dem Zuhause der wahren Natur des Mannes widerspricht.”

    Genau diese Prob­lematik habe ich in christlichen Kreisen auch schon fest­gestellt. Wann ist ein Mann ein Mann? Wenn er nur unter Män­nern die Sau raus­lässt? Das brauche ich nicht. Ich bin gerne zuhause und muss nicht zwin­gend mit Anderen Aben­teuer erleben, um mich als Mann zu fühlen. Dann doch lieber im Garten an der Feuer­säule mit einem guten Fre­und oder Gott ein gutes Gespräch führen. 

    Liebe Grüsse
    Stefan

    • Paul Bruderer 10 Monaten ago
      Reply

      Danke Ste­fan 🙂 Ich darf ja deine Feuer­säule bald geniessen — hof­fentlich bei einem feinen kühlen Bierchen und — zweifel­los — tief­schür­fen­d­em Männer-Gespräch

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